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Sturz aus 70 Metern: Todesdrama an der Steilküste Jasmunds

Sassnitz Sturz aus 70 Metern: Todesdrama an der Steilküste Jasmunds

Eine 49-jährige Frau aus Schleswig-Holstein ist unter ungeklärten Umständen in die Tiefe gestürzt / Experten warnen vor dem Betreten der Kliffkanten

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Ingolf Stodian Leiter Nationalpark

Sassnitz. Eine Frau aus Schleswig- Holstein ist an der Steilküste Jasmunds tödlich verunglückt. Die 49-Jährige war am Donnerstag in den Abendstunden an der Steilküste, vier Kilometer nördlich von Sassnitz unterwegs, als sie aus noch ungeklärter Ursache in die Tiefe stürzte. Sie konnte nur noch tot vom Ufer geborgen werden. Erschwert wurden die Bergungsarbeiten durch die Unzugänglichkeit des Geländes. „Vom oberen Ufer aus konnten die Rettungskräfte die Unglücksstelle nicht erreichen“, sagte der Wehrleiter der Feuerwehr Sassnitz, Sven Teschulat. „Vom Strand aus ist der Unglücksort nur durch einen rund fünf Kilometer langen Fußmarsch zu erreichen.“ So erfolgte die Bergung der Leiche schließlich von See aus durch die Wasserschutzpolizei.

OZ-Bild

Eine 49-jährige Frau aus Schleswig-Holstein ist unter ungeklärten Umständen in die Tiefe gestürzt / Experten warnen vor dem Betreten der Kliffkanten

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Warum die Frau die Küste hinunterstürzte, ist noch nicht klar, die Kripo Stralsund hat die Ermittlungen aufgenommen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es keine Hinweise, die auf eine Straftat schließen lassen, ein Suizid könne nicht ausgeschlossen werden. Einen Kreideabbruch an der Küste, wie er in den vergangenen Jahren immer wieder an der Küste Jasmunds vorkam, hat es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben.

Die Absturzstelle liegt unmittelbar an der berühmten Ernst-Moritz-Arndt-Sicht im Nationalpark Jasmund. Hier fällt die Kreideküste rund 70 Meter steil ins Meer. Fakt ist, dass sich die 49-Jährige hier nicht hätte aufhalten dürfen — der Aussichtspunkt ist seit 2011 gesperrt. „Die Gefahr von Abbrüchen ist uns an dieser Stelle viel zu hoch“, sagt der Leiter des Nationalparks, Ingolf Stodian. Daher weist auch ein großes Warnschild mit der Aufschrift „Abbruchgefahr“ auf das Risiko hin. Abgezäunt war die Absturzstelle nicht, das sei aufgrund der Länge der Kreideküste nicht praktikabel. „Wir können nicht zehn Kilometer Küste mit einem massiven Zaun sichern“, erklärt Stodian. Auch die Erfahrungen aus der Vergangenheit würden gegen Absperrungen sprechen. „Wir haben immer wieder Zäune aufgestellt. Da wird drübergeklettert. Wir bekommen die Besucher nicht gehalten“, klagt der Nationalparkchef. Zudem stehe der Nationalpark vor einem juristischen Dilemma. „Wenn wir einen Zaun ziehen, sind wir für den Bereich bis zum Zaun haftbar“, sagt Stodian. „Man kann aber nie sagen, ob nicht ein Kreideabrutsch auch den Zaun mitreißt.“

Daher setzt man im Nationalpark auf Information und die Sensibilisierung der Besucher. Im Park sind rund 60 Warnschilder, Infotafeln und Gefahrenhinweise angebracht, die über mögliche Küstenabbrüche aufklären und die Besucher auffordern, auf den Wegen zu bleiben. „An jedem Weg in den Nationalpark, an jedem Parkplatz stehen diese Hinweise, zum Teil auch mehrsprachig“, so Stodian. „Der Naturraum an der Steilküste ist sehr schön, aber auch gefährlich wenn man sich nicht an die ausgewiesenen Wege hält.“ Trotzdem versucht man im Nationalpark, die besonders sensiblen Bereiche unerreichbar zu machen. Die Trampelpfade, die zur Ernst-Moritz-Arndt- Sicht führen, haben die Nationalparkmitarbeiter erst vor wenigen Monaten mit Totholz versperrt. Doch ohne Erfolg. Wenig später habe man neue Wege im Gebüsch sehen können.

Wie unberechenbar die Steilküste ist, zeigte sich in den vergangenen Jahren immer wieder. Traurigster Fall war sicherlich der Tod der 10-jährigen Katharina, die Ende 2011 von herabrutschenden Erdmassen verschüttet wurde und später tot angespült wurde. Auch in den Jahren 2012, 2014 und vor wenigen Wochen waren an der Steilküste größere Mengen Erdreich abgerutscht.

Warnhinweise zur Steilküste

Besonders in den Jahreszeiten mit viel Niederschlägen und Schneeschmelze besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit von Hangrutschungen an den Steilküsten Rügens. Deshalb gilt:

Absperrungen und Warnhinweise befolgen, auf den Wegen bleiben.

Auf keinen Fall bis an die Kliffkante gehen — Abstand zur Steilküste halten!

Am Fuß von Steilufern ist besonders im Winter und Frühjahr mit Abbrüchen zu rechnen. Daher wird empfohlen, diese Bereiche während dieser Zeit ganz zu meiden.

Von Anne Ziebarth

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