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Rügener Radsportfreunde gratulieren Täve zum 85.

Rügen/Kleinmühlingen Rügener Radsportfreunde gratulieren Täve zum 85.

Zehn Mitglieder des RSV „Tour d‘Allee Rügen“ bei der Geburtstagsfeier von Radsport-Legende Gustav-Adolf Schur / Treffen mit dem FC Hansa auf der Autobahn

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Zu Gast bei Gustav-Adolf Schur (Bild links/M.): Bäckermeister Michael Mudrick aus Baabe (l.) und TdAR-Vorsitzender Herbert Trilk gratulieren. Bild rechts: Täve bei einem Radrennen im Jahr 1960 vor seinem damaligen Dauerrivalen Bernhard Eckstein.

Quelle: Fotos: Dieter Tonn, Zentralbild Glocke

Rügen. Das bleibt ein unvergessliches Erlebnis: Zehn Mitglieder des Radsportvereins „Tour d‘Allee Rügen“ (TdAR) machten sich am Sonnabend auf den weiten Weg nach Kleinmühlingen bei Magdeburg, wo Radsport-Legende Gustav-Adolf (Täve) Schur zur Feier seines 85. Geburtstages im Kreise seiner Familie sowie seiner Freunde, Weggefährten und immer noch zahlreichen Fans eingeladen hatte. Über 400 Gäste ließen es sich nicht nehmen, ihre Glückwünsche persönlich zu überbringen. So herrschte eine ausgelassene und gleichzeitig feierliche Stimmung.

Viele DDR-Radsport-Legenden, aber auch ehemalige Spitzensportler aus anderen Disziplinen waren gekommen. Die eingangs gespielte Friedensfahrt-Hymne weckte Erinnerungen an längst vergangene Zeiten.

Die älteren Gäste — sie waren in der Überzahl — konnten sich noch sehr gut daran erinnern, dass diese Melodie vor mehr als einem halben Jahrhundert zum Straßenfeger wurde. Vor alten Radios und ersten Fernsehern verbrachten die Menschen damals viel Zeit, um die Berichterstattung von der Friedensfahrt zu verfolgen.

Täve war in jenen Jahren das Idol einer ganzen Generation. Er holte 1956 und 1960 mit der Mannschaft Olympiasilber und -bronze, er war Straßenweltmeister 1958 und 1959 und triumphierte zweimal bei der Friedensfahrt (1955 und 1959). Auch nach seiner Zeit als Radsportler blieb die Popularität von Täve Schur ungebrochen. Bei Umfragen nach den besten und populärsten DDR-Sportlern aller Zeiten belegte er 1979 und 1989 jeweils mit großem Vorsprung den ersten Platz. Schurs ältester Sohn Jan trat in die Fußstapfen seines Vaters. Er war Olympiasieger 1988 und Weltmeister 1989 im 100-km- Mannschaftszeitfahren sowie Friedensfahrt-Teilnehmer 1988.

Die Rügener Sportfreunde überbrachten nicht nur Glückwünsche, sondern auch eine Spende von 300 Euro für das nahegelegene Friedensfahrt-Museum, das sie anschließend besuchten. Es war für alle eine Premiere und so war die Neugier groß. Die museale Einrichtung überraschte mit ihrem hohen Niveau. Eindrucksvoll wird die Entwicklung des Radsports in den letzten 60, 70 Jahren dargestellt. Heinz Richter konnte sich noch sehr gut an viele technische Raffinessen erinnern und erläuterte sie mit Begeisterung.

Dann ging es für die kleine Rügener Abordnung auf die Heimreise. Auf der Raststätte Walsleben trafen die Insulaner zufällig auf die Mannschaft des FC Hansa Rostock, die frohgelaunt vom Auswärtssieg in Cottbus heimkehrte. Ergebnis des unerwarteten Treffens: ein Gruppenfoto mit Cheftrainer Christian Brand sowie dessen Versprechen, dem Radsportverein TdAR sechs Freikarten für ein Heimspiel zu spendieren.

Einstieg in den Radsport erst mit 19 Jahren

Gustav-Adolf (Täve) Schur begann mit 19 Jahren bei BSG Grün-Rot Magdeburg mit dem Radsport. 1951 gewann er das damals prestigeträchtigste Eintagesrennen der DDR „Rund um Berlin“. Auf nationaler Ebene folgten Siege bei der DDR-Rundfahrt und der DDR-Meisterschaft im Querfeldein. 1953 gewann Schur die Umfrage zum DDR-Sportler des Jahres.

In der Folge etablierte sich Täve Schur endgültig als Aushängeschild des DDR-Radsports und feierte bis 1961 weitere fünf Meistertitel im Straßen-Einzelrennen sowie zwei Gesamtsiege bei der DDR-Rundfahrt. Seinen internationalen sportlichen Durchbruch erlebte Schur 1955 bei der Friedensfahrt, als er den ersten Sieg eines DDR-Fahrers in der Gesamteinzelwertung erreichte.

1958 wurde Schur Weltmeister und sicherte sich als erster DDR-Fahrer und als zweiter Deutscher das Regenbogentrikot. Im Jahr darauf gelang ihm die Titelverteidigung. 1964 beendete er seine einzigartige Karriere.



Herbert Trilk und Burkhard Ehlers

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