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Rügen Crash bei Lietzow: Ermittlungen wegen Todesfahrt
Vorpommern Rügen Crash bei Lietzow: Ermittlungen wegen Todesfahrt
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18:56 03.12.2018
An dieser Stelle zwischen Ralswiek und Lietzow ist das Fahrzeug verunglückt. Vier Männer saßen in diesem Auto. Für den Beifahrer kam jede Hilfe zu spät. Quelle: Mathias Otto
Lietzow

Trauer auf Rügen: Auch zwei Tage nach dem tödlichen Unfall zwischen Ralswiek und Lietzow sieht man die Spuren neben der Fahrbahn im Gras. Am Straßenrand steht ein provisorisch errichtetes Kreuz, Blumen liegen daneben. Hier ist am Wochenende ein 23-Jähriger bei einem Verkehrsunfall gestorben, drei weitere im Alter von 17, 23 und 31 Jahren wurden schwer verletzt. Jetzt ermittelt die Dekra, wie es zu diesem Unfall kommen konnte. Die Bundesstraße 96 in diesem Bereich gilt als einer der größten Unfallschwerpunkte – alle vier Tage kracht es hier.

Verein drückt Mitgefühl aus

Alle Insassen des Unfallwagens sind Mitglieder des Insel-Sportvereins SG Empor Sassnitz – der 23 Jahre alte Beifahrer, der bei dem Unglück ums Leben kam, spielte in der 1. Männermannschaft (die OZ berichtete). Freunde, Unterstützer, Sportler, Übungsleiter und Vorstand des Vereins sind tief betroffen und haben auf der SG-Empor-Internetseite ihr Mitgefühl ausgedrückt. „Die Nachricht vom frühen Samstagmorgen hat uns tief erschüttert und traurig gemacht. Tod, Leid, und Ungewissheit sind plötzlich in das Leben unserer Freunde und Sportkameraden getreten. Unsere Gedanken sind bei den Familien, Angehörigen und Freunden. Wir wünschen euch in diesen schweren Stunden viel Kraft“, steht dort geschrieben.

Dekra wertet Unfall aus

Warum es zu diesem schrecklichen Unfall kommen konnte, ist noch völlig unklar. Polizei und Dekra stehen mit ihren Untersuchungen noch in den Anfängen. „Die Ermittlungen werden derzeit in alle Richtungen geführt. Überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit kann dabei als Unfallursache nicht ausgeschlossen werden. Nach Vorlage des Ergebnisses des Dekra-Gutachtens können wir Genaueres sagen“, sagt Polizeisprecherin Stefanie Peter. Dieses werde jedoch noch einige Tage in Anspruch nehmen. Laut Polizei wurde bei dem Fahrer eine Blutprobenentnahme angeordnet und durchgeführt. Damit soll seine Verkehrstüchtigkeit zum Zeitpunkt des Unfalls bestimmt werden.

Die drei Schwerverletzten wurden nach dem Unfall in die Kliniken nach Bergen, Greifswald und Stralsund gebracht. Ob sie die Krankenhäuser mittlerweile wieder verlassen konnten, ist unklar. „Hierzu können wir keine aktuellen Angaben machen“, sagt die Sprecherin.

296 Unfälle in drei Jahren

Wie gefährlich die Bundesstraße 96 zwischen Bergen und Sagard ist, zeigt die Unfallstatistik der Polizei. Allein in den vergangenen drei Jahren hat es diesem Bereich 296 Mal gekracht. Dabei sind die Knotenpunkte Kubbelkow und Sagard noch nicht eingerechnet. Einer dieser Unfälle ging tödlich aus. Nur wenige Meter von der jetzigen Unglücksstelle entfernt, kam ein 51-Jähriger, der in Richtung Sassnitz gefahren ist, am 14. Juni 2016 nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte frontal gegen einen Baum. Er verstarb noch an der Unfallstelle.

Ein weiterer Unfall mit Todesfolge ereignete sich nur einen Monat später am 10. Juli 2016. Dieser ist laut Polizei auf gesundheitliche Probleme des Fahrers zurückzuführen. Dieser Mann steuerte daraufhin sein Fahrzeug in den Straßengraben. Eingeleitete Erste-Hilfe-Maßnahmen durch Verkehrsteilnehmer sowie durch Rettungskräfte brachten keinen Erfolg.

Rügener werden in diesen Tagen wieder mit der Unfalltragödie konfrontiert, die sich am 4. Juni 2005 ereignet hatte. Es war einer der schwersten und vor allem tragischsten Unfälle in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Ein Raser, der unter Alkohol und Drogen stand, hatte zwischen Ralswiek und Lietzow trotz Sperrlinie in einer Kurve überholt und vier 18-Jährige, die in einem Kleinwagen in Richtung Sassnitz unterwegs waren, in den Tod gerissen. Der damals 24-jährige Todesfahrer überlebte: Er kam mit einem gebrochenen Bein davon. Die Familien der Opfer gründeten 2006 die Bürgerstiftung „Raser-Täter-Opfer“, die sich unter anderem für die Null-Promille-Grenze am Steuer einsetzte und Ausstellungen zum Thema Verkehrssicherheit organisierte. Sieben Jahre später löste sich der Verein auf.

Mathias Otto

Am Wochenende ist auf Rügen ein Mann bei einem Verkehrsunfall gestorben, drei weitere im Alter von 17, 23 und 31 Jahren wurden verletzt. Die Dekra prüft derzeit, wie es zu diesem Unfall kommen konnte. An der Stelle gibt es regelmäßig Unglücke.

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