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Tierpark in Sassnitz wegen Vogelgrippe gesperrt

Sassnitz Tierpark in Sassnitz wegen Vogelgrippe gesperrt

Infiziertes Tier in der Anlage am Steinbachweg gefunden

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„Geflügelpest! Unbefugten Zutritt verboten!“ steht auf einem Schild am Eingang des Sassnitzer Tierparks. Der wurde nach dem Fund eines mit dem Vogelgrippe-Virus infizierten Tieres geschlossen. FOTO: UDO BURWITZ

Sassnitz. . Der Schutz vor dem hochgefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N8 zwingt Sassnitz zu drastischen Maßnahmen. Dort ist ein Besuch des einzigen Tierparks auf Rügen zurzeit unmöglich. Die Anlage ist gesperrt. „Wir mussten den Tierpark nach einem bereits bestätigten Fall von Vogelgrippe auf Anordnung schließen“, sagt Bürgermeister Frank Kracht (parteilos).

Von dem Vogelgrippe-Fall ist der Tierpark nach Angaben des Bürgermeisters selbst betroffen. In der Anlage, die mit ihrem Teich für Wassergeflügel und dessen Fütterung auch Wildvögel anzieht, sei ein verendetes Tier entdeckt und inzwischen untersucht worden. Der Verdacht habe sich bestätigt. „Der Vogel war mit dem hochgefährlichen Virus infiziert“, so Kracht. Der Landkreis Vorpommern-Rügen reagierte sofort und erließ eine Tierseuchenverfügung zur Festsetzung eines Sperrbezirkes. Zu dem gehört nicht nur das Tierpark-Gelände. Zu dieser Sperrzone zählen das gesamte Stadtgebiet von Sassnitz, die Ortsteile Dargast, Werder und Buddenhagen sowie der See am Kreideabbaufeld nördlich von Dargast, der sich bereits auf dem Territorium der Nachbargemeinde Sagard befindet.

„Wir als Stadt haben sofort die mit dieser Verfügung verbundenen und strengen Schutzmaßnahmen ergriffen“, betont Frank Kracht. Federführend – auch bei der Kontrolle – sei zwar das Veterinäramt des Landkreises. Das städtische Ordnungsamt leiste aber tatkräftige Unterstützung. Und natürlich die Mitarbeiter des Tierparks. „Den haben wir gleich zu Wochenbeginn geschlossen“, so der Bürgermeister.

Sämtliche Vögel in der Anlage am Steinbachweg seien eingestallt beziehungsweise Volieren mit Schutzvorrichtungen ausstaffiert worden, die einen Kontakt mit Wildvögeln verhindern.

Die erteilten Auflagen zum Schutz vor der Geflügelpest gehen im Tierpark sogar noch weiter. Der Bestand müsse teilweise sogar reduziert werden, sagt Frank Kracht. „Alle Tiere, die direkten Kontakt mit dem Teich der Anlage hatten, müssen getötet werden.“

Wann ein Besuch des Tierparks wieder möglich ist, kann er nicht sagen. „Das ist zurzeit völlig offen. Schließlich hat unsere Region bisher erst ein Zehntel der zu erwartenden Zugvögel aus dem Norden erreicht.“

Die Vogelgrippe breitet sich mit dem weiteren Zustrom dieser Vögel im Landkreis Vorpommern-Rügen weiter aus. „Es gibt immer mehr erkrankte Wildvögel. Die Meldungen aus der Bevölkerung lassen nicht nach“, sagte Kreissprecher Olaf Manzke gestern.

Deswegen hat sich die Verwaltung dazu entschlossen, nahezu alle Gebiete in Vorpommern-Rügen, die sich nördlich der B105 befinden, zum Beobachtungsgebiet zu erklären. Eine genaue Auflistung der betroffenen Gemeinden ist auf der Internetseite des Landkreises einsehbar. Bewohner des Beobachtungsgebietes dürfen ihre Katzen und Hunde nicht frei herumlaufen lassen. Geflügel muss in Ställen untergebracht werden. Gehaltene Vögel dürfen nicht aus dem Gebiet entfernt werden.

Außerdem wurden neben Sassnitz und dem Umland weitere Orte im Kreis zu Sperrbezirken erklärt. Dazu zählen unter anderem die Ortsteile Kinnbackenhagen, Batevitz und Bisdorf der Gemeinde Groß Mohrdorf.

Barhöft und Klausdorf sind ebenfalls betroffen. In den Sperrbezirken herrschen noch strengere Regeln: Gehaltene Vögel, Bruteier und Fleischerzeugnisse dürfen den Sperrbezirk nicht verlassen. Die Jagd auf Federwild ist untersagt. Tierhalter müssen vor ihren Geflügelställen Hygienematten auslegen. Betriebsfremde Personen dürfen die Anlagen nicht mehr betreten, mit Ausnahme des Tierarztes und Mitarbeiter der Seuchenbekämpfung.

Udo Burwitz und Alexander Müller

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