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Tests für Retter auf vier Pfoten

Baabe Tests für Retter auf vier Pfoten

Hundestaffeln aus ganz Deutschland absolvierten am Wochenende auf Rügen ihre Prüfungen.

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Der Rettungshund „Molly“, ein dreijähriger Beagle-Mischling, gehört der Hundeführerin Maria Jenny Lenz von der Johanniter-Rettungshundestaffel Rügen. Bei der Prüfung am Sonnabend musste das Tier eine gesuchte Person finden und verbellen.

Quelle: Dieter Lindemann

Baabe. Rettungshundestaffeln aus ganz Deutschland haben am zurückliegenden Wochenende auf Rügen ihre zentralen Prüfungen abgelegt. Insgesamt traten 31 der aus Vier- und Zweibeinern bestehenden Mannschaften vor die Prüfer. Die meisten Teams hatte die Johanniter-Unfallhilfe entsandt, lediglich drei kamen vom Deutschen Roten Kreuz. Sie alle mussten in verschiedenen Disziplinen antreten, um zu beweisen, dass sie im Ernstfall einsatzbereit sind.

„Eine Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei Jahre und wird mit einer Rettungsprüfung abgeschlossen“, erklärte Jana Simon aus Baabe. Alle 18 Monate müsse diese Prüfung aufgefrischt werden, ergänzte die Leiterin der Johanniter-Hundestaffel Stralsund/Rügen. Dass die Wahl als Prüfungsort erstmals auf Rügen fiel, hat mit den guten Erfahrungen der Hundeführer aus dem vergangenen Jahr zu tun. Damals gab es auf der Insel eine Übung, an der Staffeln aus ganz Norddeutschland teilnahmen. „Alle waren von den Bedingungen hier vor Ort, von der Unterbringung im Selliner Landschulheim und dem zweckmäßigen Ausbildungsgelände so angetan, dass wir diesmal die zentralen Prüfungen ausrichten durften“, so Simon.

Die bestehen aus mehreren Teilen. So wird im theoretischen Part unter anderem das Wissen über die Erste Hilfe abgefragt. Aber auch Kenntnisse über das Verhalten des Hundes, über die Orientierung im Gelände und zur Unfallprävention müssen nachgewiesen werden. Mit dem praktischen Teil wurde auf einem Parkplatz begonnen. Dort ging es darum, wie gehorsam der jeweilige Hund ist. Dessen Spürnase war am Sonnabendnachmittag in der Baaber Heide gefragt. „Flächensuche“ stand auf dem Programm. Dass sie die beherrscht, stellte die Belgische Schäferhündin „Chica“ unter Beweis. Ihr Frauchen, Alexandra Busemann, ist stellvertretende Leiterin der Johanniter-Rettungshundestaffel Stralsund/Rügen und Hundeführerin in der Rettungsstaffel Stralsund. „Chica“ ist nicht ihr einziger Vierbeiner. „In unserer Familie haben wir vier Hunde: einen Französischen Schäferhund, einen Drahthaar-Jagdhund und zwei Belgische Schäferhunde“, erzählte die Besitzerin. Der Vierte im Bunde, einer der Belgischen Schäferhunde, ist erst elf Wochen alt und darf als Welpe noch rumtollen wie er mag. Die „Großen“ haben jedoch Aufgaben zu erfüllen. „Zwei meiner Hunde können die Flächenprüfung vorweisen und der Jagdhund hat die Trümmerprüfung bestanden.“ Am Wochenende war sie mit der Belgischen Schäferhündin nach Rügen gekommen, um mit ihr an der Flächenprüfung teilzunehmen und den entsprechenden Eignungstest zu erneuern.

Dafür haben beide hart trainiert. Die zahllosen Stunden der Ausbildung und der Einsätze der achtjährigen „Chica“ spiegelten sich in den Prüfungen wider. Frau und Hund absolvierten die Aufgaben wie ein eingespieltes Team. Nennenswerte Fehler traten nicht auf. Die Suche nach zwei Menschen, die sich in dem unwegsamen Gelände der Baaber Heide versteckten, war für „Chica“ und ihr Frauchen nach sechs Minuten und 45 Sekunden erfolgreich zu Ende — und das auf einem 30 000 Quadratmeter großen Gelände. Nach dem Auffinden hatte die Hundeführerin Erste Hilfe zu leisten und über Funk die Rettungsleitstelle zu informieren. Die Prüfer Dirk Fellechner aus Lübeck und Carmen Dublitz aus Hannover waren sich einig: In der Verweisprüfung bekam das Stralsunder Team die Note 1, für Gehorsam und Flächenarbeit gab es eine Zwei. „Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagte Alexandra Busemann. Sie könne — gemeinsam mit ihrem Hund — weiterhin die ehrenamtliche Arbeit in der Johanniter-Rettungshundestaffel ausüben. So erfolgreich waren nicht alle. Acht von 17 Diensthundeführern bestanden die Prüfung am ersten Tag nicht.

Gestern absolvierten die Trümmerhunde ihre Prüfungen in Göhren. Erst war auf dem Übungsplatz ihre Gewandtheit gefragt, anschließend ihre Spürnase bei der Suche nach drei vermeintlichen Opfern in einem Abrisshaus. Der Such- und Trümmerhund „Buck”, ein neunjähriger Border Collie, war unter der Leitung seiner Hundeführerin Uta Kielau aus Büchen erfolgreich. Er fand alle drei „Verschütteten“ und zeigte seinem Frauchen die Fundorte durch Verbellen an. Ganz klar: Auch dieses Team bestand die Prüfung und kann weiter ehrenamtlich in der Rettungshundestaffel arbeiten.

Vierbeiner ersetzt bis zu 50 zweibeinige Helfer

27 Alarmierungen und 14 Einsätze gab es im vergangenen Jahr für die Johanniter-Rettungshundestaffel Stralsund/ Rügen. In erster Linie ging es darum, vermisste Menschen zu finden.


Die Rettungshundestaffel besteht seit elf Jahren und gegenwärtig aus 13 Hundeführern mit ausgebildeten Such- und Trümmerhunden. Eingesetzt werden die Teams in ganz Mecklenburg- Vorpommern.



Ein Hund ersetzt in der Fläche etwa 40 bis 50 Helfer und kann in 15 Minuten bis zu 30 000 Quadratmeter absuchen.



Rettungshunderassen gibt es nicht. Entscheidend ist der Charakter. Ein Rettungshund sollte leistungsstark, aufgeschlossen, körperlich gesund, nervenstark und lernfreudig sein.

 



Dieter Lindemann

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Baabe
Der Rettungshündin  „Molly“, ein dreijähriger Beagle-Mischling von  Hundeführerin Maria Jenny Lenz aus der Johanniter-Rettungshundestaffel Rügen, fand bei der bundesdeutschen Rettungshundeprüfung in Baabe die gesuchte Person und verbellte sie.

Mehr als 30 Mannschaften aus ganz Deutschland nahmen an den zentralen, bundesdeutschen Prüfungen in Baabe statt.

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