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Radler trotzen Wind und Wetter

Bergen Radler trotzen Wind und Wetter

Erkrankter Teilnehmer der 23. Tour d´Allee wird mit dem Hubschrauber nach Greifswald geflogen

Bergen. Einmal um den Jasmunder Bodden ging es am Sonnabend bei der Tour d’Allee. Insgesamt reisten 180 Radsport-Begeisterte zu der mittlerweile 23. Auflage des traditionellen Rad-Events an. „Die Voraussetzungen hätten besser sein können“, sagte Herbert Trilk, der Vorsitzende des Radsportvereins Tour d’Allee Rügen, angesichts der Bedingungen. „Durch das schlechte Wetter in der vergangenen Woche haben wir leider viele Absagen für die Tour bekommen“, erklärte Trilk die im Vergleich zu den Vorjahren nur mäßige Beteiligung.

Ins Leben gerufen wurde die Radveranstaltung unter dem Motto: „Runter vom Sofa, rauf aufs Rad“. Die Veranstalter wollten damit erreichen, dass auch die Nichtradsportler vom Fahren auf zwei Rädern begeistert werden. Bis vor drei Jahren fand die Tour d’Allee in Binz statt. Weil aber die Veranstalter dort keine ausreichende Planungssicherheit mehr fanden, wurde die Tour nach Bergen verlegt.

Weil die Fahrt kein Radrennen ist, bleiben die Fahrer immer zusammen, begleitet von Polizei und technischen Helfern, und bilden so ein geschlossenes Fahrerfeld. Um 9.15 Uhr ging es für die 115-km- Speed-Gruppe auf die Strecke. Wie schon in den vergangenen Jahren startete auch Christian Haase bei der schnellsten Gruppe des Tages. „Ich bin schon mit 14 Jahren das erste Mal hier mitgefahren und seitdem jedes Jahr dabei“, erklärt der aus Groß Stresow kommende Radsportler. „Es ist immer eine coole Runde über unsere Insel, und besonders in der Speed-Gruppe kann man sich durchaus auch mit anderen Fahrern messen, obwohl der Spaß natürlich im Vordergrund bleiben sollte“, sagte der Rüganer.

Kurz danach wurde es für die Pedalritter der Piano-Gruppe, die im Vergleich zur Speed-Gruppe ein niedrigeres Tempo auf der gleichen Strecke fuhr, ernst. „Die Jasmund-Runde, ist für mich ein schöner Jahresabschluss, danach steht nur noch die Rügenbrückentour nach Sellin auf dem Plan“, resümierte Jan-Michael Dabel vom SV Hanseklinikum Stralsund. „Ich habe im Jahr 2003 das Radfahren für mich entdeckt. Fünf Jahre später bin ich in meinen jetzigen Verein eingetreten und habe ich mir ein Rennrad gekauft. Ich nahm daraufhin häufiger bei Rad-Events wie der Tour d’Allee teil“, erklärte Dabel die Entdeckung seines heutigen Hobbys und fügte stolz hinzu: „Mittlerweile bewegt sich meine Jahresfahrleistung deutlich über 10000 Kilometer.“

Für die Teilnehmer, die es etwas gemütlicher angehen lassen wollten, gab es wie schon in den Vorjahren eine Radwandergruppe über 75 bzw. 45 Kilometer. Die gute Besetzung bestätigte den Veranstaltern, dass es richtig ist, alle Leistungsklassen einzubeziehen. Noch recht neu ist die Mountainbike- Strecke unter dem Namen „Rund Bergen“. Bei dem Verlauf wurde besonders darauf geachtet, dass die Teilnehmer so viele Höhenmeter wie möglich absolvieren.

Nachdem die Speed-Gruppe wieder in Bergen angekommen war, fuhren auch die Radler der zweiten Gruppe der Boddenrunde wieder in den Start- und Zielbereich, nachdem sie in der letzten Steigung auf der Königsstraße noch einmal alles aus ihren Beinen herausholen mussten. „Leider hat es schon kurz nach dem Start angefangen zu regnen und auch der Wind war nicht immer unser Freund. Die Stimmung war aber trotzdem sehr gut“, fasste Jan-Michael Dabel die Tour zusammen und fügte lächelnd hinzu: „Vor der Wittower Fähre gab es wie schon in den letzten Jahren Kuchen und Tee. Der Kuchen ist so lecker, dass alle vor der Fähre immer schneller werden.“

Am Rande der Veranstaltung kam es zu einem tragischen Zwischenfall: Ein Teilnehmer, der sich im Feld auf den Weg „Rund um den Jasmunder Bodden“ gemacht hatte, musste von einem Rettungshubschrauber ins Klinikum Greifswald geflogen werden. Das Radrennen soll dabei keinen direkten Einfluss gehabt haben. „Es war ein krankheitsbedingter Notfall, den wir als Veranstalter nicht näher beschreiben wollen. Einen Unfall gab es nicht!“, betonte Organisator Trilk in der Nachbesprechung der Veranstaltung. Der Vorfall ereignete sich auf der B 196 kurz vor Buschvitz, wo auch der Helikopter landete. Zuvor konnte eine Rettungsmannschaft, die mit ihrem Krankenwagen im Gegenverkehr unterwegs waren, erste Hilfe leisten. Die übrigen Teilnehmer seien sicher ins Ziel gekommen, was auch an der guten Organisation durch Polizei und freiwillige Helfer gelegen habe. „Die Autofahrer haben Rücksicht auf uns genommen. Vielleicht hatten sie auch einfach Mitleid mit den Radfahrern im kalten Regen“, witzelte Trilk.

Jetzt gelte es erst einmal, die Erlebnisse der Boddenrunde auszuwerten und die richtigen Schlüsse für die Zukunft daraus zu ziehen. Für Trilk und seine über 30 Helfer gilt das Motto: Nach der Tour ist vor der Tour. Bereits am kommenden Wochenende steht mit der Rügenbrücken-Challenge ein nächstes Highlight für die Pedalisten der Umgebung an und auch die nächste Boddenrunde muss geplant werden.

„Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr, weil wir unser Jubiläum zum 20. Jahr des Tour d’Allee Vereins feiern“, blickte Trilk voraus.

Fiete Ehrhardt und Niklas Kunkel

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