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Ein Schiedsrichter mit Leib und Seele aus Garz

Garz Ein Schiedsrichter mit Leib und Seele aus Garz

Der 63-jährige Fred Klinkenberg hat bisher 1310 Spiele gepfiffen und wurde dafür vom Deutschen Fußballbund ausgezeichnet

Garz. Vor 41 Jahren hat alles begonnen. Fred Klinkenberg kann sich noch sehr gut daran erinnern, wie er im Jahr 1975 am Schiedsrichterlehrgang im damaligen Bezirksverband Rostock teilnahm. „Theorie und ein Praxisteil waren damals wie heute Gegenstand der Prüfung“, so der heute 63-jährige Garzer. „Bis heute habe ich 1310 Spiele entweder als Schiedsrichter selbst gepfiffen oder als Assistent an der Seitenlinie gestanden“, so Fred Klinkenberg. Erst kürzlich wurde er vom Deutschen Fußballverband (DFB) als bester Schiedsrichter Ü50 ausgezeichnet. Jedes Wochenende ist Fred Klinkenberg auf den Fußballplätzen der Landesklasse unterwegs. Mit dabei (fast) immer seine Frau Annelise. „Meine Frau kommt so oft wie möglich mit“, berichtet Fred Klinkenberg. Von Beginn seiner Beziehung an war klar, dass der Fußball seine größte Leidenschaft ist und bleibt. „Das war für mich nie ein Problem“, berichtet Annelise Klinkenberg. Schnell ist klar, dass seine Frau voll hinter ihrem Mann steht. Selbst kennt sie sich auch sehr gut im Regelwerk aus. Begonnen hat alles beim jetzigen FSV Garz. Wenn der Rüganer nicht gerade als Schiedsrichter auf dem Platz stand, dann spielte er für die Männermannschaft des Vereins. Später zeichnete er sich als Betreuer der Jugendmannschaften des Vereins verantwortlich.„Rückblickend hat diese Entscheidung meine Schiedsrichter-Karriere schon beeinflusst. Aufgrund des Alters sind den Unparteiischen in den einzelnen Klassen und Ligen Grenzen gesetzt“, so der gelernte Bauhandwerker. „Wenn ich nicht mehr aktiv Fußball gespielt hätte, sondern nur noch als Schiedsrichter unterwegs gewesen wäre, dann hätte ich gute Chancen gehabt in höherklassigem Fußball zu pfeifen“, blickt Klinkenberg etwas wehmütig zurück. Aber trotzdem ist Fred Klinkenbergs Werdegang beeindruckend. Vor 17 Jahren hat Fred Klinkenberg den damaligen Lehrwart Dieter Görs beerbt. „Als Lehrwart ist man für die theoretische und praktische Ausbildung der jungen Schiedsrichter zuständig. Mindestens einmal im Jahr führt der Verband einen Schiedsrichterlehrgang durch“, so Klinkenberg über seine Aufgabe die jungen Schützlinge an die verantwortungsvolle Aufgabe als Unparteiische heranzuführen. Fred Klinkenberg legt den jungen Sprösslingen ans Herz, sich für eines zu entscheiden — entweder aktiver Fußballspieler oder Schiedsrichter. Als Lehrwart ist man mehr als nur Ausbilder. „Nach dem positiven Abschneiden in den Lehrgängen folgt das Mentoring. Bei den ersten Spielen beobachte ich die jungen Schiedsrichter und gebe Hilfe und Unterstützung“, berichtet Fred Klinkenberg weiter. Aber auch er selbst steht immer mal wieder bei seiner Tätigkeit als Schiedsrichter unter Beobachtung. Es wird immer mal wieder geprüft, ob die Leistungen von Fred Klinkenberg und seinen Kollegen ausreichend sind oder sogar besser. Seine Leistungen sind sogar so gut, dass er mit 63 Jahren noch in der Landesklasse pfeifen darf. „Eigentlich ist mit 60 Schluss. Jedes Jahr muss ich zum Leistungstest nach Güstrow und eine Prüfung ablegen. Bisher habe ich die jährliche Kontrolle immer bestanden“, so der stolze Rüganer. Fred Klinkenberg ist am Wochenende meist bei zwei bis drei Spielen der Bezirks- und Landesklasse auf dem Rasen der Unparteiische. „Gerne pfeife ich auch die Spiele im Nachwuchsbereich der A-, B- und C-Junioren in der Landesliga“, berichtet der 63-Jährige stolz, der am 7. April seinen letzten Arbeitstag als Dachdecker hat und am 1. Mai ganz offiziell Rentner ist. Gerne blickt er auf sein 1.000. Spiel zurück. „Ich war Assistent in der Landesliga-Begegnung zwischen dem FSV Blau-Weiß Greifswald und dem Pasewalker FV“, berichtet Klinkenberg mit Blick in sein Buch der Erinnerungen. „Hier habe ich all das zusammengetragen, was Fred in seiner Laufbahn als Schiedsrichter und aktiver Spieler erlebt hat“, fügt seine Frau Annelise hinzu. Dort ist auch am 17. März 2002 sein erstes Frauenfußballspiel zwischen dem 1. FC Binz und den Gostorfer SV dokumentiert. Mit einem Schmunzeln erinnert er sich an die Partie und das in den Aufzeichnungen erwähnte „gemeinsame Duschen“. „Es war aber nicht so, wie es in dem Buch steht“, sagt Fred Klinkenberg rückblickend. „Es gab nur eine Dusche und ich als Mann wollte nicht unbedingt mit den Mädels duschen gehen. Also, bin ich zuerst duschen gegangen und anschließend die Frauen“, berichtet er.

Von Christian Niemann

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