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„Starke Schule“ trotz Sanierungsstau

Gingst „Starke Schule“ trotz Sanierungsstau

Das Engagement der Schule Gingst ist prämiert worden / Staatssekretär will Finanzierung erwirken

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Schulleiter Eckhard Mostek (re.) und Elternvertreterin Kathrin Thesenvitz (li.) erklären Patrick Dahlemann die aktuellen Gingster Planungen für die Sanierung des Schulzentrums West-Rügen.

Quelle: Foto: André Farin

Gingst. Abschluss für jeden: Die Regionale Schule in Gingst gehört zu den besten Bildungseinrichtungen des Landes, die zur Ausbildungsreife führen. Im Bundes-Wettbewerb „Starke Schule“ überzeugte sie die Jury mit ihren Fördermaßnahmen zum Berufseinstieg, zu denen unter anderem vier Praktika und Bewerbungstrainings gehören. Damit sicherte sich die Schule im Westen Rügens nicht nur den zweiten Platz in MV, sondern schafft es so auch seit Jahren, dass 100 Prozent der Schüler einen Schulabschluss erhalten und in eine Lehrstelle oder ans Fachgymnasium vermittelt werden.

„Die Gingster Schule gehört zu den Leuchttürmen in der Bildungslandschaft unseres Landes“, erklärt Jury-Mitglied Jürgen Mundt. Auch Michael Kossow, Schulrat im Staatlichen Schulamt Greifswald, zeigt sich stolz: „Die Lehrer leisten eine hervorragende Arbeit.“

Doch die Lernbedingungen an der Regionalen Schule sind schlecht: Im Hauptgebäude regne es an stürmischen Tagen in die Räume, die Turnhalle werde an kalten Tagen nicht mehr richtig warm, die beiden Schulhöfe stellen eine Unfallgefahr dar. Die Liste der Mängel sei lang, sagt Elternvertreterin Kathrin Thesenvitz. Bereits 2013 wollte die Gemeinde die Schule sanieren. Doch das Vorhaben kam ins Stocken, weil die beantragten Fördermittel nicht zur Verfügung standen. Mittlerweile beläuft sich der Sanierungsstau für Hauptgebäude, Turnhalle und Außenanlage auf 7,5 Millionen Euro.

In einem mehrseitigen Brief wandte sich Kathrin Thesenvitz gemeinsam mit anderen Elternvertretern deshalb an die Politik. „Wir brauchen unbedingt Ihre Hilfe“, sagt sie. „Im Interesse unserer Kinder müssen grundlegend alle Bereiche saniert werden.“

Vorpommerns Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) folgte dem Hilferuf und traf sich mit Vertretern der Schule, des Trägers und des Amtes West-Rügen. Auf einem Schulrundgang zeigten Schulleiter Eckhard Mostek und Gemeindearbeiter Peter-Uwe Kossak ihm die nicht mehr hinnehmbaren Schwachstellen. „Mit über 360 Schulkindern sind wir eine der größten Inselschulen, die langfristig an einem gesicherten Schulstandort betrieben werden“, stellt Mostek fest. Immer wieder sei nur repariert und improvisiert worden. Das funktioniere nicht auf Dauer. Moderne Medien, Inklusion und Ganztagsprinzipien kämen nicht ohne bauliche Investitionen aus.

„Die Gemeinde stößt hier finanziell aber an ihre Grenzen“, bringt sich Bürgermeister Karsten Lange ein und untermauert damit die Idee des Amtes West-Rügen und des CDU-Politikers Holger Kliewe, das Projekt aus mehreren Ministerien des Landes und mit Mitteln des neuaufgelegten Bundesprogrammes für die Sanierung von Schulen zu finanzieren. Die Investition in das Schulzentrum im Westen der Insel lohne sich auch, weil es die letzte Regionale Schule in West-Rügen sei, sagt Jutta Donig von der Amtsverwaltung.

Der eineinhalbstündige Rundgang überzeugte den SPD–Landespolitiker. „Es muss unbedingt etwas getan werden“, resümiert Dahlemann. Er werde in Beratungen mit Kabinettskollegen und Landespolitikern die Chancen ausloten, die das Projekt noch in diesem Jahr habe. Bis zum 30. Juni müsse eine Finanzierungszusage her, um im Frühjahr 2018 sanieren zu können.

Turnhalle bleibt kalt

7,5 Millionen Euro müssen in den nächsten Jahren investiert werden, um den Sanierungsstau an der Gingster Schule abzubauen.

Bemängelt wird unter anderem, dass es in das Hauptgebäude regnet, die Turnhalle nicht mehr richtig beheizt werden kann und es im Außengelände viele Gefahrenquellen gibt.

Mit mehr als 360 Schülern ist die Gingster Schule eine der größten auf Rügen.

André Farin und Ann-Christin Schneider

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