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Rügen Stralsund wartet auf Fördermittel
Vorpommern Rügen Stralsund wartet auf Fördermittel
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03:37 05.09.2013

Die nächste Ausschreibung für die Reinigung der Bestände des Stadtarchivs wird vorbereitet. Darüber informierte Jörn Tuttlies, Mitarbeiter des Amtes für Kultur, Schule und Sport, am Dienstag den Kulturausschuss. Die Stadt stellt dafür in diesem Jahr 250 000 Euro zur Verfügung. Leistungen in Höhe von 133 000 Euro wurden an das Leipziger Zentrum für Bucherhaltung vergeben, wo derzeit die Säuberung eines Großteils der Bestände erfolgt. Jetzt geht es nochmals um einen Umfang von rund 100 000 Euro.

Die gereinigten Bücher werden nicht in die Hansestadt zurückkehren, so lange hier nicht die entsprechenden Aufbewahrungsmöglichkeiten vorhanden sind. Bis dahin werden sie in Leipzig, wo es entsprechende klimatechnisch gut ausgestattete Räume gibt, aufbewahrt. Weiterhin werden mit einer speziellen Werkbank im Johanniskloster von allen Archivmitarbeitern regelmäßig Bücher gereinigt, die ständig genutzt werden, aber nicht kontaminiert sind, erklärte Dr. Burkhard Kunkel, Beauftragter für die historischen Bibliotheken der Stadt. Die Anlage wurde in Stralsund nach dem Schimmelskandal angeschafft. Auf Nachfrage von Ute Bartel (SPD) zu den Verlusten aus der Gymnasialbibliothek sagte Kunkel, dass es bei der Bestandserschließung in den letzten Wochen große Fortschritte gegeben habe.

Er sagte auch, dass die letzte Inventur 2010 „mit mäßigem Erfolg“ stattgefunden habe. Das bestehende Inventarverzeichnis sei ein Abenteuer. Derzeit sei man immer noch dabei, ein genaues Verzeichnis zu erstellen, um herauszufinden, was fehlt. Bestände der Gymnasialbibliothek seien bereits sowohl im Krieg als auch zu DDR-Zeiten verloren gegangen. Außerdem schaue man, was auf dem Markt kursiere und welche Möglichkeiten es gebe, weitere Bücher zurückzubekommen. Auf Nachfrage von Gerd Riedel (Wählergruppe Adomeit) zum Stand des geplanten Zentraldepots auf der Schwedenschanze — umgebaut werden soll eine alte Nachrichtenzentrale — erklärte Tuttlies: „Die Baugenehmigung haben wir.“ Mehrere Förderanträge seien gestellt. Erst wenn die Zuschüsse klar seien, könne die Investition in Angriff genommen werden. Wie weit der Baufortschritt am Johanniskloster sei und wann die Öffentlichkeit wieder Zutritt habe, wollte Waltraut Lewing (CDU) wissen. Tuttlies verwies darauf, dass das Kloster nicht dafür gebaut wurde, um dort massenweise Bücher unterzubringen. Sowohl bei Heizung, Lüftung und Temperaturen müssten ganz andere Bedingungen herrschen. So lange man aber nicht wisse, wie das Gebäude reagiere, könnte man nicht mit der Sanierung beginnen.

Marlies Walther

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