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Stralsund forstet Ummanz auf

Ummanz/Stralsund Stralsund forstet Ummanz auf

Pflanzaktion gestartet / In einem ersten Schritt wird auf drei Ackerflächen neuer Wald angelegt

Ummanz/Stralsund. . Aus Ackerland wird Wald. Die Hansestadt Stralsund als Großgrundbesitzer auf der Insel Ummanz lässt gegenwärtig Rügens kleine Schwesterinsel aufforsten. „Das ist dringend geboten“, sagt Cornell Kuithan. Schließlich, so der für den Westen Rügens zuständige Revierförster, sei Ummanz unterdurchschnittlich bewaldet. 2250 Hektar Wald soll es dort geben. Das sind 10 Prozent der Fläche. Die Insel Rügen kommt auf 14,5 Prozent Wald, was auch schon weit unter dem Landesdurchschnitt liegt. Sind es auf Rügen etwa 14,5 Prozent der Fläche, so kommt MV auf 23 und ganz Deutschland auf 33 Prozent.

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Pflanzaktion gestartet / In einem ersten Schritt wird auf drei Ackerflächen neuer Wald angelegt

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Neuer Wald für Rügens kleine Schwester

31 Hektar Fläche maximal kann Stralsund auf Ummanz aufforsten. Laut Revierförster passen an die 5000 Bäume auf einen Hektar; theoretisch könnten 180000 Bäume neugepflanzt werden.

Aufgeforstet wird auch in Lüßvitz. Die Flächen werden nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Deshalb wird Bewaldung einsetzen. Das gilt rechtlich als Erstaufforstung.

Neuer Wald für Ummanz – den lässt Stralsund als Ausgleich für aktuelle und künftige Bauvorhaben in der Stadt anpflanzen. Um welches Grün es dabei teilweise gehe, hatte Ummanz’ Bürgermeister Holger Kliewe (CDU) kürzlich deutlich gemacht: „Dabei handelt es sich auch um Verbuschungen an Garagen, die inzwischen zu Wald erklärt worden sind.“ Ein Baum ist in Deutschland ein Baum, wenn er mindestens 1,50 Meter hoch ist. Und Kliewe sähe es offenbar viel lieber, wenn die Stralsunder zum Ausgleich für städtische Versiegelung die baulichen Altlasten auf ihren Flächen auf Ummanz beseitigen lassen würden. „Das geht aber nicht. Wald kann nur durch Wald ersetzt werden“, sagt das Forstamt.

Die Stralsunder können auf der Insel insgesamt 31 Hektar aufforsten. Gestartet haben sie das Vorhaben jetzt auf drei Flächen: fünf Hektar am Schwarzen Weg bei Haide, sechs im Bereich Hoher Norden sowie weitere neun in Suhrendorf in der Nähe des Campingplatzes. An allen drei Standorten werden insgesamt 70000 Bäume gepflanzt. Hinzukommen noch Sträucher in Größenordnungen, sagt Förster Kuithan.

Das Pflanzen geht schnell von der Hand mit der Pflanzmaschine. Die wird von einem Traktor gezogen, der mit knapp über einem Kilometer pro Stunde über den Acker zuckelt. Eine Furche wird gezogen. In die werden die Bäume im Akkord gesetzt und angetreten. „Die Pflanzer schaffen etwa 850 Bäume in der Stunde“, sagt Kuithan und blickt auf den Pflanzplan: Erle, Ahorn, Ulme, Kirsche, Eiche, Wildapfel und -birne werden künftig auf Ummanz wachsen. Auch Buche ist vorgesehen. Kiefer ebenso. „Das Nadelholz wird aber erst im Frühjahr gepflanzt, weil es bei frostigen Temperaturen auffrieren und abreißen würde“, macht Kuithan deutlich. Und auch: „Durch den neuen Wald wird Ummanz ökologisch aufgewertet.“

„Das mag sein, aber bei der Fläche in Suhrendorf sehe ich noch Diskussionsbedarf mit der Stadt Stralsund“, sagt Bürgermeister Kliewe. Sein Thema ist in diesem Fall der Campingplatz Suhrendorf.

„Eigentlich ist es vorgesehen, diesen noch zu erweitern. Deshalb wäre es uns lieber, wenn dort etwa zwei Hektar Wald weniger aufgeforstet würden“, sagt das Gemeindeoberhaupt, das deshalb noch einmal das Gespräch mit den Hansestädtern suchen will.

Solche hat es in der Vergangenheit beim Thema Suhrendorf schon gegeben. Denn die Ummanzer sahen ihr Paradies für Surfer in Gefahr. Weil in Stralsund Wald in Wassernähe verschwunden ist, müsse auf Ummanz auch in Wassernähe aufgeforstet werden. Die befürchtete Folge: Dann werde in Ufernähe des Boddens Flaute herrschen beziehungsweise es zu ganz schwierigen Windverhältnissen kommen.

Im Ergebnis der Gespräche konnte schließlich ein Kompromiss mit der Stadt Stralsund gefunden werden: Der Waldrand wird ungewöhnlich breit angelegt. „Vom Ufer bis zum Wirtschaftswald wird es einen Abstand von etwa 100 Metern geben“, unterstreicht Cornell Kuithan. Gepflanzt würden in diesem Bereich in aufgelockerter Art und Weise Sträucher, denen dann Bäume zweiter Ordnung folgen, die nicht so groß werden.

Das soll schließlich dazu führen, dass die Stärke des Windes nur marginal verringert werde. Zudem würden die Bäume des Wirtschaftswaldes erst in etwa 50 Jahren eine Höhe vonrund 20 Metern erreichen.

Chris-Marco Herold

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