Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Spannung und Entspannung als Konzept
Vorpommern Rügen Spannung und Entspannung als Konzept
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:16 06.02.2018
Das Atrium verbindet die drei Schulgebäude miteinander – und ist somit idealer Treffpunkt für alle Schüler. Quelle: Fotos: Gaia Born

. Eine Stunde Sport mehr pro Woche – das klingt erst mal nicht viel. Das weiß auch Schulleiterin Elke Laue. „Aber es macht sich wirklich sehr bemerkbar“, erklärt sie. Die zusätzliche Sportstunde ist nur ein Schritt auf dem Weg zu gesunden, sportlichen Schülern. „Wir hatten viele Kinder, die gewichtstechnisch nicht da waren, wo sie eigentlich hingehören“, reflektiert diie Schulleiterin. Und fügt hinzu: „Deshalb haben wir uns auf die Suche nach einem Projekt gemacht, das uns in der Körperarbeit unterstützt.“ Seit 2015 ist die Regionale Schule „Am Burgwall“ Garz deshalb eine „Gut-drauf-Schule“ mit Zertifikat.

Zur Galerie
An der Regionalen Schule „Am Burgwall“ Garz ist Produktives Lernen möglich

Lehrer: Individueller Unterricht für Kranke

Einige der 40 Lehrer der Regionalen Schule Garz engagieren sich im Projekt „Step by Step“. Hier bekommen langzeiterkrankte Schüler Zuhause individuellen Unterricht. Dafür fahren die Lehrkräfte sogar bis nach Stralsund. Als Ausbildungsschule bringen Referendare und Praktikanten immer wieder frischen Wind und dürfen – mit dem Kindeswohl im Vordergrund – Ideen einbringen.

Freizeit: Von Englisch bis Nordic Walking

In der teilgebundenen Ganztagsschule „Am Burgwall“ geht Qualität vor Quantität: Ausgesuchte Projekte stehen den Schülern zur Auswahl. Dazu zählt der Schulgarten, der von den Klassen 5 und 6 betreut wird, Fitnessangebote wie Nordic Walking, ein Foto- und Bildbearbeitungskurs, außerdem eine digitale Schülerzeitung sowie Alltagsenglisch und Kreatives Gestalten.

„Wir mussten viele Kriterien dafür umsetzen, aber das hat sich gelohnt“, ist sich Laue sicher. Den Schülern steht jetzt ein Wasserspender zur Verfügung, gesundes Essen ist Grundvoraussetzung, Obst ergänzt das Frühstück, Bewegungsangebote werden in den Unterricht integriert und in den Pausen können die Schüler Tischtennisplatten, Basketballkörbe oder den Entspannungsraum nutzen. Ein neuer Sportplatz ist bereits im Bau und die Schüler nehmen an inselweiten Sportveranstaltungen teil.

Schulleiterin Laue freut sich über das Engagement der Schüler. „Wer einmal in Bewegung gekommen ist, möchte das nicht mehr missen“, meint sie. Deshalb fördert die Einrichtung den Einsatz der Schüler auch an anderer Stelle, denn seit diesem Schuljahr hat sich die Regionale Schule mit der Grundschule zusammengeschlossen.

„Mir geht das Herz auf, wenn ich sehe, wie sich die großen Schüler für die Kleinen einsetzen“, schwärmt Laue. So brachten Schüler der 9. und 10. Klassen die Erstklässler eine zeitlang in den 500

Meter entfernten Hort, begleiten die Grundschulklassen auf Wandertagen. „Sie melden sich freiwillig und helfen, wo sie können“, ist Laue begeistert. „Das ist das praktische Leben, so etwas zu lernen ist mindestens so wichtig wie Mathematik, Deutsch und Englisch.“

Die Bedenken der Eltern kann die Schulleiterin entkräften: „Dass hier kleinere Schüler von Großen gemobbt werden, kommt bisher nicht vor. Das soziale Miteinander funktioniert.“

Damit auch Schüler, die mit dem Regelschulsystem nicht klarkommen, einen Abschluss erwerben können, setzt Garz auf das „Produktive Lernen“. Hier arbeiten die Schüler an drei Tagen in der Woche in Partnerbetrieben, der Rest des Unterrichts ist an den Praxislernorten orientiert. Aufgeteilt ist das Schuljahr in Trimester, sodass die Schüler sich pro Jahr in drei Betrieben ausprobieren können.

„Bei allem Stress, den die Unternehmen mit den Schülern haben, überwiegt doch der Nutzen für beide Seiten“, freut sich Schulleiterin Laue. Denn die überwiegende Mehrzahl der Schüler bekommt auf diesem Wege einen Ausbildungsvertrag. „Die Betriebe haben ein Vierteljahr Zeit, die Schüler kennenzulernen und sind so viel eher gewillt, ihnen eine Chance zu geben.“

Ausstattung: Modernes Atrium

Das 2008 neu gebaute Atrium verbindet die ehemals separaten drei Schulgebäude aus dem Jahr 1968. Auch der Grundschulneubau ist an die Räumlichkeiten der Regionalen Schule angeschlossen. Eine große Turnhalle mit Tribüne ergänzt das Sportkonzept, ein Sportplatz ist gerade im Bau. In der nächsten Zeit steht die energetische und technische Modernisierung der Schule an.

Verpflegung: Frisches Obst für kluge Köpfe

Der Speisesaal fasst 70 bis 80 Schüler. Das Mittagessen wird vom Gasthaus „Zur Post“ täglich frisch geliefert, die Schüler können vorab aus zwei Essen wählen. Der Förderverein der Schule finanziert die wöchentliche Obstkiste, die aus regionalem Obst und Gemüse besteht. Ein Wasserspender kann jederzeit genutzt werden, auch im Unterricht ist Trinken erlaubt.

Der OZ-Schulnavigator

Die OSTSEE-ZEITUNG stellt in einer wöchentlichen Serie alle weiterführenden Schulen der Region in den Bereichen Freizeit, Verpflegung,

Lehrer und Ausstattung vor. „Wir werden die Einrichtungen genau

unter die Lupe nehmen“, sagt der OZ-Chefredakteur Andreas Ebel. „Wir wollen auch Ratgeber sein für Eltern, die noch nicht wissen, an

welche Schule sie ihr Kind schicken wollen.“

Gaia Born

Noch freie Plätze für Wettbewerb beim Mönchguter Heringsfest in Göhren

26.04.2017

Am kommenden Sonntag präsentiert Mr. Rod im Theater Putbus seine Hommage an Rod Stewart.

26.04.2017

19-Jährige bei Unfall bei Gademow leicht verletzt.

25.04.2017
Anzeige