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Rügen Unterm Birnbaum erste Liebesgeschichten ausgetauscht
Vorpommern Rügen Unterm Birnbaum erste Liebesgeschichten ausgetauscht
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00:00 22.03.2013
Drewoldke

Schon Theodor Fontane schrieb einst über einen Birnbaum. Auch die Altenkirchenerin Thesy Thesenvitz-Weiske hat eine besondere Beziehung zu solch einem Bäumchen.

Ihres steht am Hochufer in Drewoldke, am Rande des Campingplatzes. „Schon als Kinder sind wir immer zu dem Bäumchen gefahren, oft haben wir den ganzen Sommer dort verbracht“, erzählt die 54-Jährige.

Auf einem viel zu großen Herrenfahrrad, die Beinchen seitlich durch das Gestänge gepiekt, sei sie dorthin gelangt: „Das Rad flog ins Gras und wir sind zum Baden hinuntergeklettert.“ Später wurden die ersten Liebesgeschichten unter dem Baum ausgetauscht. „Ich war bis zum Erwachsenwerden da. Ich weiß noch, wie ich mit meiner Freundin Christiane unter dem Baum saß und wir darüber gesprochen haben, wie wir die DDR verlassen können“, erinnert sich Thesenvitz-Weiske, die von allen liebevoll Thesy genannt wird. Letztlich haben beide Freundinnen ihren Plan verwirklicht. Thesy gelang es 1986, mit Hilfe von Amnesty International, die DDR zu verlassen. Mehr als 20 Jahre lebte sie in Berlin Charlottenburg, wo sie von ihrer Jugendliebe aufgespürt wurde und ihr zurück nach Rügen folgte, wo sie heute als Schneiderin arbeitet. „Einer meiner ersten Wege hat mich zu meinem Birnbaum geführt“, verrät Thesy. Auch wenn ihre Kindheit nicht unbeschwert gewesen sei, so stehe der Baum doch für Freiheit, Leichtigkeit und für viele schöne Kindheitserinnerungen. „Er hat uns damals zu einer Gemeinschaft werden lassen, heute erinnert er mich an diejenigen, die nicht mehr dabei sein können, weil sie schon gestorben sind.“

Vor zwei Jahren sei auf dem Campingplatz ein Zaun gezogen worden, so dass die 54-Jährige ihren Baum nicht mehr erreichen kann: „Man hat uns diesen Platz einfach genommen.“ Damit die Erinnerungen bleiben, hat die Thesy angefangen, die Geschichten aufzuschreiben. „Ob es ein Buch oder ein Heftchen wird, werden wir sehen. Wichtig ist mir, dass viele Einheimische Freude daran haben und sich in den Geschichten wiedererkennen.“

Stefanie Büssing

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