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Edelmetall für Göhrens Akrobaten

Göhren Edelmetall für Göhrens Akrobaten

83 Sportler aus fünf Vereinen kämpften beim 10. Rügencup in der Nordperdhalle

Göhren. Eine Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille – das war die Ausbeute der Göhrener Sportakrobaten beim diesjährigen, nunmehr 10. Rügencup in der heimischen Nordperdhalle. An dem nahmen auch der VfL Schwerin, der Möllner Turnverein, die TSG Wismar, der SV Warnemünde und der TAV Selmsdorf teil und machten ihn zu einem hochkarätigen Wettkampf. Insgesamt 83 Sportler stellten sich bei 45 Starts dem Wettkampfgericht. Göhren war mit 17 Kindern und elf Starts dabei.

Strahlende Siegerin in der Leistungsklasse D (Schüler) wurde bei den Podestturnerinnen Emily Lüder. Dabei war wegen ihrer Rückenverletzung, die sie sich Anfang des Monats bei einem Showauftritt zugezogen hatte, bis zuletzt unklar, ob die 13-Jährige starten kann. Doch die ehrgeizige Lobberin biss sich durch ihre Kür. Ihre Vereinskameradin Gina Weinhauer erturnte sich Rang 2.

Über Silber konnte sich auch das Mix-Paar (C-Jugend) Max-Jenö Richter und Nina Bergen freuen. Zwar hatten sie nur einen, aber sehr starken Gegner, doch für sie war es erst der dritte Wettkampf zusammen und der erste, bei dem sie einen erhöhten Schwierigkeitsgrad turnten mit einem gehockten Salto und einem Wurf-Flickflack – und alles lief perfekt.

Zum ersten Mal in den Wettkampf gestartet waren Stella Kopplin, Nele Fischer und Leni Pohl in der Klasse D (Schüler), Gruppe weiblich. „Sie turnen sonst in anderen Konstellationen, krankheitsbedingt haben wir kurzfristig aus einem Paar und einer Dreiergruppe eine neue Dreiergruppe zusammengestellt“, so Trainerin Corinna Kösterke. Am Ende sprang Platz 5 von acht Starts heraus. In der C-Klasse (Jugend) gewannen Charlotte Schmidt, Emily Bugenhagen und Trine Herold nach fehlerloser Kür den 3. Platz, gegen die Sportlerinnen aus Warnemünde und Selmsdorf war nicht mehr drin. Auch nicht bei anderen Starts.

„In anderen Vereinen wird bis zu vier Mal in der Woche trainiert, das können wir mit uns nicht vergleichen, das wäre unrealistisch“, erklärte Trainerin Petra Westphal.

Bei den Podestturnerinnen war in der D-Klasse die Konkurrenz mit zehn Starterinnen am größten. Göhren schickte vier Mädchen ins Rennen, konnte aber kein Edelmetall ergattern. Obwohl es zum Greifen nahe war. Der 8. Platz von Meike Schmidt war zunächst ein Schock für die Trainer. Der Sportlerin wurde ein Punkt abgezogen wegen eines Fehlers im Reglement, der durch ein Missverständnis in ihrer Kür entstanden war. Damit war für Meike, die sauber geturnt hatte, die Chance aufs Treppchen futsch.

Das Regelwerk in der Sportakrobatik ist sehr kompliziert, ändert sich alle Jahre und ist in MV besonders eng gefasst. Aber nicht nur für Fehler auf der Matte gibt es Abzüge, sondern auch für lackierte Fingernägel oder wenn Unterwäsche aus dem Anzug vorlugt. Um dies zu verhindern, kommt der „Pokleber“ zum Einsatz. Den hatten die Göhrener vor geraumer Zeit bei der Konkurrenz entdeckt.

„Niemand wollte uns verraten, wo es den gibt, wir mussten lange recherchieren, um das Geheimnis zu lüften“, schmunzelt Corinna Kösterke.

Apropos: Reichlich Getuschel gab es über einen Mann im grauen Anzug in der Nordperdhalle. Es war NDR-Nachrichtensprecher René Steuder, dessen Tochter Marlene für den VfL Schwerin in der D-Klasse mit ihrer Dreiergruppe turnte. Die Kür nahm der offensichtlich stolze Papa per Handy auf.

Für die tolle Organisation der Gastgeber und das üppige Buffet für Sportler, Betreuer und Zuschauer gab es viel Lob. Der Wettkampfmarathon hatte eigentlich schon am Vorabend mit dem Einräumen der Halle begonnen. Vom Ausrollen unzähliger Matten bis zur Betreuung der Turn-Musik ist der logistische Aufwand für ein Stelldichein der Akrobaten kein Pappenstiel. Das weiß auch Holger Röpke, Abteilungsleiter Akrobatik von der TSG Wismar und Leiter des Wettkampfgerichtes: „Wer selbst einmal so einen Wettkampf ausgerichtet hat, weiß, was dies bedeutet.“

Das Jubiläum „10. Rügencup“ wurde zudem zum Anlass für verschiedene Ehrungen genommen, die auch in Zusammenhang stehen mit einem weiteren großen in diesem Jahr. Im November feiern die Göhrener das 60. Jahr des Bestehens der Sportakrobaten sowie das 65. Jahr von TSV Empor. So wurden neben den Akrobatik-Trainern und Helfer-Eltern auch Wolfgang Pisch (Vereinsvorsitzender des TSV Empor) und die beiden Hallenwarte Günther Budahn und Christian Heinisch ausgezeichnet. Einen Sonderpokal gab es für die „Gründerfamilie“ Ulli Kopplin, den Enkeltochter und Akrobatin Stella entgegennahm.

Gerit Herold

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