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„Stallpflicht nicht bei jeder toten Möwe“

Ummanz „Stallpflicht nicht bei jeder toten Möwe“

Einzelne tote Wildvögel sollen nicht dazu führen, dass wieder alles Freilandgeflügel eingesperrt wird, fordert der CDU-Landtagsabgeordnete, Holger Kliewe. Die Stallpflicht habe mehr Schäden angerichtet als die eigentliche Vogelgrippe.

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Als Geflügelzüchter hält Holger Kliewe in Mursewiek auf der Insel Rügen Freilandgeflügel. Diese Gänse werden in den nächsten Tagen geschlachtet.

Quelle: Stefan Sauer

Ummanz. Der Rügener CDU-Abgeordnete, Holger Kliewe, warnt davor, auf vereinzelte Vogelgrippe-Fälle mit überzogenen Restriktionen zu reagieren. „Es wäre gut, wenn unser Agrarministerium in diesem Winter sensibler agiert, und nicht wieder das ganze land zum Risikogebiet erklärt“, sagt der Politiker, der in Mursewiek auf Rügen selbst einen Geflügelzuchtbetrieb besitzt. Man müsse nicht „bei jeder toten Möwe gleich die große Keule herausholen und einen Sperrbezirk einrichten“, meint Kliewe, der dem Agrarausschuss des Landtages angehört. Im vorigen Winter war das Freilandgeflügel in Mecklenburg-Vorpommern monatelang in den Stall verbannt worden. Die großflächigen Sanktionen seien „überzogen“ gewesen, sagt der Landwirt.

 

Die Stallpflicht mit ihren Folgeschäden habe landesweit zu Einbußen in Millionenhöhe geführt, schätzt Kliewe. Damit seien die Schäden durch die Stallpflicht höher als durch die eigentliche Vogelgrippe gewesen.

Hintergrund: Wird Geflügel, das das Leben im Freiland gewöhnt ist, über Monate eingepfercht, kommt es zu erhöhtem Kannibalismus, Gewichtsverlust und Gefiederproblemen, auch die Legeleistung sinkt. Kliewe: „Viele Tiere sterben, aber nicht am Virus, sondern an der Gefangenschaft.“ Außerdem müssen Freilandeier nach zwölf Wochen Stallpflicht als Eier aus Bodenhaltung verkauft werden, also pro Ei drei bis fünf Cent billiger. „Auf diesen Verlusten bleiben die Geflügelhalter sitzen“, sagt der Landwirt. Von der Vogelgrippe-Welle 2016/2017 war Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise wenig betroffen. Zwischen November und Mai gab es Seuchenausbrüche in einer Putenfarm im vorpommerschen Fäsekow sowie in einem Legenhennenbetrieb bei Boizenburg, außerdem in vier Tierparks und bei neun Hobby-Geflügelhaltern. Insgesamt galt der Seuchenzug jedoch als schwerste und am längsten andauernde Geflügelpest der letzten Jahre. 29 Länder in Europa meldeten Vogelgrippefälle.

Elke Ehlers

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