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Rügen Stralsunder Kleingärtner fürchten um ihre Parzellen
Vorpommern Rügen Stralsunder Kleingärtner fürchten um ihre Parzellen
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00:05 19.04.2017
Die Überlegungen beziehen auch angrenzende Kleingarten- flächen mit ein.Ekkehard Wohlgemuth, Leiter des Amtes für Planung und Bau in Stralsund

Etliche Kleingärtner an der Parower Chaussee in Stralsund fürchten um ihre Parzellen. In der Sparte „Erholung und Frieden Stralsund“ sollen etwa 30 bis 40 Gärten platt gemacht werden, um Platz für neue Wohnhäuser zu schaffen. Bebaut werden soll nach Angaben der Stadtverwaltung eine Fläche östlich von der Prohner Straße und der Parower Chaussee, die früher von der Entsorgungs GmbH genutzt wurde.

„Diese Überlegungen beziehen auch angrenzende Kleingartenflächen mit ein“, sagt Ekkehard Wohlgemuth, Leiter des Amtes für Planung und Bau. Investor ist seinen Angaben zufolge ein privater Eigentümer zweier Grundstücke. Nach OZ-Informationen handelt es sich dabei um den Stralsunder Unternehmer Volker Borbe, der auch das gleichnamige Transportunternehmen betreibt. Borbe hat sich auf OZ-Anfrage nicht zu den Plänen geäußert. Ebenfalls im Boot der Investoren sitzt die Landesgrunderwerb GmbH, an der das Land Mecklenburg-Vorpommern beteiligt ist.

Ingo Bars gehört zu den Gartenfreunden, die ihre Laube abgeben sollen – es wäre für den 63-Jährigen bereits das dritte Mal. 1981 wurde auf seinen Beeten das Heizwerk Franken errichtet. Seit 2009 verläuft der Ostseeradweg an der Schwedenschanze dort, wo vorher seine Blumen blühten. „Eigentlich sollte der dritte Garten nun der Altersruhesitz für mich und meine Frau werden. Dieser Traum ist nun geplatzt“, sagt er.

Am 31. März sind die Gartenfreunde bei einer Versammlung im Vereinshaus durch Stadtverwaltung und Investor über die Pläne informiert worden. Der Umgang mit ihnen sei harsch gewesen. „Uns wurde mehr oder weniger gedroht, wenn wir klagen, bekommen wir keine Abfindung“, erinnert sich Bars. Kleingärtner in Deutschland haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine Entschädigung, wenn ihre Pachtverträge gekündigt werden. Bis zum 12. Mai sollen die Gartenfreunde eine Entscheidung treffen, ob und unter welchen Bedingungen sie ihre Gärten abgeben. Der Vorsitzende des Vereins wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Er habe Angst vor Ärger mit dem Investor.

Michael Adomeit, Einzelmitglied in der Stralsunder Bürgerschaft, kritisiert das Schnellverfahren, mit dem die Kleingärtner abgefertigt werden. „Die Gartenfreunde sollen sich innerhalb von ein paar Wochen entscheiden. Dabei wird an dem Projekt schon viel länger rumgerührt“, sagt er. Adomeit sieht schlechte Zeiten für die Kleingärtner in der Hansestadt heraufziehen. „Der Trend geht dahin, aus den Gärten Bauland zu machen. Dabei waren die mal die grüne Lunge der Stadt.“

Stadtspecher Peter Koslik versucht, die Wogen zu glätten. Die Gespräche seien noch am Anfang. „Bevor nicht alle Gremien, die in den Entscheidungsprozess einzubeziehen sind, ihr Votum abgegeben haben, passiert nichts, was den Interessen der Kleingärtner widersprechen würde.“

A. Müller

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