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Rügen Urenkel des Leuchtturmwärters vom Kap auf Spurensuche
Vorpommern Rügen Urenkel des Leuchtturmwärters vom Kap auf Spurensuche
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09:40 15.12.2017
Der Stralsunder Dirk Schilling ist der Urenkel des ehemaligen Leuchtturmwärtes Eduard Schilling vom Kap Arkona. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
Putgarten/Stralsund

Dirk Schilling, Nachfahre des berühmten Leuchtturmwärtes am Kap Arkona ist auf Spurensuche. Doch das gestaltet sich schwierig. Erzählungen und Überlieferungen über seinen immer populärer werdenden Urgroßvater waren für Dirk Schilling innerhalb der Familie spärlich. „Mein Vater hat mir früher erzählt, dass sein Opa Eduard Schilling Leuchtturmwärter im Schinkelturm am Kap Arkona war. Da wusste ich noch gar nicht, wie ein Leuchtturm aussieht“, sagt der heute 69-jährige Stralsunder. Viel mehr Informationen hatte er allerdings nicht. Da Dirk Schillings Opa früh verstarb, konnten auch über seinen Vater Otto Schilling keine Anekdoten überliefert werden über den früheren Herren vom Kap, der hier von 1828 bis 1881 zuständig gewesen sein soll. Allerdings hat er noch ein Foto seines Großvaters auf dem Schrank seiner Oma vor Augen. „Und das weist eine sehr große Ähnlichkeit mit dem Bild des Leuchtturmwärters auf.“

Vieles über die Geschichte der Familie bleibt rätselhaft

Was er weiß: Eduard Schilling galt nicht nur als Leuchtturmwärter. „Leute, die er aus Seenot gerettet hat, wurden von ihm auch gepflegt und bewirtet. So wurde er auch als Krankenpfleger angesehen, hat einen Gastbetrieb geführt und auch Kochbücher herausgebracht“, weiß Dirk Schilling heute. Erst als 2013 ein Theaterstück am Leuchtturm aufgeführt wurde, tauchte er dank der ausgeschmückt inszenierten Fakten ein Stück weit mehr in die Geschichte seines Urgroßvaters ein. Zur Aufführung wurden damals auch Gerichte aus dessen Kochbuch serviert. „Erbsensuppe mit Hering. Kennt man so nicht, war aber interessant und lecker“, meint Schilling. Gerne würde er sich auch da weitere Einblicke verschaffen. Doch ist dieses Kochbuch nach ersten Recherchen im Internet für ihn nicht erreichbar.In seinem Besitz befindet sich aber ein Ahnenpaß, der irgendwann einmal mit viel Mühe und Recherche angelegt worden ist. Darin befinden sich viele alte Namen und Daten, wenn auch nicht in chronologischer Reihenfolge. Zwar taucht darin ein Carl Eduard Schilling auf, der aber erst am 8.8.1827 in Arkona geboren sein soll und somit Fragen aufwirft.  „Es ist schade, dass Außenstehende da andere Überlieferungen haben als die Familie“, meint Dirk Schilling. Gerne würde auch er die Geschichte seines Urgroßvaters ein wenig mehr ergründen. Heute bedauert er, dass sich nicht schon früher jemand in diese Vergangenheit eingearbeitet hat. „Wir wissen, dass er fünf Söhne hatte, wovon zwei aber bei Rettungsaktionen umgekommen sein sollen“, meint Dirk Schilling. Sein Großvater hat dann, wie auch andere Geschwister, bereits in Stralsund gelebt. Sein Vater Otto Schilling ist 1912 in Stralsund geboren. Heute sind die Nachkommen in ganz Deutschland verstreut. „Auf Rügen gibt es keinen Schilling mehr aus unserer Linie“, sagt der Stralsunder, der hier als Maler gearbeitet und vielen durch den Fußball in der Hansestadt bekannt ist.

Hörspiel hat das Leben Schillings zum Leben erweckt

Mit Freude hat er dann den Beitrag über ein Hörspiel mit Geschichten um seinen bekannten Vorfahren in der OSTSEE-ZEITUNG gelesen und prompt durch einen Anruf eines der ersten Exemplare gewonnen. Er freut sich auf die neuen Erzählungen. „Wir sind regelmäßig am Leuchtturm und haben stets die alten Fotografien vor Augen. Es muss sehr einsam dort oben gewesen sein. Aber damals im Staatsdienst gewesen zu sein, war schon was. Und die Geschichten um die berühmten Leute, die er zu Gast hatte sind großartig“, sagt der Dirk Schilling.Die Küste und speziell die Insel Rügen haben den Stralsunder immer angezogen. „Früher waren wir Dauercamper in Thiessow, später in Lobbe“, berichtet Schilling. Auch heute noch ist er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Waltrau Pernau oft auf der Insel unterwegs. Der Wunsch, mehr über seinen Urgroßvater zu erfahren ist groß. „Wir waren auch schon auf dem Friedhof in Altenkirchen, wo Eduard Schilling beigesetzt sein soll. Sind aber nicht fündig geworden. Aber da werden wir uns noch mal tätig werden“, so der rüstige Rentner. Er würde sich darüber freuen, Zugang zu den Hinterlassenschaften erhalten zu dürfen, die auch die Grundlage für das Theaterstück und das Hörspiel schufen.

Wenke Büssow-Krämer

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