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Rügen Tod auf der Koppel: Polizei will Ereignis rekonstruieren
Vorpommern Rügen Tod auf der Koppel: Polizei will Ereignis rekonstruieren
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00:00 11.04.2013
Der Tod auf der Koppel macht die kleine Ansiedlung Dummertevitz schlagartig bekannt. Im Hintergrund der Hof der betroffenen Familie. Quelle: Picasa
Dummertevitz

Freunde, Verwandte und auch die Gemeinde Lancken-Granitz trauern. „Es ist eine Tragödie. Von Autounfällen liest man öfter, aber auf so etwas kann man nicht vorbereitet sein“, sagte Bürgermeisterin Henny Hoffmann. „Besonders nicht, weil sie die Tiere gut kannten. Sie hatten diese schon länger auf ihrem Gehöft.“ Die Bürgermeisterin wohnt selbst in der Ansiedlung Dummertevitz, wo Dienstagabend eine 52-Jährige auf der Koppel offenbar nach einer Kuh-Attacke ums Leben gekommen war. „Als mir die Feuerwehr von dem Vorfall am Telefon berichtete, war ich sehr erschrocken. Dummertevitz ist sehr klein. Wir kennen alle den betroffenen Ehemann und sorgen uns um ihn. Jeder will helfen, wenn ich persönlich helfen kann, will ich das als Nachbar tun, nicht als Bürgermeisterin.“

Die Polizei versucht derzeit, den Vorgang zu rekonstruieren. „Die Familie hatte zwei weibliche Fleischrinder“, sagt Antje Unger von der Polizeiinspektion Stralsund. „Von einem wurde die Frau angegriffen.“ In einer Obduktion soll überprüft werden, ob die tödlichen Wunden wirklich von der Kuh stammen. Dafür war von einem der Tiere für Untersuchungszwecke ein Horn abgesägt worden.

Auf dem Gehöft lagen gestern die zwei toten Kühe. Sie waren Zeugnisse der unfassbaren Tragödie. Nachdem der Ehemann laut Stralsunder Polizeiinspektion seine tote Frau am Dienstagabend gefunden hatte, ließ er die Rinder von einem Jäger erschießen. Der Mann, der das Gehöft vor über 20 Jahren mit seiner Frau erwarb, konnte und wollte über das Geschehene gestern noch nicht sprechen. „Es ist ein sehr tragischer Unfall“, sagte hingegen ein Freund des Betroffenen. „Ich komme oft her, auch um beim Vieh zu helfen. Den Fußspuren nach wollte die Frau die Kühe wieder einfangen. Dabei muss ein Tier ausgeflippt sein. Beide Kühe wurden bereits hingerichtet.“

Ein Bauer, dessen Land an die Kuhweide grenzt, auf der die Frau ums Leben kam, versuchte das Verhalten der Tiere zu erklären. „Kühe sind nicht aggressiv“, sagte er. „Da gibt es auch keine bestimmten Rassen, die vielleicht gefährlicher wären als andere. Vor Jahren gab es einen ähnlichen Fall in Rostock. Wenn Kühe allerdings ihr Kalb beschützen wollen, sind sie zu allem fähig. In solchen Fällen spricht man vom Mutterinstinkt.“

Dummertevitz
9 Ortsteile hat die Gemeinde Lancken-Granitz, die vom Amt Mönchgut-Granitz mit Sitz in der Gemeinde Baabe verwaltet wird. Dazu gehören: Lancken-Granitz, Blieschow, Burtevitz, Garftitz, Gobbin, Neu Reddevitz, Preetz und Zarnekow und Dummertevitz.

In dem kleinen Dorf nahe des Boddens und abseits der Touristenströme, in dem nur wenige Häuser stehen, geschah am Dienstagabend das Unglück. Eine 52-Jährige Frau wurde anscheinend von ihrer eigenen Kuh angegriffen und starb.

Kay Steinke

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