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Bei den Box-Junioren fliegen die Fäuste

Binz Bei den Box-Junioren fliegen die Fäuste

Deutsche Titelkämpfe in Binz: Heute gibt es die Halbfinals, morgen werden die Meister ermittelt

Binz. Die Insel Rügen ist wieder das Mekka der Boxsportler. Noch bis morgen kämpft der Nachwuchs in der Turnhalle „Blaues Wunder“ um die Meistertitel in den 16 Gewichtsklassen. Man könnte meinen, passend zum Namen des Austragungsortes wurde die Farbe des Ringbelages ausgewählt, denn dieser ist auch blau.

Bereits zum vierten Mal sind der Landesboxsportverband Mecklenburg-Vorpommern und der Phoenix Sportverein Stralsund Ausrichter des vom Deutschen Boxsport- Verband ausgeschriebenen Events. „Bei diesen viertägigen Meisterschaften nehmen Landesverbände aus ganz Deutschland teil. Obwohl es auf der Insel Rügen Boxvereine gibt, sind diese hier nicht vertreten“, berichtet Ronny Poge vom Boxverband MV.

Von den 132 Teilnehmern kommen 14 aus Mecklenburg-Vorpommern. Mit dabei sind neben Faustkämpfern aus Stralsund und Greifswald auch Talente aus Wismar, Rostock und Schwerin.

„Beim täglichen Wiegen ist jedes Gramm ausschlaggebend“, so Poge, der während der Wettkämpfe als Ringsprecher im Einsatz ist. Diese international besetzten Deutschen Meisterschaften haben fast olympischen Charakter. In Binz wird sich morgen entscheiden, wer Meister seiner Gewichtsklasse wird.

Bereits in den Vorrunden haben die Nachwuchsboxer alles gegeben. Unter den strengen Blicken der Trainer und lautstarken Zurufen der Zuschauer wurden am Mittwoch in 30 Vorrundenkämpfen die Besten ermittelt. In drei mal zwei Minuten muss jedes Talent versuchen, die Punktrichter schlagkräftig von sich zu überzeugen. Fünf Unparteiische sitzen am Ring und geben mit Hilfe eines elektronischen Bewertungssystems direkt nach der Runde die Punkte ein. „Von den fünf Wertungen wählt der Computer per Zufallsprinzip drei aus. So ist eine Manipulation so gut wie ausgeschlossen“, berichtet Ronny Poge. Neben den Pokalen in den 16 ausgeschriebenen Gewichtsklassen von 40 bis über 80 Kilogramm gibt es drei Sondertrophäen für den besten Landesverband, den besten Kämpfer sowie den besten Techniker.

„Die Vorbereitung auf die Kämpfe ist wie bei den Profiboxern“, berichtet Poge. „An erster Stelle steht das Kampfgewicht. Alle Boxer werden früh gewogen und von einem Ärzteteam untersucht. Wer nicht sein Wettkampfgewicht bringt, der ist draußen.“ Die meisten Teams bereiten sich mit Hilfe von Videoanalysen auf den Gegner vor. Da sieht der Boxer, ob sein Kontrahent Links- oder Rechtsausleger ist.

Das Warmmachen durch Schattenboxen ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Vorbereitung.

„Beim Boxen ist der Kopf entscheidend“, sagt Poge aus seinen Erfahrungen beim Phoenix Sportverein Stralsund. Der Boxstall ist mit mit zwei Nachwuchstalenten im Ostseebad vertreten. „Amer Jangoyan und Max Suske haben uns würdig vertreten. Auch wenn Letzterer am Donnerstagnachmittag das Viertelfinale verloren hat“, sagt Poge.

Seit zwei Jahren hat der Deutsche Boxsport-Verband die Meisterschaft für alle in Deutschland lebenden Amateurboxer freigegeben. Somit können auch Boxer mit Migrationshintergrund an den Titelkämpfen teilnehmen. Im Falle eines Sieges dürfen sie allerdings nicht bei Europameisterschaften antreten.

Poge: „Teilnehmer zu Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften zu bringen, ist das Hauptziel des Landesverbandes.“ Dieser hat 2009 zum wiederholten Mal die Anerkennung als Bundesstützpunkt für den Nachwuchs erhalten. Die besten Talente werden im Landesleistungszentrum und dem Sportgymnasium in Schwerin entwickelt. „Nur so können aus Amateuren nach hartem Training und Zielstrebigkeit einmal Profis werden“, sagt Ronny Poge.

Christian Niemann

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