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Rügen Schäfer: Tourismus muss Pflichtaufgabe werden
Vorpommern Rügen Schäfer: Tourismus muss Pflichtaufgabe werden
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06:05 01.12.2018
Rügens Tourismuschef Kurt Schäfer Quelle: Stefan Pocha
Binz

Das A20-Loch habe Rügen bei den Übernachtungszahlen reingerissen, der heiße Sommer habe dies wieder wettgemacht, blickt Knut Schäfer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Rügen e. V., auf das Jahr zurück. Trotzdem: Das Wachstum stagniere. Andere Regionen würden hingegen zulegen. Rügen muss etwas tun. „Wir können uns nicht auf dem Erreichten ausruhen, Entwicklung heißt Veränderung. Wir müssen die neuen Herausforderungen annehmen“, so Schafer. Er gab beim diesjährigen Tourismustag in Binz das Startsignal für eine Qualitätsoffensive.

Wie viel Qualität steckt in Rügen?“. Die Antwort lasse sich längst nicht mehr nur anhand von Übernachtungszahlen bemessen, weiß der Rügener Tourismuschef. Wichtig sei, dass sich Qualität flächendeckend über die ganze Insel ziehe, ein einheitliches Bild zeige. Doch um Infrastruktur vorzuhalten oder hochkarätige Veranstaltungen anzubieten, fehle manchen Gemeinden das Geld. Vor allem jenen Kommunen, die keine Tourismusabgaben erheben dürfen. Knut Schäfer pocht auf die Dringlichkeit eines Tourismusgesetzes durch das Land, das den Tourismus zur Pflichtaufgabe macht. Bisher sei es eine freiwillige Aufgabe für Kommunen.

Allerdings dürfe Rügen nicht auf das Land warten, sondern müsse sich überlegen, wie sich die Insel optimal und innovativ aufstellen und die Tourismuskompetenz in der Region erhöhen kann. Es müsse eine Strukturdebatte darüber geführt werden, wer für was verantwortlich ist. „Und zwar wertfrei auf Augenhöhe“, so Schäfer. Es dürfe für den Gast und auch den Touristiker nicht zu kompliziert sein. „Es kann nicht sein, dass die Urlauber das Gefühl haben, abgezockt zu werden“, so Schäfer. Er appelliert erneut an die Inselgemeinschaft, das Kirchturmdenken abzustellen: „Der Inselgedanke muss wiederbelebt werden.“

Harald Machur, Leiter Qualität und Nachhaltigkeit beim Tourismusverband MV, hatte beim Tourismustag die Ergebnisse der TrustYou-Analyse vorgestellt. Demnach sicherte sich Rügen bei der landesweiten Auswertung der Gästebewertungen den 2. Platz. Im bundesweiten Vergleich liegt die Insel auf Rang 43. Bei TrustYou soll es sich um die größte Reisebewertungsplattform der Welt handeln. Das Unternehmen hat das Ziel, das Reiseerlebnis vom richtigen Hotel bis zum perfekten Aufenthalt zu optimieren und kooperiert dafür mit Hotels, Reisezielen und -webseiten. So fasst der TrustScore Gästebewertungen auf über 30 Onlineplattformen für Unterkunftsbetriebe zu einem Gesamtwert der Kundenzufriedenheit zusammen. Gut schneiden die Insel-Gastgeber bei der Freundlichkeit ab. Miserabel seien dagegen die Möglichkeiten, das Internet nutzen zu können.

Knut Schäfer hatte den Tourismustag zusammen mit Gastgeber Rolf Haug, Hotelleiter Travel Charme Kurhaus Binz, sowie Landrat Stefan Kerth eröffnet. Kerth verwies auf die Stärken der Insel, die unter anderem in authentischen Angeboten zu finden seien, aber auch auf zukünftige Herausforderungen. Dazu gehöre auch der Arbeitskräftemangel in der Region, dem künftig mit familienfreundlicheren Arbeitszeiten sowie Investitionen und einer verstärkten Vernetzung von Schule und Beruf zu begegnen sei. Zudem hob er die Thema Mobilität, Radwege- und Breitbandausbau hervor, die für Urlauber von enormer Wichtigkeit seien.

Wie Knut Schäfer weiter informierte, wurden im Tourismusverband drei Arbeitgruppen gebildet. Diese beschäftigen sich mit den Themen Mobilität, Tourismusbewusstsein und Qualität sowie Tourismusfinanzierung und Struktur. Zudem seien alle Mitglieder aufgerufen, sich an der Qualitätsoffensive zu beteiligen und sich bis zum 15. Dezember für eine Erstklassifizierung von ausgewählten Qualitätsinitiativen beim Verband zu bewerben. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.tourismus-ruegen.de im Bereich Projekte.

 

Gerit Herold

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