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Rügen Befürworter-Treffen droht Sprengung
Vorpommern Rügen Befürworter-Treffen droht Sprengung
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12:02 26.11.2018
Ein Bild mit Symbolcharakter: Beim Thema Fusion mit Stralsund schlagen die Wellen in Altefähr hoch. Quelle: Stefan Sauer/dpa
Altefähr

Das Ringen um Altefährs Zukunft geht diese Woche in eine neue Runde: Gero Schwedhelm lädt am Dienstag, 27. November, um 18.30 Uhr in den Versammlungsraum des Altefährer Gemeindezentrums ein. Soweit so banal. Allerdings will sich der in Altefähr lebende aber in Stralsund arbeitende Mann in erster Linie mit Befürwortern der Fusion seines Wohnorts mit der Hansestadt treffen. „Ich oute mich damit öffentlich als ein Unterstützer der Fusionsbestrebungen und möchte mich mit Gleichgesinnten austauschen“, sagt Schwedhelm. „Es ist auch eine Art Bestandsaufnahme: Wie viele Befürworter gibt es, wie groß ist das Interesse an solch einer Veranstaltung?“ Ausschlag für die Einladung, die er als Wurfsendung an die Haushalte in Altefähr verteilte, sei seine Unzufriedenheit mit dem Stand der Fusionsverhandlungen gewesen. „Das hat auch seine Ursache darin, dass die Befürworter das Thema laufen ließen, da die Gegner dieses Zusammenschlusses hier in der Gemeinde sehr präsent sind.“

Fusionsgegner dürfen kommen

Das Treffen möchte Gero Schwedhelm gern hinter verschlossenen Türen abhalten – sprich, die Presse sei unerwünscht. Grund: Jeder soll sich ohne Angst äußern können. Allerdings ist auch das „Jeder“ mit Einschränkungen behaftet. „Ich möchte nicht, dass dort wieder einige die Veranstaltung als Plattform ihrer Interessen benutzen“, sagt Schwedhelm. Darum wolle er auch keine Debatten, wenngleich er erst einmal auch Fusionsgegner den Zutritt gewähren will. „Ich werde mich und mein Anliegen in den ersten zehn Minuten vorstellen und danach eine Pause machen. In dieser Zeit können sich die Gegner überlegen, ob sie weiter an dem Treffen teilnehmen möchten oder doch lieber wieder nach Hause gehen.“

Ganz so einfach scheint das Ganze aber nicht zu werden. Auf der Facebook-Seite „Pro Altefähr – Für eine selbstbestimmte Zukunft“ wird das Treffen bereits heiß diskutiert. Und es wird deutlich, dass die Fusionsgegner zahlreich erscheinen wollen. Der Bürgermeister von Altefähr, Ingulf Donig (SPD), will sogar wissen, dass einige Gegner vor haben, die Veranstaltung zu sprengen. „Sie wollen sich wohl sogar T-Shirts mit entsprechenden Sprüchen darauf drucken lassen“, sagt Donig. Obwohl selbst ein vehementer Verfechter einer Fusion mit Stralsund wurde Ingulf Donig von Gero Schwedhelm schon mal ausgeladen. „Er will das nicht so sehr auf die politische Ebene ziehen, hat er mir gesagt. Allerdings ist das Thema das totale Politikum an sich.“ Zwar ist Donig als Bürgermeister Hausherr im Gemeindezentrum, er will sich aber trotzdem dem der Ausladung unterwerfen und am morgigen Dienstag zu Hause bleiben. „Ich kann das schon irgendwie verstehen“, sagt er. „Sollen es die Bürger unter sich ausmachen.“ Dass allerdings die Öffentlichkeit außen vor bleiben soll, kann Donig nicht verstehen.

Wenn nötig: Abbruch

Gero Schwedhelm scheint unsicher. Zwar lud er Gleichgesinnte ein, verteilte seinen Aufruf aber an alle Haushalte. Zwar will er keine Debatte, möchte Gegner den Zutritt aber nicht verwehren. Zwar mietete er sich mit dem wohl brennendsten öffentlichen Thema von Altefähr ins Gemeindezentrum ein, deklariert das Ganze aber als Privatveranstaltung. Und schließlich: „Wenn es nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, kann ich die Versammlung ja immer noch abbrechen.“

Wie Schwedhelm ankündigt und Ingulf Donig bestätigt, geht es bei der Zusammenkunft auch darum, ein Bürgerbegehren vorzubereiten, mit dem dann der Bürgerentscheid gefordert wird. „125 Unterschriften würden reichen“, sagt der Initiator des morgigen Treffens. Donig erhöht – wie er selbst sagt – mit Blick auf den Skandal in Sassnitz, als der Bürgermeister falsche Zahlen für ein Bürgerbegehren herausgegeben hatte, auf 130 nötige Unterzeichner.

Jens-Uwe Berndt

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