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Binzer Schützen setzen auf Tradition und Nachwuchs

Binz Binzer Schützen setzen auf Tradition und Nachwuchs

Helmut Stützer krönt sich nach 222 Schuss zum neuen Schützenkönig

Binz. Der Schießsport tritt in den Medien eigentlich nur bei Olympischen Spielen in Erscheinung, wenn Athleten wie Christian Reitz im Jahr 2016 eine Goldmedaille für Deutschland holen. Dabei ist der Breitensport sehr aktiv und versucht, das alte Image der Sportart abzulegen, ohne dabei die Traditionen einfach über Bord zu werfen. „Das Schießen als Sport ist eine komplexe und auch teilweise anstrengende Sache. Konzentration und Ausdauer sind entscheidend“, beschreibt Wolfgang Maske, erster Altermann der Schützengilde Binz, die Herausforderungen.

Beim diesjährigen Königsschießen ging es dabei nicht wie im Ligabetrieb in Zehnerserien auf Zielscheiben, sondern auf den traditionellen Holzvogel. Der entscheidende Schuss auf den Torso gelang Helmut Stützer nach 222 Schuss mit dem Luftgewehr. Damit darf er ein Jahr den Titel des Schützenkönigs tragen und ist erster Repräsentant seiner Schützengilde in Binz. Jugenkönigin und damit erste Dame wurde Anna Kreutz.

Nachdem die Jugendlichen zuvor noch mit den Erwachsenen auf die sogenannten Insignien, also zum Beispiel auf Flügel und Krallen des Vogels schießen durften, ermittelten sie ihren Sieger mit einer Zehnerserie auf die Zielscheibe. Auch das Kinderschießen wurde in dieser Form ausgetragen.

Gerade die Jugendarbeit liegt den Vorsitzenden des Vereins am Herzen, um ihn lebendig zu halten. Von den insgesamt 36 Mitgliedern des Vereins sind neun Kinder und Jugendliche. Einer der erfolgreichsten von ihnen ist der 15-jährige Maximilian Blossey. Er ist nicht wie viele andere über die Familie zum Schießen gekommen, sondern wurde bei einem Bürgerfest auf den Sport aufmerksam:

„Das war vor etwa drei Jahren. Ich fand die Konzentration und das Korrigieren der eigenen Fehler von Beginn an spannend.“ Bei Meisterschaften tritt er dabei nicht mit dem Gewehr, sondern mit der Pistole an. Nur zum alljährlichen Königsschießen wechselt er die Waffe. Nach einem zweiten Platz bei den Kreismeisterschaften trat er mit fünf weiteren Schützen aus Binz bei den Landesmeisterschaften in Güstrow an. Die Gilde von der Insel stellte damit die zweitstärkste Delegation in Mecklenburg-Vorpommern.

„Das zeigt, dass unsere Jugendarbeit funktioniert. Auch wenn es nicht immer ganz einfach ist, Neulinge zum Schießen zu bringen“, freut sich Maske über den wachsenden Nachwuchs.

Eine besondere Hürde stellt dabei die Ausrüstung dar. „Ein Gewehr kostet etwa 2000 Euro. Das ist viel Geld, was am Anfang erst einmal investiert werden muss“, sagt Maske, der als erster Altermann die Aufgaben des Vereinsvorsitzenden übernimmt.

René Maske kümmert sich im Verein um die Jugendlichen. Er legt Wert darauf zu erwähnen, dass die Sportart auch körperlich anstrengend werden kann. „Viele unterschätzen, wie viel Kraft es kostet, für zehn Schüsse die Waffe absolut ruhig zu halten. So eine Serie kann ein paar Minuten dauern“, sagt er.

Um darauf vorbereitet zu sein, gibt es neben dem Training auf dem Schießstand Ausgleichstraining in Form von Ausdauerläufen und Stabilisationsübungen für die Jugendlichen und Kinder. „Die Ergebnisse liegen häufig so eng beieinander, dass man mit dem letzten Schuss seine ganze Serie zerstören kann, darauf muss man vorbereitet sein“, erklärt René Maske die Wettkämpfe.

Es wird in Binz nur mit dem Luftgewehr oder mit der Laserwaffe geschossen, scharfe Munition wird nicht verwendet. Traditionen sind dem Verein trotz des manchmal etwas schlechten Rufs und der Konzentration auf die Jugendarbeit aber weiterhin wichtig. So präsentieren sich die Mitglieder regelmäßig auf gemeinsamen Umzügen mit anderen Schützengilden oder werben auf Bürgerfesten für ihren Verein. „Gerade auf den Festen können die Leute sehen, was wir machen. Interessierte kriegen so einen direkten Zugang zu uns“, beschreibt Wolfgang Maske den Nutzen der Veranstaltung, bei denen sie in ihrer Vereinstracht und mit Abzeichen auftreten.

Niklas Kunkel

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