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Trotz Taxis: Die Kröten werden immer weniger

Dolgemost Trotz Taxis: Die Kröten werden immer weniger

Ehrenamtliche Naturschützer betreuen Schutzzäune bei Dolgemost und Güttin.

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Wieder eine Erdkröte, die sicher über die Straße kommt: Heike Grunewald sammelt die Amphibien am Krötenzaun bei Dolgemost in den Transporteimer und bringt sie über die Landesstraße.

Quelle: Udo Burwitz

Dolgemost. Der Froschkönig von Dolgemost ist eine Frau und heißt Heike Grunewald. Ob Gras-, Spring-, Moorfrosch oder Erdkröte — sie gibt den Tieren Sicherheit. Die diplomierte Landschaftsökologin übernimmt dafür einen „Nebenjob“. Sie spielt Krötentaxi, bringt die Tiere bei Dolgemost an der Landesstraße zwischen Putbus und Bergen sicher von der einen auf die andere Fahrbahnseite. „Das mach‘ ich nicht allein. Wir sind eine Truppe ehrenamtlicher Helfer, die für den Naturschutzbund Rügen die Krötenzäune bei Dolgemost und Güttin betreut, die jedes Jahr im Frühjahr hier an der Straße die Tiere sicher übersetzen“, sagt sie. Und schlägt Alarm: „Die Amphibienpopulationen auf Rügen schrumpfen dramatisch.“

Heike Grunewald kontrolliert entlang des etwa 40 Zentimeter hohen Schutzzauns in die Erde eingegrabene Eimer. Im ersten — nichts, im zweiten auch nichts, aus dem dritten holt sie eine Erdkröte raus und befördert sie vorsichtig in ihren Trageeimer — das Krötentaxi. Viele „Fahrgäste“ kommen nicht zusammen. Die seien wetterfühlig, sagt sie. Wenn es kalt ist, erreichen die wechselwarmen Amphibien früh am Morgen noch nicht ihre Betriebstemperatur, sie warten auf die ersten Sonnenstrahlen.

Dennoch: In den Eimern landen von Jahr zu Jahr immer weniger Tiere. „Und das liegt nicht an der Witterung“, betont Heike Grunewald. „Es gibt immer weniger Kröten und Frösche auf Rügen, an manchen Stellen sind die Populationen schon ganz verschwunden.“ Das kann die Landschaftsökologin mit Zahlen belegen: Im Frühjahr 2011 wurden an den Schutzzäunen bei Dolgemost 1600 Erdkröten und insgesamt 1800 Amphibien mit dem Eimer-Taxi sicher über die Straße gebracht, im vergangenen Jahr waren es nur noch 788 Kröten, insgesamt 980 Tiere. „Der Rückgang ist dramatisch.“ Auf der Halbinsel Jasmund sei deshalb schon auf das Aufstellen der Schutzzäune wie in der Vergangenheit verzichtet worden, weil Amphibien Seltenheitswert erlangt haben.

Eine Ursache dafür sieht die Expertin im Ausbringen von Dünger, der in die Nahrungskette oder über Gräben in die Laichgewässer gelangt, zu denen es die Tiere jetzt im Frühjahr zieht. Dazu gehört der ehemalige Torfstich bei Dolgemost.

Ranger spielen Kröten-Schutzpolizei

200 Meter lang ist jeder der an beiden Seiten der Landesstraße bei Dolgemost aufgestellten Krötenzäune. Die haben Ranger des Biosphärenreservates Südost-Rügen im Auftrag des Landkreises bereits Anfang März errichtet, wie auch etwa doppelt so lange Zäune bei Güttin.


Krötenvorkommen können beim Nabu Rügen, ☎ 0 38 38/20 97 10, oder bei Heike Grunewald, 03 83 01/88 51 94, gemeldet werden.

 



Udo Burwitz

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