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Sind die noch zu retten?

Greifswald/Stralsund Sind die noch zu retten?

Viele Guts- und Parkanlagen in Vorpommern verfallen / Ein Verband setzt sich für ihren Erhalt ein

Greifswald/Stralsund. Vorpommern ist ein Land der Guts- und Parkanlagen. Sie sind ein besonderer Schatz, wie er westlich der Elbe nirgends anzutreffen ist. Es gibt tolle Beispiele gelungener Restaurierungen oder Rekonstruktionen beispielsweise in Stolpe auf Usedom oder Spyker auf Rügen. Es gibt aber auch Dauersorgenkinder wie das Wasserschloss Divitz bei Barth, Dargibell bei Anklam, Putzar im Langrabental oder Ducherow. Ein Verkauf oder eine erfolgreiche Zwangsversteigerung sind keineswegs Erfolgsgaranten.

Ein gutes Ding muss manchmal Weile haben. Seit 1986 steht das Gutshaus von Sommerfeld im Stralsunder Umland leer. 2017 haben Knut Splett-Henning und Christina Ahlefeld-Laurvig das Gebäude übernommen und wollen es retten. So wie sie es schon beim Gutshaus Rensow (Landkreis Rostock) geschafft haben.

„Es gibt immer wieder solche Erfolgserlebnisse“, sagt Katja Wächtler. Sie arbeitet in der Geschäftsstelle des Regionalen Planungsverbandes in Greifswald. Seit 2005 bemüht sich der Verband sehr aktiv um die Bewahrung und Nutzbarmachung des kulturellen Erbes der Guts- und Parkanlagen in Vorpommern. Sie prägen den ländlichen Raum. Wie Sommerfeld hat auch die große, eindrucksvolle Anlage von Broock im Tollensetal seit 2017 wieder eine Chance auf Erhalt. Das Herrenhaus steht schon seit 1980 leer, 2017 erwarb es ein Architekt (die OZ berichtete).

„Auch das wunderschön über dem Recknitztal gelegene Herrenhaus von Daskow ist verkauft worden“, nennt Katja Wächtler ein weiteres erfreuliches Beispiel. Und dass Anlagen wie Saatel südlich von Barth und Ueselitz auf Rügen vor dem Verfall gerettet wurden, hätten vor zehn Jahren nur wenige geglaubt.

„Wenn die Gebäude genutzt werden, stehen die Chancen für die Erhaltung besser“, erinnert Lydia Neugebauer, die amtierende Leiterin der Geschäftsstelle. Es gehe auch um die Strukturen der Anlagen und um den Erhalt nicht nur der Herrenhäuser, sondern auch der Wirtschaftsgebäude und der Parks. „Unser Ziel ist es, dass die Anlagen öffentlich zugänglich sind“, sagt Neugebauer. „Wenn im Gutshaus private Wohnungen entstehen, dann sollte wenigstens der Park betreten werden dürfen“, so Neugebauer. Nur noch wenige der Anlagen befänden sich noch wie zu DDR-Zeiten üblich in Gemeindebesitz. Die meisten seien privatisiert.

„Bei unserer Arbeit werden wir durch eine sehr aktive ehrenamtliche Arbeitsgruppe unterstützt“, ergänzt Katja Wächtler. Vorsitzender ist der Greifswalder Jörg Scheffelke. Die Gruppe engagiert sich für die Erfassung des aktuellen Zustandes der Guts- und Parkanlagen, deren Nutzung, Zugänglichkeit und anderes mehr. Alles Angaben für eine Datenbank, die gegenwärtig aufgebaut wird. Der Regionale Planungsverband enagiert sich besonders für die Öffentlichkeitsarbeit, die Verbreitung guter Erfahrungen und hilft bei der Lösung von Problemen. Die Anlagen verkörpern ein Potenzial für die Tourismusentwicklung. Die alljährlichen Mitsommerremisen sind ein gutes Beispiel für die Anziehungskraft der Herrenhäuser und Parks und eine Möglichkeit, sie bekannter zu machen. „Diese Veranstaltung unterstützen wir finanziell“, informiert Neugebauer. 2018 sollen auch Gutshäuser auf der anderen Seite der Oder zur Mittsommerremise öffnen.

Super angenommen wurden die Hefte „Mit dem Rad auf Entdeckungstour durch die Gutslandschaft Vorpommerns“, die der Regionale Planungsverband herausgegeben hat. Konzept und Texte stammen von Katja Wächtler. Es gibt ein Heft für Vorpommern-Rügen und eines für Vorpommern-Greifswald mit je zehn Routenvorschlägen. Beide sind vergriffen. „Wir arbeiten an einer Internetseite mit diesen Routen“, so Wächtler. Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern wolle das Radwanderprojekt mit Hilfe von EU-Fördergeldern verstetigen. Ferner sei ein Schild geplant, dessen Piktogramm auf öffentlich zugängliche Gutsanlagen hinweisen soll.

Eckhard Oberdörfer

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