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Störtebeker Festspiele: Zwei Hünen namens Alexander

Ralswiek Störtebeker Festspiele: Zwei Hünen namens Alexander

Das Ralswieker Spektakel hat seine neuen Hauptdarsteller

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Die beiden Vorgänger: Bastian Semm (l.) spielte den Störtebeker, Andreas Euler war sein Piratenkumpel Goedeke.

Quelle: Foto: Archiv

Ralswiek. Es sind nicht nur die Vornamen, die die neuen Darsteller der beiden Haupthelden Klaus Störtebeker und Goedeke Michels verbinden, auch in der Erscheinung nehmen sich Alexander Koll und Alexander Hanfland nicht viel, sind beide Mimen doch um die 1,90 Meter groß.

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Das Ralswieker Spektakel hat seine neuen Hauptdarsteller

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Nach dem Ausscheiden von Bastian Semm und Andreas Euler – beide verkörperten das berühmte Piraten-Duo nur für einen Zyklus über fünf Jahre – war Spannung angesagt. Spekuliert wurde frühzeitig. Nicht nur über die mögliche Physis der Neuen – Semm galt vielen immer als zu klein und schmächtig, Euler als zu dick und behäbig – auch Namen kursierten bald. So der von Alexander Hanfland. Allerdings lag das nahe, hatte sich der Kölner doch schon seit 2008 regelmäßig bei den Festspielen in Ralswiek beworben. „Ich wollte an diese Bühne“, sagt Hanfland. „Diese Action und die Möglichkeiten, die sich einem auftun ... Überhaupt bin ich schon immer Ritter- und Wikinger-Fan.“

In diese Kategorie ordnet Festpiel-Mitgeschäftsführerin Anna- Theresa Hick den neuen Goedeke Michels ebenfalls ein. „Ja, er ist so ein Wikinger-Typ mit rotem Bart – und ein absoluter Sympath“, sagt sie. Im Fokus stand der 39-Jährige bei der Festspielleitung schon lange. „Wir wollten ihn aber nicht verbraten“, sagt Hick. „Und wie man jetzt sieht, war das auch gut so.“ In physischer Hinsicht bringe Hanfland einiges mit, sei sportlich und könne gut reiten. Und Freilichterfahrung habe er bei den Karl- May-Festspielen in Espe gesammelt.

Alexander Koll wurde gefragt – und konnte es kaum fassen. Er habe sich seit Jahren gewünscht, Bestandteil der Störtebeker Festspiele zu werden, sich aber nie dazu durchringen können, einen Vorstoß zu wagen. Das mag an dem – wie er es nennt – „wahnsinnigen Respekt“ gelegen haben, den er dieser Aufgabe entgegenbringt. „67mal jeden Abend außer an den Sonntagen die Kraft aufzubringen, immer mit der gleichen Intensität zu spielen, die Frische zu behalten – das stelle ich mir schwer vor“, sagt Koll. „Und so war auch mein erster Gedanke nach dem Anruf: Jetzt musst du reiten lernen.“

Koll weiß um die Grenzen, die eine historische Figur einem Schauspieler setzt. Deshalb ist es ihm nicht unangenehm, dass es bei Klaus Störtebeker so viele Interpretationsmöglichkeiten gibt. Das sei in der Vergangenheit anhand der verschiedenen Schauspieler, die die Titelrolle verkörperten, ja zu sehen gewesen. „Jetzt bin ich dran. Und ich will Störtebeker mit mir füllen“, sagt der 36-Jährige, der seinen Piraten-Kumpel Goedeke mit 1,93 Meter um ein paar Zentimeter überragt. Das ist aber nicht der einzige physische Vorteil, den er als Hauptdarsteller mitbringt.

„Er ist sportlich und ausgebildeter Tennistrainer“, sagt Anna-Theresa Hick. „Für ihn ist damit der Umgang mit dem Schwert nicht das Problem.“ Diesbezüglich gebe es Parallelen zum ersten Klaus- Störtebeker-Mimen Norbert Braun, der ebenfalls sehr tennisaffin sei.

Norbert Braun wird aller Voraussicht nach im diesjährigen Auftaktstück, „Ruf der Freiheit“, einmal mehr den Vater des Klaus Störtbeker geben. Natürlich bekommt der Titelheld eine Liebesgeschichte auf den Leib geschrieben. Hingegen soll Goedeke, was Frauen betrifft, diesmal leer ausgehen.

Jens-Uwe Berndt

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