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Rügen Schnüffelnasen können Leben retten
Vorpommern Rügen Schnüffelnasen können Leben retten
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07:11 06.12.2018
Silvio Rohde-Habermann probt mit seinem Hund für den Ernstfall. Die Rettungshundestaffel Jasmund Rügen bekommt regelmäßig Einsatzanfragen von der Polizei. Quelle: Christine Zillmer
Sassnitz

Border Collie Finnja sucht ein vermisstes Mädchen, nimmt Fährte auf und springt zusammen mit Landeseinsatzleiter Silvio Rohde-Habermann (40) ins Boot am Kreidesee bei Sassnitz. So oder so ähnlich laufen die Einsätze der Rettungshundestaffel ab. In diesem Fall handelt es sich um eine Übung. Ernstfälle gibt es allerdings genug. Als Mitbegründer des Vereins „Rettungshundestaffel Jasmund Rügen“, der seit 2015 existiert, bekommt Silvio Rohde-Habermann regelmäßig Einsatzanfragen aus der Leitstelle der Polizei in Neubrandenburg. „Wir erhalten Anrufe und werden losgeschickt, um Personen zu finden. Kinder, Jugendliche oder Erwachsenen, die spurlos verschwunden sind“, erzählt der Rügener. Darauf folgten Suchaktionen auf Rügen und im ganzen Land. „Wir können Menschen helfen“, sagt der Hundefreund. Das sei ihm wichtig und motiviere ihn und sein Team am Ball zu bleiben für den ehrenamtlichen Zeitaufwand. „Ein Hund wird nicht einfach so zum Rettungshund und unsere Vereinsmitglieder müssen regelmäßig vorgebildet werden.“

Angefangen hat die Liebe zur Arbeit mit Dackel Jacky. Silvio Rohde-Habermann erinnert sich: „Ich ging damals noch zur Schule in Sassnitz, mein Vater arbeitet als Polizist auf Rügen.“ Seine Kollegen fanden zwischen Sagard und Samtens einen kleinen verwahrlosten und herrenlosen Hund. „Es fand sich kein Besitzer und wir mussten davon ausgehen, dass der Dackel ausgesetzt wurde.“ Die Familie nahm den Hund auf und kümmerte sich ab diesem Zeitpunkt. „Das war mein erster Kontakt zu einem Hund. Nach meiner Heirat 2010 kamen dann Border-Collie Leo und ein Jahr später Finnja dazu. „Mittlerweile gibt es noch unseren kleinen Terrorzwerg Ora in der Familie“, sagt Rohde-Habermann stolz. Das Paar wohnt in Sassnitz und organisiert aus dem heimischen Wohnzimmer Vereinsarbeit und Rettungseinsätze. Alle drei Hunde werden regelmäßig trainiert in der Flächensuche von vermissten Personen. „Begonnen haben wir 2010 mit der Ausbildung auf Rügen und in Stralsund, dann fuhren wir regelmäßig nach Neubrandenburg, um die notwendigen Fähigkeiten zu trainieren.“

„Ein Hund braucht einfach eine sinnvolle Aufgabe, wir lernen, das Tier zu verstehen und geben im etwas zu tun.“ Die Nase wird konditioniert, es wird geübt, wie sich der Hund verhält, wenn er eine Person findet und die Kommandos müssen sitzen, wie zum Beispiel ‚Such’ und Hilf‘, um im Ernstfall zu hören. Alle 18 Monate finden Prüfungen mit den Hunden statt. „Wir fuhren regelmäßig nach Neubrandenburg und schlossen uns dort einer Gruppe an.“ Über die Jahre war Silvio Rhode-Habermann und seiner Frau Nicole der Weg zu weit. „Wir entschieden uns dafür, einen eigenen Verein zu gründen und somit unseren Ausgangspunkt nach Rügen zu verlegen“, erzählt der Hundeführer. Seit 2015 organisiert sich der Verein auf der Insel, nimmt an Messen teil und trainiert mit den Tieren im Wald, an Seen oder auf dem Feld. Silvio Rohde-Habermann führt nebenbei ein ganz normales Leben. Er ist gelernter Holzbaufachwerker, arbeitete später für zwölf Jahre in der Gebäudereinigung und verdient seine Brötchen seit nunmehr sechs Jahren als Monteur im Heizungs-, Lüfungs- und Sanitärbereich. „Ich bin viel unterwegs im Land, fahre ständig von Baustelle zu Baustelle. Meine Frau kümmert sich zu Hause um die Hunde und den Verein und ohne unsere Mitglieder, die uns tatkräftig unterstützen, könnte ich das alles gar nicht schaffen.“ Es gelte an dieser Stelle einfach auch mal Danke zu sagen. Aktuell arbeitet die Rettungshundestaffel Jasmund Rügen eng mit Kollegen aus Polen zusammen. „Erfahrungsaustausch ist alles“, sagt Silvio Rohde-Habermann.

Christine Zillmer

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