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Rügen Tourismus als Unterrichtsfach
Vorpommern Rügen Tourismus als Unterrichtsfach
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11:16 02.02.2018
Es riecht lecker: Der Hauswirtschaftskurs hat gekocht. Lehrer Jörg Pätz (links) und Schulleiter Andreas Steinbeiß fördern das touristische Profil der Regionalen Schule Binz. Quelle: Gaia Born
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Binz

Aus der Schulküche der Regionalen Schule Binz duftet es verlockend. Die Zwiebeln schmoren in der Pfanne, im Waschbecken wird der Spinat für die Suppe geputzt. Zum Nachtisch gibt es Quarkspeise mit Himbeeren. Die Schüler des Hauswirtschaftskurses freuen sich schon auf das bevorstehende Essen. „Wir haben sogar Fans: Einige Lehrer und Schüler, die gerade Freistunden haben, kommen regelmäßig zum Verkosten vorbei“, freut sich Lehrer Jörg Pätz.

Zufrieden beobachtet er die routinierten Abläufe seiner Schüler. „Dieser Kurs ist wirklich sehr gut organisiert, sie wissen genau, wie sie effektiv arbeiten, ihren Platz sauber halten und welche Reihenfolge beim Kochen Sinn ergibt“, lobt Pätz. Eine kleine Vorbereitung auf das künftige Berufsleben als Koch? „Auch“, lacht Pätz. „Aber die meisten gehen nicht mehr in die Gastronomie. Die Unternehmen sind hier in der Pflicht, bessere Bedingungen für den Nachwuchs zu schaffen.“

Die Regionale Schule Binz ist eine Schule mit touristischem Profil. Naheliegend, meint Schulleiter Andreas Steinbeiß: „Wir sind hier direkt mittendrin, Tourismus lässt sich bei uns hautnah erleben.“

Seit Februar lenkt er die Geschicke der Schule, will gemeinsam mit dem Kollegium frischen Wind in die Schulstruktur bringen. „Wir haben bereits die Schulordnung aktualisiert, Schulabläufe optimiert.“

Dazu gehört, dass nun alle Klassen den Tag um 8.25 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück beginnen. „Seither ist der Start in den Tag viel entspannter – und wir stellen sicher, dass die Schüler gegessen haben und gerüstet sind für die Stunden.“

Mit Beginn des neuen Schuljahres wird es „Fit-and- Fun“-Klassen geben, in denen es pro Woche eine Stunde Sport mehr gibt, Ernährung, Bewegung und Entspannung intensiv in den Fokus genommen werden.

„Das baut unser sportliches Profil weiter aus und ist in den heutigen Zeiten nur konsequent“, meint Steinbeiß. „Die Schüler sollen keine Leistungssportler werden, aber ein aktives Leben ist gut für alle Beteiligten.“

Und auch das touristische Profil möchte Steinbeiß wieder schärfen. „Die Schule kooperiert eng mit der Kurverwaltung und den regionalen Betrieben, damit die Schüler Einblick in alle Bereiche bekommen.“ Die Schule unterstützt die Kurverwaltung zum Beispiel bei den großen Sportevents und darf dafür die kureigenen Einrichtungen nutzen.

Auch Berufe können die Schüler ausprobieren. Sie können ab der 9. Klasse jede Woche in einen von 18 Partnerbetrieben schnuppern. Manche machen sich dort so gut, dass sie schon in der Schulzeit ihren Ausbildungsvertrag in der Tasche haben“, freut sich Steinbeiß. Die Betriebe gehen noch weiter, simulieren für die Schüler Vorstellungsgespräche. „Die Schüler lernen so, wie sie auf andere wirken, wie sie sich richtig verkaufen. Es ist toll, dass wir solche Unterstützung erfahren.“

Gaia Born

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