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Rügen Stresower krönen ihr „Verräterhaus“
Vorpommern Rügen Stresower krönen ihr „Verräterhaus“
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00:00 13.04.2013
Es ist vollbracht: Zimmermeister Martin Gebler hat den symbolischen letzten Nagel im Dachstuhl des Verr�terhauses in Gro� Stresow eingeschlagen. Quelle: Udo Burwitz

Groß StresowSchlachtgetümmel in Groß Stresow. Gestern Nachmittag griffen Dorfbewohner zu den Messern. Allerdings nur am Buffet, um eine erfolgreich geschlagene Schlacht zu feiern. Dem Wiederaufbau des so genannten Verräterhauses sind die Stresower ein ganzes Stück näher gekommen. Gestern konnte der Neubau gekrönt, das Richtfest gefeiert werden.

In dem rügentypischen Gebäude, das nach dem Fachwerk ein Rohrdach und ausgemauerte Wände mit alten, von Dorfbewohnern selbst geworbenen Ziegelsteinen bekommen soll, wollen die Stresower den Inselgästen künftig ihre Geschichte in einer Ausstellung zeigen. Außerdem soll es das Gemeinschaftshaus für die Stresower werden. „Das Verräterhaus erinnert an das für unser Dorf geschichtsträchtigste Datum, den 15. November 1715“, betonte Dr. Adolf Rohner, Aktivist der Groß Stresower Bürgerinitiative, in seiner Festrede. Damals landete die preußisch-dänische Flotte unter Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. in Stresow, die Truppen vertrieben die Schweden von Rügen. Das so genannte Verräterhaus soll den Überlieferungen nach dabei eine große Rolle gespielt haben. Dem siegreichen Feldherren wurde in Stresow ein Denkmal gesetzt, die so genannte Preußensäule. 1991 wurde sie wegen drohender Einsturzgefahr demontiert. „Weil sie 22 Jahre danach immer noch nicht wieder steht, waren wir uns einig: Wir müssen ein Zeichen setzen, Staatsapparat und Denkmalpflege klar machen, dass es Initiativen gibt, die dafür streiten“, erinnerte Rohner. Die zündende Idee kam Stresowern bei einer Radtour Richtung Mönchgut. In Altensien entdeckten sie das von der Gemeinde Sellin initiierte Mühlenprojekt, ein Gebäudeensemble, in dem Gäste mehr über die Tradition des Müllerhandwerks erfahren. Ein Vorhaben, das mit Fördergeld aus dem Leader-Programm umgesetzt werden konnte. Rohner: „Das Altensiener Gerätehaus ist unser Vorbild.“

Das Stresower Modell heißt Verräterhaus. Auch für das bekommen die Stadt Putbus als Vorhabensträger und die Stresower Bürgerinitiative Fördergeld aus dem Leader-Programm, 100 000 Euro. Bereits im Juni sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Die Einweihung des insgesamt 120 000 Euro teuren Hauses ist — typisch Stresower — auf das geschichtsträchtige Datum im Dorf gelegt, den 15.

November dieses Jahres.

Bettlaken auf dem Dach

1715 bei der Seeanlandung soll der Überlieferung nach ein Groß Stresower mit Bettlaken auf seinem Hausdach der Flotte unter Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. den Weg durch den Rügischen Bodden und an Land gewiesen haben. Die Schweden wurden damals nur vorübergehend von Rügen vertrieben, das Haus des Stresowers bekam den Beinamen „Verräterhaus“. Das Original wurde vor Jahrzehnten abgerissen.
39 Einwohner zählt Groß Stresow aktuell. Allesamt sind sie sehr geschichtsbewusst und engagieren sich für das neue „Verräterhaus“.

Udo Burwitz

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