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Rügen Unter einem Dach mit Masur und dem Maulwurf
Vorpommern Rügen Unter einem Dach mit Masur und dem Maulwurf
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04:36 11.03.2013
Der Filmemacher und Maler Frank Otto Sperlich mit der Rügen-Broschüre aus Kindertagen — und vor ihm das alte tagelöhnerhaus, das er in eine Künstlerkarte verwandelt hat. Fotos (2): Holger Vonberg

„Dieses Haus ist zu mir gekommen. Es hat mich ausgesucht“, sagt Frank Otto Sperlich, Jahrgang 1951, und schickt diesem Satz ein viel sagendes Lächeln nach. Er geht unter alten Eichenbalken durch die Räume — ohne sich bücken zu müssen. Über ihm eine niedrige Zimmerdecke, neben ihm windschiefe Wände unter einem Schilfdach, das manchmal sogar seiner Frisur ähnelt, wenn er aus dem Wind kommt. Das ist seine Künstlerkate in Karow, ein etwa 250 Jahre alter, auf Feldsteinen stehender Tagelöhnerkaten. Es ist ein Querdielenhaus, durch dessen Mitte man einst mit Pferd und Wagen fuhr, um Stroh und Heu auf dem Dachboden rechts und links einzulagern.

„Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich als Kind viele Ferien auf Rügen verbracht habe — mit meinen Eltern in Göhren“, erzählt der aus Zittau stammende Mann. Damals haben die Eltern eine Broschüre gekauft. Sie liegt auf dem Tisch: „Unsere schöne Heimat“ mit Fotos und Geschichten von der Insel. In diesem Heft war auch diese Kate in Karow abgebildet. „Für mich war das schon immer Rügen: ein schilfgedecktes Haus, vor dem Wäsche im Wind auf der Wiese flattert.“ Im Jahr 2007 hat er das Baudenkmal gekauft und begonnen, es behutsam zu renovieren.

„Die Decken waren abgehängt. Alle Lehmwände waren verputzt, an einigen klebten sogar Ziegeltapeten.“ Er habe alles wieder „krumm gemacht wegen der alten Anmutung“. In der fühle er sich wohl. Zwei Jahre später zog er ein. Ein Teil des Dachbodens ist jetzt sein Schlafzimmer, der „Kaltbereich“ auf der anderen Seite noch immer ein Speicher. Im kühlen Flur ist die mit krummen Knüppeln belegte Decke gut zu sehen. Auf dem Fußboden ein frisch aufgeworfener Maulwurfshügel. „Der Kleine hat sich wohl auch einen trockenen Platz gesucht“, sagt Frank Otto Sperlich, der seinen eigenen Lebensmittelpunkt Schritt für Schritt von Berlin nach Karow verlegt.

Er ist Filmemacher, Kameramann und Regisseur, hat Naturvölker in Südamerika gefilmt, in den Bergen Afrikas gedreht. Er war im Dschungel Südostasiens, in der Mongolei und mehrfach auf Kuba. Den DEFA-Chef-Indianer Gojko Mitic hat er porträtiert und Udo Lindenberg. „Wo ich meinen Hut hinhäng“ hieß der Film. „Ich stehe mehr auf Mützen, aber dort, wo ich sie hinhänge, ist mein Zuhause“, so Frank Otto Sperlich. Sein Metier sind nicht nur bewegte Bilder, sondern auch gemalte. Nach einem schweren Unfall bei Dreharbeiten in Sibirien fand er in der Malerei einen neuen Halt, eine neue, spannende und faszinierende Aufgabe. Frühere Begegnungen mit Willi Sitte und der New Yorker Künstlerin Vera von Lehndorff (Veruschka) bestärkten ihn dabei.

Wellen, Küstenlandschaften und Porträts von Musikern umgeben ihn nun in seinem Atelier. Der große Dirigent Kurt Masur liegt als Grafik auf dem Tisch. Von der Staffelei schaut ein Leonard Cohen herunter, daneben wieder eine wuchtige Meereswelle. „Diese Wellen haben etwas Lebendiges, sind für mich der Kreislauf des Lebens. Sie rollen an, entfalten ihre Kraft und Schönheit. Sie sterben — und das ganze Spiel beginnt von vorn. Eine Endlosschleife, deren Dynamik der Künstler auch in Videokompositionen eingefangen hat. „Das ist meine Sehnsucht nach Meer, die mich immer wieder nach Rügen zieht.“

Bald werden einige Bilder aus seinem Karower Künstlerkaten-Atelier umziehen — in einen hypermodernen Neubau — ins Bergener MIZ. Im Mai eröffnet er dort eine Ausstellung.

Geheimtipp für den Rügen-Urlaub

6Geheimtipps sind im Reisemagazin „GEO Saison“ für die perfekten Ferien auf Rügen aufgelistet. Einer der Geheimtipps ist die Kunstkate und Kunstscheune Karow: „Frank Otto Sperlich und Matthias Gerlach zeigen es allen. Man kann den beiden Malern oft bei der Arbeit zusehen. Die Kate mit ihren Ausstellungen und offenen Ateliers ist ein 200 Jahre altes Rauchhaus, in dem früher die Bauern ihr Fleisch haltbar machten.“

Fast einhundert Filme drehte und produzierte er — meist mit seinem langjährigen Partner und Freund Lutz Rentner. Die Auftrageber sind fast ausschließlich das öffentlich-rechtliche Fernsehen, allen voran die ARD und Arte.


Die Malerei bestimmt sein Leben von früh an. Anfang der 70er sucht er die Nähe des Hallenser Malers Prof. Willi Sitte. Die virtuose Malweise und der beherzte Pinselstrich faszinieren Frank Otto Sperlich.


Rügen ist für den Maler und Filmemacher ein besonderer Ort. Die Insel ist so etwas wie ein Gegenpool für das hektische Filmleben.

Holger Vonberg

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