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Rügen Trotz Pier-Sanierung: Putbus sagt Kreuzfahrern nicht ab
Vorpommern Rügen Trotz Pier-Sanierung: Putbus sagt Kreuzfahrern nicht ab
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00:01 19.10.2017
Die etwa 230 Meter lange Westpier des kommunalen Hafens in Lauterbach ist marode. Für etwas mehr als fünf Millionen Euro soll sie saniert und touristisch aufgewertet werden. FOTOS (2): CHRIS–MARCO HEROLD
Lauterbach

Seit Jahren wollen die Putbusser ihren Hafen im Ortsteil Lauterbach sanieren – in einem halben Jahr geht es wohl los. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und wollen im nächsten Frühjahr starten“, sagt Karl-Otto Hein. Bis Ende 2019 soll die Westpier auf Vordermann gebracht sein, blickt der erste stellvertretende Bürgermeister und Sachgebietsleiter für Wohnungs- und Hafenwirtschaft voraus. Innerhalb der etwa eineinhalb Jahre wollen die Putbusser ein „bisschen mehr als fünf Millionen Euro“ ausgeben. „Etwa 3,4 Millionen Euro sind Fördermittel“, sagt Hein. Dafür habe die Stadt inzwischen eine „Quasi-Zusage“.

Der kommunale Hafen Lauterbach wird vom Frühjahr 2018 bis Ende 2019 zur Baustelle / Schwimmende Hotels sollen dennoch anlegen können

Mit dem Geld wollen die Putbusser die marode und 230 Meter lange Westpier des kommunalen Hafens sanieren lassen. Vor die marode Spundwand soll eine neue gerammt werden. Denn derzeit lauert die Gefahr in fünf Meter Tiefe: Auf dem Grund des Hafenbeckens hat sich das Wasser schon einen Weg hinter die Spundwand an der Pier entlang des Eichendammes gesucht und sie ausgehöhlt. Bei der Sanierung und dem Ausbau der Westpier haben die Planer die Nutzung durch bis zu 120 Meter lange Flusskreuzfahrtschiffe, Großsegler und Freizeitkapitäne in den Vordergrund gestellt.

Auf der Pier ist zudem als Bindeglied zwischen maritimer Gartenanlage und Promenade ein Informationsgebäude geplant. Der eingeschossige Hallenbau soll auf 120 Quadratmetern neben einer Touristinformation mit Ticketverkauf auch die Wasserschutzpolizei beherbergen.

Auch während der Bauzeit soll der Hafen das Ziel von Flusskreuzfahrtschiffen bleiben. „Wir reißen die ganze Fläche ja nicht mit einem Mal komplett auf“, sagt Hein. Im Übrigen haben die Putbusser noch keinem der schwimmenden Hotelschiffe abgesagt. „Wenn wir das gemacht hätten, dann würden die uns aus ihren Touren streichen und wegbleiben. Da wieder reinzukommen, würde uns Jahre kosten“, macht Hein deutlich, der nun die Planer am Zug sieht: „Die müssen uns aufzeigen, wie gebaut werden kann, damit auch jederzeit Flusskreuzfahrer anlegen können. Seit Jahren steuern um die hundert den Boddenhafen an. Planer gehen davon aus, dass es in der Zukunft mehr Anläufe werden könnten, da die zerklüfteten Boddengewässer für die Kreuzfahrt-Touristen durchaus ein äußerst attraktives Reiseziel seien.

Der Hafen sollte es nach den Plänen schon längst sein. „Aber das so genannte Notifizierungsverfahren der EU, dem wir uns unterziehen mussten, hat uns etwa zwei Jahre zurückgeworfen“, sagt Karl-Otto Hein. In diesem Zusammenhang habe die Stadt nachweisen müssen, dass „wir mit unserer Maßnahme nicht anderen Häfen wie beispielsweise dem in Swinemünde schaden“.

Julia Präkel ist froh, dass die marode Pier samt des Vilm-Anlegers diese Saison überstanden hat und nur noch einen Winter lang halten muss. „Die Sanierung und der Ausbau der Anlage sind längst überfällig. Es wird Zeit, dass unser Hafen endlich touristisch aufgewertet wird“, sagt die Stadtvertreterin und Chefin der Fraktion „CDU Putbus, Denk mal!“. Beim Thema „Aufwertung“ hat sie nicht nur das im Blick, was kommen soll, sondern auch das, was dann nicht mehr da sein soll. „Mit dem sommerlichen Trödel- und Krammarkt auf der Pier sind wir alle nicht zufrieden. Der passt nach der Sanierung definitiv nicht mehr ins Hafenbild. Deshalb sollten wir uns dringend davon verabschieden – auch wenn mit dem Markt Geld eingenommen wird“, macht die Christdemokratin unmissverständlich deutlich.

Die Pier zum Hafenhotel hatten die Putbusser vor mittlerweile zwölf Jahren auf Vordermann bringen lassen. Für etwa zwei Millionen Euro wurde die seinerzeit ebenfalls marode Kaimauer umfassend saniert und der Hafenvorplatz gepflastert, der zuvor nicht mehr als ein großer unbefestigter Parkplatz war. Auch damals hatten die Putbusser einen langen Atem beweisen müssen. Die ersten Planungen dafür hatten sie schon 1995 aufgelegt.

Chris-Marco Herold

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