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Streit um Graböffnung geht in nächste Runde

Sassnitz Streit um Graböffnung geht in nächste Runde

Keine Einigung in der Auseinandersetzung um die Exhumierung eines 1977 verstorbenen Kindes / Nach Unterschriftensammlung erklärt sich nun die Stadt Sassnitz / Die Parteien streben nächste Runde vor dem Oberverwaltungsgericht an

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Für die Öffnung der Grabstelle ihrer Tochter holte Christa Steenvoorden die Genehmigung der heutigen Nutzer ein.

Quelle: Christine Zillmer

Sassnitz. Im Rechtsstreit um die Öffnung eines Grabes auf dem Sassnitzer Friedhof beharren die Parteien weiterhin auf ihren Standpunkten. Jahrzehnte nach dem mutmaßlichen Tod ihrer Tochter am 13. 12. 1977 in Sassnitz hatte Christa Steenvoorden gefordert, die Grabstelle zu öffnen (die OZ berichtete). Der Fall war nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Greifswald von Medien aufgegriffen worden und hatte zusätzliche Wellen in Sozialen Medien geschlagen, nachdem Unterstützer der klagenden Mutter Petitionen und Unterschriftensammlungen verbreitet hatten. Das starke mediale Interesse hatte die Sassnitzer Stadtverwaltung zunächst unvorbereitet getroffen. Inzwischen gab es ein Pressegespräch und Rechtsanwalt Ulrich Thomas Herkt, der die Stadt in dem Fall vertritt, veröffentlichte eine Stellungnahme, in der er die Beweggründe der Stadt für ihre ablehnende Entscheidung darstellt.

 

Die durch das Grundgesetz geschützte Totenruhe würde nicht nur höchsten Verfassungsrang genießen, sondern auch dem allgemeinen Pietätsempfinden entsprechen. Die Ruhe Verstorbener dürfe allenfalls gestört werden, „wenn besonders wichtige Gründe oder eine atypische, unerwartete Entwicklung der Lehensumstände vorliegen“, so Herkt weiter. Eine reine Meinungsänderung reiche hingegen nicht aus, weil ansonsten Angehörige willkürlich entscheiden könnten, was „ zu einem unerwünschten und erheblichen Anstieg der Zahl der Ausgrabungen oder Umbettungen führen könnte“. Der Fall wird nun in der nächsten Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht fortgeführt.

Uwe Driest

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