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Rügen Topf und Kelle statt Plastikförmchen
Vorpommern Rügen Topf und Kelle statt Plastikförmchen
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00:00 15.08.2016

Luisa und Bruno sitzen im Sandkasten. Bruno schwingt eine grüne Suppenkelle, Luisa lutscht an einem Löffel. Nach einer Weile zieht sie sich einen leeren Eierkarton heran und beginnt, mit dem Löffel Sand hineinzuschaufeln. Sandförmchen aus Plastik sucht man vergebens, auch andere Spielsachen sind nicht zu sehen. „Das gehört zur Reggio-Pädagogik, nach der wir hier arbeiten“, erklärt Martina Siebeneicher. Sie ist Initiatorin, Leiterin und Vorstandsvorsitzende der Kita Regenbogenhaus in Bergen. Den Reggio-Ansatz hat sie 2006 von einer Studienreise nach Italien mitgebracht.

„Als ich in der Stadt Reggio nell´Emilia in die verschiedenen Häuser und Einrichtungen gegangen bin, habe ich sofort gemerkt, dass ich so arbeiten möchte“, erinnert sich Martina. Sie ist beeindruckt von dem Stellenwert der Kinder in der italienischen Stadt. „Ich werde mein Leben lang nicht vergessen, wie man dort miteinander umgeht. Bambini sind in Reggio alles.“ Und so bringt sie den Ansatz mit nach Rügen, sie und ihre Kolleginnen lassen sich seither regelmäßig in der Reggio-Pädagogik schulen. „Wir sind mit einer engagierten Fachberaterin gesegnet. Ute Bend hilft uns, wo sie kann und organisiert speziell auf uns zugeschnittene Fortbildungen“, lobt Martina.

Die 36 Kinder im Regenbogenhaus in der Gadmundstraße haben also kein Spielzeug, sondern Material, mit dem sie frei spielen können. „Gib einem Kind einen Schuhkarton, zehn Wäscheklammern und eine Handtasche und es wird sich ewig damit beschäftigen können“, erklärt Martina. Alle Gegenstände in der Kita stammen also entweder aus dem Baumarkt, dem Haushalt oder dem gelben Sack. Das Konzept findet Anklang bei den Eltern. So großen, dass es seit September letzten Jahres ein zweites Regenbogenhaus mit 36 Kindern im Stedarer Weg gibt. „Die Eltern mögen die kleinen, überschaubaren Gruppen und tragen unser Konzept mit“, freut sich Martina. In der Kita fallen sofort gedeckte Töne in den Räumen auf. „Wir versuchen, alle Reize runterzufahren. Dazu gehört auch die Vermeidung von schreiend bunten Wänden. Auch Tablets oder Handys sind bei uns nicht erwünscht.“ Mit Anweisungen halten sich die Erzieherinnen zurück. „Wir betrachten uns mehr als Begleiter und helfen den Kindern, die Welt zu entdecken. Es ist toll, auf welche Ideen sie kommen, wenn man sie machen lässt.“

Gaia Born

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