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Theater-Berater in Vorpommern verrechnen sich um Millionen

Greifswald Theater-Berater in Vorpommern verrechnen sich um Millionen

Gutachter setzten viel zu hohe Kosten an. Dennoch sollen 102 Stellen wegfallen.

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Kultusminister Mathias Brodkorb

Greifswald. Panne bei der von der Landesregierung vorangetriebenen Theaterreform: Die von Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) beauftragte Münchener Unternehmensberatung Metrum hat sich in ihrem Machbarkeits-Gutachten zur angestrebten Fusion des Theaters Vorpommern und der Theater und Orchester GmbH in Neubrandenburg und Neustrelitz (TOG) um mehr als zwei Millionen Euro verrechnet.

Aufgedeckt hat den Fehler der Greifswalder Mathematiker und Bürgerschaftsabgeordnete Ulrich Bittner (Grüne). Demnach werde die finanzielle Situation des Theaters Vorpommern in dem Gutachten deutlich schlechter dargestellt, als sie in Wirklichkeit ist.

Bei der Berechnung der Ausgaben des Theaters Vorpommern mit seinen Standorten in Greifswald, Stralsund und Putbus hätten die Gutachter für den Zeitraum von 2017 bis einschließlich 2019 etwa 1,8

Millionen Euro zu viel angegeben, kritisierte die Grünen-Landtagsabgeordnete Ulrike Berger.

Grund sei, dass einzelne Posten, beispielsweise bei den Personalkosten, mehrfach miteinander addiert worden sind. Zudem habe Metrum bei einer ähnlichen Aufstellung für die TOG um 257 000 Euro daneben gegriffen.

Brodkorb räumte die millionenschwere Abweichung gestern ein und sprach von „einem Formelfehler“ bei Metrum. Dennoch ändere der Fehler der Unternehmensberater — die bislang fast 120 000

Euro für das Gutachten kassierten — nichts daran, dass am Theater Vorpommern sowie an der TOG bis 2020 insgesamt 102 Stellen abgebaut und 5,8 Millionen Euro an Personalkosten eingespart werden müssten.

Allerdings kann dieser Prozess bis zum Jahr 2020 nun langsamer erfolgen. Der Zeitdruck für Einsparungen ist geringer, weil die roten Zahlen, in die das Theater Vorpommern ab 2017 rutschen wird, weniger sprunghaft ansteigen, als die Gutachter berechnet hatten. „Die Daten werden jetzt korrigiert“, sagte Brodkorb.

Bei der Umsetzung der Theaterreform drückt das Land indes weiter aufs Tempo. Noch in diesem Jahr sollen die Hansestädte Stralsund und Greifswald eine entsprechende Zielvereinbarung unterzeichnen.

Andernfalls droht Brodkorb damit, zehn Prozent der Theaterzuschüsse einzubehalten. Greifswalds Oberbürgermeister Arthur König (CDU) hält diesen Zeitplan für unrealistisch. Im Fall einer Theater-Fusion müssten sechs Kommunalparlamente beteiligt werden, was in vier oder acht Wochen nicht zu schaffen sei, sagte König. Seite 2

Koalitionspartner CDU kritisiert Theaterpläne
Die Theaterpolitik des Landes hat nach Ansicht des kulturpolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion, Marc Reinhardt, ihre Ziele verfehlt. „Insgesamt wurde das Ziel, künstlerische Qualität bei finanzieller Verknappung zu erhalten, aus meiner Sicht nicht erreicht“, sagte Reinhardt. Der finanzielle Druck, unter den die Theater gekommen seien, sei politisch gewollt gewesen. Doch habe dessen Ziel, die Standorte zu künstlerischer und organisatorischer Kooperation zu bewegen, nur an manchen Orten funktioniert.

 



Benjamin Fischer

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Greifswald
Der Kultusminister von Mecklenburg-Vorpommern, Mathias Brodkorb (SPD), räumte die millionenschwere Abweichung ein und sprach von „einem Formelfehler“ bei Metrum. Dennoch ändere dieser nichts daran, dass am Theater Vorpommern sowie an der TOG bis zum Jahr 2020 insgesamt 102 Stellen abgebaut werden müssen.

Die Gutachter setzen viel zu hohe Kosten an. Dennoch sollen 102 Stellen an den Spielstätten in Vorpommern wegfallen.

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