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Rügen Viele Bürger wollen beide Lösungen
Vorpommern Rügen Viele Bürger wollen beide Lösungen
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07:59 01.12.2018
Zum zweiten Mal diskutierten Sassnitzer Bürger über den neuen Königsweg. Quelle: Uwe Driest
Sassnitz

„Der ehrlichste Umweltgedanke wäre für mich, dass wir uns den Königsstuhl eben von der Seite ansehen, wenn es nicht mehr anders geht“, fand eine Teilnehmerin der Veranstaltung im bereits weihnachtlich geschmückten Sassnitzer E-Werk. Zum zweiten Mal hatte Frank Kracht am Donnerstag zur Einwohnerversammlung geladen, um gemeinsam mit Fachleuten über die Planungen für den sogenannten „Königsweg“ zu informieren, der einmal den Besuch des Wahrzeichens am Königsstuhl möglich machen soll (die OZ berichtete). Etwa 30 Sassnitzer folgten der Einladung ihres Bürgermeisters. Die hatten zunächst vor allem technische Fragen mitgebracht. Ob ausreichend Erfahrung beim Bau auf Kreide vorhanden sei, wie lange der Bau dauern werde, ob eine leichtere Variante aus Aluminium angedacht sei, wie viele Bäume fallen müssten oder „bis zu welcher Windstärke der Rundweg betretbar sein wird, ohne dass einem schlecht wird?“, wollten die Bürger wissen.

Er rechne mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr, antwortete Carsten Schwarzlose von der BIG-Städtebaugesellschaft. Fallen müssten 18 – bis auf eine betagte Buche – überwiegend junge Bäume. Erfahrungen mit dem schwierigen Untergrund seien ausreichend vorhanden. Insgesamt wäre aber die Kreide weniger das Problem. „Stattdessen rechnen wir mit erheblichen Windangriffen“, so Schwarzlose. Deswegen würde das Modell unter dynamischen Bedingungen im Windkanal getestet. Der heutige Zustand des Königsstuhls sei weder verkehrssicher noch barrierefrei. „Das Objekt nicht mit Kinderwagen oder Rollstühlen besuchen zu können, ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Der Sassnitzer Burkhard Perleberg fragte nach den Eigentumsverhältnissen, „die offenbar ermöglichen, dass im Nationalpark gebaut werden darf?“ Die Antwort musste Kracht an diesem Abend schuldig bleiben und lud interessierte Bürger ein, gemeinsam im Liegenschaftsamt der Stadt Einsicht zu nehmen. Der Versuch des Bürgermeisters, das Thema „Abstieg von der Steilküste“ nicht zu besprechen, gelang indes nicht. Den Zusammenhang beider Themen erkannte auch Henry Lübke. „Sie sehen, dass uns das wirklich bewegt und man hat zumindest den Eindruck, dass Ihnen die aktuelle Entwicklung entgegenkommt.“ Er zähle sich zwar eher zu den Befürwortern des Königswegs, würde sich aber beide Möglichkeiten wünschen. „Sie bauen ein Riesen-Projekt und schaffen es nicht, eine Leiter an die Steilküste zu stellen“, monierte der gebürtige Sassnitzer.

Der ehemalige Lohmer Bürgermeister Jörg Burwitz ist erklärter Befürworter der Wiederherstellung eines Abstiegs und wollte wissen, warum die Bevölkerung nicht früher in die Diskussion eingebunden worden wäre. „Ich finde es befremdlich, dass das Thema erst von einem Dreivierteljahr an die Öffentlichkeit drang.“ Tatsächlich habe es erste Überlegungen zu dem Projekt bereits 2011 gegeben, bestätigte der Bürgermeister. Bedenken zu einer möglichen finanziellen Belastung für die Stadt durch das sieben Millionen Euro teure Vorhaben konnte er aber weitgehend zerstreuen. Das Projekt werde zu 90 Prozent vom Wirtschaftsministerium gefördert und für den verbleibenden Eigenanteil werde noch nach Entlastung für die Stadtkasse gesucht. Auch die Folgekosten sollen – wie im Fall der ehemaligen Waldhalle – durch den Abschluss von Nutzungsverträgen auf Betreiber übertragen werden. „Ich werde nicht in Verantwortung für etwaige Sicherungspflichten eintreten“, so Kracht. Den Befürwortern eines Abstiegs am Königsstuhl stellte der Bürgermeister eine Gesprächsrunde mit Umweltminister Till Backhaus (SPD) für Anfang kommenden Jahres in Aussicht. „Ich werde den Minister darüber informieren, dass es wirklich Redebedarf gibt“, meinte Kracht.

Uwe Driest

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