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Rügen Verbandschef: Rügen braucht Masterplan
Vorpommern Rügen Verbandschef: Rügen braucht Masterplan
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12:34 14.10.2017
Binz

Fehlende Kommunikation und Kompetenz, fehlender Nutzwert und Schulterschluss aller Gemeinden auf der Insel. Klare Worte zum Thema Tourismuszentrale Rügen (TZR)auf der ersten „Strategierunde“ der Touristiker in Binz. Rund 50 Interessierte waren der Einladung des Binzer Fremdenverkehrsvereins (FFV) gefolgt, um über neue Ideen für eine effektive Inselvermarktung zu reden.

Knut Schäfer prangert fehlendes Wir-Gefühl auf der Insel an / Folgen: weniger Qualität, weniger Gäste

Nach dem krankheitsbedingten Rücktritt von Kai Gardeja als TZR-Geschäftsführer und der Aussage von Knut Schäfer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Rügen (TVR), dass das kommunale Modell TZR gescheitert sei, gibt es viele Fragezeichen. Wo klemmt es und wie soll es weitergehen mit dem Inselmarketing? Klar ist: Für eine schlagkräftige überregionale Vermarktung fehlt das Geld, weil bisher nur Binz, Sellin, Göhren, Baabe, Putbus und Sassnitz 41 Prozent der Anteile an der TZR erwarben. Auf fünf Mitarbeiter sei die TZR mittlerweile geschrumpft, und es gebe personelle Verquickungen mit der Binzer Kurverwaltung, hieß es. Und wohin ist das Geld geflossen?, wollten vor allem die Binzer wissen. Das Ostseebad zahlt rund 120000 Euro im Jahr in den TZR-Topf.

„Der Informationsfluss war gleich Null“, mahnte nicht nur die Binzer Gemeindevertreterin Manuela Tomschin an. Während der TVR mit seinen 240 Mitgliedern reine Lobbyarbeit betreibe, sei die Baltic Project GmbH, die dem TVR (51 Prozent) sowie AP-Marketing, Rügen-Druck, Weiße Flotte, Stralsunder Brauerei und Störtebeker Festspiele gehört, für das operative Marketing zuständig (Buchungszentrum, Katalog, Ticketverkauf) erläuterte Knut Schäfer. Die Aufgabe der TZR sei überregionales Marketing, Messebesuche, Pressereisen, Marktforschung. Doch viele erkennen den Sinn der TZR bis heute nicht.

Gästeführer Klaus Boy aus Binz: „Ich verstehe nach 20 Jahren immer noch nicht, was mir die TZR als Touristiker nützt. Es ist ein Manko, dass Mitglieder des Tourismusverbandes nicht genügend involviert werden.“

Im Vorfeld der Kommunalisierung der 2001 ursprünglich als Marketinggesellschaft des TVR gegründeten TZR gab es nicht nur in Binz harte Kämpfe in den politischen Gremien. Genau hier liege das Problem, unterstrich Schäfer: „Kirchturmdenken.“ Die Finanzierung des Inselmarketings – dabei ginge es um Millionen – könnten nicht allein die großen Urlaubsorte stemmen. „Das Wir-Gefühl auf Rügen fehlt, damit geht die regionale Identität verloren. Wir reden mehr über Personen als über gemeinsame Ziele.“ Der Gast wolle nicht nur einen Ort, sondern ganz Rügen erleben.

Die Gästezahlen seien schlechter als im Vorjahr, Rügen in der Qualität auf Platz 5 in MV abgerutscht, sagte Schäfer und forderte eine Strukturdebatte und einen Masterplan für Rügen. Dem pflichtete auch Ina Kurowski, FFV Binz, bei und plädierte dafür, dem TVR wieder mehr Kompetenz zu übergeben. Doch der könne dies nicht allein wuppen, befand Thomas Wuitschik, früherer Chef des TVR. „Die Gesellschafter sind ihrer Pflicht nicht nachgekommen, darum steht die TZR da, wo sie ist.“ Da die Kernkompetenz bei den Kurdirektoren liege, sollten diese ins TZR-Boot geholt werden, so der Tenor.

„Früher waren die Kommunen durch die Kurverwaltungen vertreten. Das war ein gutes Arbeiten“, erinnerte Wuitschik.

Zudem müsse sich die Insel stark machen, dass das Kommunale Abgabengesetz geändert wird. Damit könnten alle Orte Fremendenverkehrsabgabe erheben, die ins Inselmarketing fließen könnte. „Da fehlt mir der Druck von den Bürgermeistern“, so Schäfer.

Jörn Fenske, Kurdirektor von Göhren und mit den Kurdirektorinnen von Sellin und Baabe in TZR-geschäftsführender Übergangs-Funktion, versicherte: Man bereite alles vor, dass der neue Geschäftsführer ab Januar „sofort einsteigen“ könne.

RTL-Frau will Bernsteinkrone

Göhren. Die Moderatorin des RTL-Magazins „Explosiv“, Anne Saha, wird heute zu den Bewerberinnen um den Titel der Rügener Bernsteinkönigin gehören. Die 36-Jährige hat obendrein ein TV-Team im Schlepptau, das ihren „Selbsttest“ in einer Reportage verarbeiten möchte. „Ich bewerbe mich aber mit allen Konsequenzen“, sagt Anne Saha. „Fiele die Wahl auf mich, würde ich alle Repräsentationstermine wahrnehmen.“ Sie habe sich das gut überlegt, sagt die in Köln lebende Blondine. „Das ist keine Teilnahme der Teilnahme wegen. Vielmehr stamme ich aus Waren und bin Mecklenburg-Vorpommern eng verbunden“, sagt Saha. „Meine Eltern leben dort, und ich nutze jede Gelegenheit, sie zu besuchen.“ Sie habe sich ganz normal beworben und sich auch schon die passende Bekleidung für die einzelnen Auftritte besorgt. „Ich habe in MV gezielt nach solch einer Wahl gesucht“, sagt Anne Saha. „Da gefiel mir Bernstein am besten. Das hat etwas Edles und ist außergewöhnlich.“ FOTO: PRIVAT

Gerit Herold

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