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Rügen Sportschwimmbad in Sellin: Beginnt ein Wettlauf mit Bergen?
Vorpommern Rügen Sportschwimmbad in Sellin: Beginnt ein Wettlauf mit Bergen?
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13:38 17.04.2018
Nach Überlegungen in Sellin könnte die „Ahoi“-Badelandschaft mit einem Sportschwimmbad erweitert werden. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
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Sellin

Sellin. Bekommt Sellin bald eine Sportschwimmhalle mit 25-Meter-Bahnen? Die „Ahoi“-Betriebsgesellschaft hat jedenfalls kürzlich eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit der Entwicklung der Bade- und Erlebniswelt beschäftigen soll, was den Anbau eines Sportschwimmbades mit einschließt. „Das Spaßbad wurde im Jahr 2000 eröffnet. Nach 18 Jahren muss man schauen, wie man sich weiterentwickelt“, sagt Sellins Bürgermeister Reinhard Liedtke. Dass er mit einem Sportschwimmbad in Konkurrenz zu den Plänen der Stadt Bergen, ein eigenes Sportschwimmbad zu bauen, tritt, ist ihm durchaus bewusst. „Dazu kann man ja das Gespräch mit Bergen suchen“, sagt Sellins Bürgermeister.Anja Ratzke, Rathaus-Chefin in Bergen, ist zwar bereits sich zu unterhalten, weiß aber nicht recht, welchen Zweck dieses Treffen haben soll. „Jede Gemeinde muss selbst wissen, was sie tut oder lässt“, sagt Ratzke. „Eine Sportschwimmbad gehört allerdings nach Bergen. Nicht nur, weil unsere Kommune Mittelzentrum ist, sondern weil sie im Zentrum der Insel liegt und von überall gut zu erreichen ist.“ Ein Sportschwimmbad in Sellin laufe erneut auf eine vornehmlich touristische Nutzung hinaus, ist sie sich sicher: „Hier auf Rügen wird immer zuviel für Urlauber gemacht und zu wenig für Einheimische.“

Schwarze Zahlen

Die Ahoi Rügen Bade- und Erlebniswelt GmbH ist seit dem 1. Januar 2016 Betreiber. Die kommunale Gesellschaft wurde Ende Dezember 2015 zur Rettung des Bades, das vor der Schließung stand, gegründet und ist eine 100-prozentige Tochter der Tourismuszentrale Rügen (TZR). Deren Gesellschafter sind die Gemeinden Sellin, Binz, Baabe, Göhren, Putbus und Sassnitz. Das Gebäude samt Grundstück hatte die Gemeinde für 1,4 Millionen Euro gekauft. „Und wir haben keine Verluste gemacht, erfolgreich saniert und in diesen zwei Jahren schwarze Zahlen geschrieben“, sagt Liedtke. So wurden in der Vergangenheit bereits Duschen erneuert, Fliesen- und Malerarbeiten durchgeführt und der Eingangsbereich umgestaltet. Auch das gastronomische Angebot wurde umgestellt.Trotzdem entschloss sich die Betreibergesellschaft nun für diese Studie zum Fortbetrieb des „Ahoi“, die vom Wirtschaftsministerium gefördert wird. Aufgabenschwerpunkte sind dabei die Untersuchung des Sanierungsaufwandes und die Erhöhung der Attraktivität. Daran arbeiten jetzt ein Architektenbüro aus Süddeutschland und eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die die Rentabilität unter die Lupe nimmt.

Ein langer Weg

Um den wachsenden Ansprüchen der Urlauber gerecht zu werden, werden zum Beispiel Möglichkeiten zur Erweiterung der Saunalandschaft, eine zusätzliche Wasserrutsche oder Neuerungen in der Innenausstattung in Betracht bezogen. „Ein weiterer Schwerpunkt ist die Überprüfung, ob eine Schwimmhalle angebracht ist. Dies soll in der Studie auf Machbarkeit überprüft werden“, sagt Liedtke weiter. In dem Spaßbad würden vor allem ältere Gäste den Platz zum Bahnenziehen vermissen. Aber auch das Schulschwimmen könnte dann hier durchgeführt werden. Solch ein Becken mit entsprechender Wassertiefe könnte in einer angrenzenden Halle an das Erlebnisbad entstehen, so dass an das bestehende Wassersystem angeknüpft werden kann. „Ob die Gesellschafter – die dieser Studie alle zugestimmt haben – dann auch bei den Empfehlungen mitgehen werden, wird sich zeigen“, so Liedtke. „Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, auf den wir uns begeben. Deshalb muss die Machbarkeitsstudie auch die Förderungsmöglichkeiten ausloten.“ Denn sollte man sich zum Beispiel für eine Schwimmhalle entscheiden, die auch für das Schulschwimmen genutzt werden soll, würde es keine Förderung durch das Wirtschaftsministerium geben.

Bergen hat die Nase vorn

Vor dem Jahresende wird nicht mit einer Auswertung der gesammelten Daten gerechnet. Dann gehen die Ergebnisse der Studie in die Gemeindevertretungen, die sich entscheiden müssen, ob sie den Vorschlägen folgen wollen.Anja Ratzke betont, dass Bergen schon viel weiter ist. „Am 30. Juni werden wir die Planungen für unsere Schwimmhalle soweit abgeschlossen haben“, sagt sie. „Dann können wir schon die Folgekosten konkret bestimmen.“ Nach der haushaltsrechtlichen Situation werde bergen in der Lage sein, sich die Kultur- und Sporteinrichtung leisten zu können. „Und wir werden damit unseren Status als Mittelzentrum erheblich aufwerten können.“Ein Sportschwimmbad ist seit vielen Jahren Thema in Bergen, wurde in unregelmäßigen Abständen mal mehr, mal weniger forciert. Seit 2017 nehmen die Planungen für dieses Projekt aber konkrete Formen an. Bürgermeisterin Ratzke plant sogar, die Einwohner Bergens in einer Befragung über die Akzeptanz eines Schwimmbades ein gehöriges Wörtchen mitreden zu lassen.Auch in Sellin ist die Idee nicht ganz neu. Bereits 2016 wurde die Idee öffentlich geäußert, bisher aber nicht weiterverfolgt.

Berndt Jens-Uwe

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