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Rügen Stralsund ist beliebter Treffpunkt der Macht
Vorpommern Rügen Stralsund ist beliebter Treffpunkt der Macht
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00:00 23.08.2016
Der schwedische König Carl XVI. Gustaf und seine Frau Silvia besuchen ganz privat mit ihren drei Kindern Stralsund. Am 23. Juli 1993 wird die Familie vom damaligen Oberbürgermeister Harald Lastovka empfangen. Eigentlich sollte der Besuch geheim bleiben, aber Lastovka hatte der OSTSEE-ZEITUNG einen Tipp gegeben. Quelle: Fotos: Harry Hardenberg

Die Hansestadt ist nicht erst seit George W. Bush oder François Hollande ein Ort, an dem die Mächtigen dieser Welt gern einmal vorbeischauen. Auch in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts kamen Staatschefs, bedeutende Minister und gekrönte Häupter immer wieder an den Sund, wenn auch meistens nur für eine kurze Zeit. Mit diesen Besuchen sind oft kleine Geschichten verbunden, die in Erinnerung bleiben.

Von Anastas Mikojan bis Carl XVI. Gustaf: Nicht erst seit George W. Bush kommen wichtige Leute in die Hansestadt

Während seines Aufenthalts in Stralsund im Jahre 1984 zum Beispiel hatte der schwedische Ministerpräsident Olof Palme den Wunsch, ein Konzert mit der Stellwagenorgel in der Marienkirche zu besuchen.

Das hatte dem Partei- und Staatschef Erich Honecker aber gar nicht gefallen, musste er doch mal wieder eine Kirche betreten. Jenes Konzert war dann auch entsprechend kurz. Honeckers Vorgänger Walter Ulbricht hatte Stralsund übrigens im Jahre 1963 während der Ostseewoche besucht.

Altbundeskanzler Willy Brandt sprach im März 1990 auf dem Alten Markt zu den Stralsundern, um der SPD zur bevorstehenden letzten DDR-Volkskammerwahl Schützenhilfe zu geben. Als er den Balkon des Artushofs betrat, gab es Beifall und Willy-Rufe. Fast genauso wie 20 Jahre zuvor, als der Bundeskanzler Willy Brandt und DDR-Ministerratsvorsitzender Willi Stoph sich in Erfurt der Öffentlichkeit zeigten. Es war das erste Treffen der Regierungschefs beider deutscher Staaten. Damals strömten die Erfurter zum Hotel und skandierten „Willy, Willy...“. Die DDR-Oberen glaubten damals wohl, dass die Leute ihren Willi meinten. In Stralsund hatte man das Ereignis selbst nach so vielen Jahren nicht vergessen.

Wenige Wochen nach der Wiedervereinigung Deutschlands kam der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker (CDU) am 12. Dezember 1990 nach Stralsund. Der damalige Kultursenator der Stadt, Ric Machnitzki, begrüßte ihn vor dem Johanniskloster.

Als 1992 der Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zur ersten Regionalkonferenz der neuen Bundesländer auf dem Alten Markt ankam, gab es neben Beifall allerdings auch Buhrufe und ein Pfeifkonzert. Hatte er doch zwei Jahre zuvor blühende Landschaften und Wohlstand für den Osten versprochen. „Gestern Einheit, heute die Pleite?“ war auf einem Plakat zu lesen. Viele zeigten mit dem Daumen nach unten, als der Kanzler ins Rathaus ging.

Da das schwedische Königspaar beim ersten offiziellen Besuch in Stralsund mit großer Etikette empfangen worden war, wollte es gerne noch einmal privat in die Stadt kommen. So meldete sich Carl XVI.

Gustaf im Juli 1993 beim Oberbürgermeister für eine kurze Stippvisite an. Nur, die Sache sollte still und leise über die Bühne gehen. Der OB gab der Presse trotzdem einen Tipp und eilte mit Auto zum Hafen, im Kofferraum ein gelb-blaues Blumengebinde. Bei der Begrüßung des Paares gab die Königin zu verstehen, dass die Familie ganz privat sein möchte. Die Blumen verschwanden wieder im Kofferraum.

Später spazierte das Königspaar mit den drei Kindern ungestört durchs Johanniskloster und über den Alten Markt, wo gerade die Wallensteintage eröffnet wurden. Ein ZDF-Team machte davon Aufnahmen.

Allerdings hatten sie den falschen König vor der Linse, obwohl der echte nur wenige Meter an ihnen vorbei geschlendert war.

Eine interessante Persönlichkeit der russisch-sowjetischen Geschichte besuchte in Begleitung des DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl am 9. August 1957 Stralsund: Anastas I. Mikojan, stellvertretender Ministerpräsident der UdSSR. Der gebürtige Armenier hatte es geschafft, unter Stalin, Chruschtschow und Breschnew zur politischen Elite der Sowjetunion zu gehören. Im Vorfeld der Kubakrise 1962 hatte Mikojan die Verhandlungen mit Castro über die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen auf Kuba geführt. Sein Bruder war der berühmte Flugzeugkonstrukteur Artjom Mikojan.

Prominenz aus Kultur, Sport und Gesellschaft

Nicht nur staatstragende Prominenz hat sich gern in Stralsund sehen lassen. Auch Vertreter aus Kultur, Sport und anderen Bereichen der Gesellschaft haben die Hansestadt besucht.

Radsportlegende Gustav-Adolf „Täve“ Schur zum Beispiel. Er war dabei, als am 5. Juli 1960 in Stralsund die 2. Etappe der 1. Radrundfahrt der Ostseeländer gestartet wurde.

Meister Nadelöhr und andere Stars aus dem DDR-Kinderfernsehen traten regelmäßig auf der Freilichtbühne

am Knieperdamm auf.

Kosmonaut Sigmund Jähn, von der DDR-Propaganda immer als der erste Deutsche im All gefeiert, besuchte Stralsund am 12. Dezember 1978.

Berlins Tierparkdirektor Prof. Heinrich Dathe, auch bekannt aus einer DDR-Fernsehsendung, war in Stralsund, als die Kommission für Tiergärten im März 1975 am Sund tagte. Er besuchte natürlich auch den Tierpark.

Harry Hardenberg

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