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Rügen Ungebremstes Hörvergnügen
Vorpommern Rügen Ungebremstes Hörvergnügen
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00:05 24.03.2017
Ekkehard Ochs über „Gassenhauer und Ohrwürmer“ in Baabe

Die grandiosen Beethoven-Klänge vom Dienstagabend noch im Ohr, konnte man auch einen Tag später im Haus des Gastes Baabe seinem Drang nach – unter anderem – weiteren Werken des Wiener Klassikers frönen. Allerdings in etwas anderem Zusammenhang, denn unter dem Thema „Gassenhauer & Ohrwürmer“ hatte man beim Festspielfrühling Rügen einen etwas leichteren Ton anschlagen wollen.

Dass sich ein solcher mit den Ansprüchen hoher und höchster Kunstfertigkeit vertragen würde, durfte man voraussetzen. Und so waren bei Matthias Schorn (Klarinette), Nils Mönkemeyer (Viola), Maximilian Hornung (Violoncello) und Nicholas Rimmer (Klavier) – dem Kenner leuchten schon bei Namensnennung die Augen – jene Werke in den besten Händen, die man schon mal (voreilig) als Gelegenheitswerke oder in besonderem Maße dem populären Zeitgeist und damit etwas oberflächlichem Geschmack verpflichtet bezeichnet. Wie falsch das sein kann, erwies sich beim ungebremsten H

örvergnügen, mit dem man vorgestern etwa Beethovens sogenanntem „Gassenhauertrio“ (op. 11) – ein frühes Stück mit finalen Variationen über ein populäres Thema (Klarinette, Cello, Klavier) – und Variationen für Cello und Klavier über Mozarts „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ lauschen konnte. Gleiches galt für Johann Nepomuk Hummels Fantasie über ein Thema aus dem „Don Giovanni“ für Viola und Klavier sowie Gustave Sandrés Potpourri über Themen aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“ (Viola, Cello, Klavier). Klassisches und Romantisches also, mit scheinbar leichter Hand komponiert und dennoch in jedem Ton Einfallsreichtum, handwerkliche Meisterschaft und viel Sinn für attraktive Klangwirkungen verratend: Ein weites Feld für jede Menge subtiler Gestaltungsfragen, denen die Protagonisten des Abends mit der souveränen Beherrschung ihres künstlerischen „Handwerks“ auf so genussvolle wie bereichernde Weise zu entsprechen vermochten. Nicht zuletzt mit dem dann ganz „seriösen“ Abschluss: dem a-Moll-Trio op. 114 (Mönkemeyer/Hornung/Rimmer) von Johannes Brahms. Ekkehard Ochs

OZ

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