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Rügen Vergewaltiger muss in den Knast
Vorpommern Rügen Vergewaltiger muss in den Knast
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00:00 18.08.2016
Ex-Bergener vor Gericht: Christian G. ist wegen Vergewaltigung angeklagt. Quelle: cm

Vor dem Landgericht Stralsund muss sich seit gestern der 45-jährige Ex-Bergener Christian G. verantworten. Der jetzt in Greifswald lebende Mann ist angeklagt, in den frühen Morgenstunden des 8. November eine Studentin am Gorzberg vergewaltigt zu haben. Die heute 29-Jährige war damals auf dem Weg aus einem Club nach Hause, der Täter hatte sie von hinten überfallen. Er muss nun mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

Meinen Mandanten erwartet für die Tat eine Haftstrafe zwischen zwei und 15 Jahren.“René Neumeister, Rechtsanwalt

Der einschlägig Vorbestrafte, der in Bergen geboren wurde und dort 25 Jahre lebte, war geständig und bestätigte während der Verhandlung die Vergewaltigung. Bereits 1998 wurde er in Stralsund, wo er von 1997 bis zum vergangenen Jahr lebte, wegen Vergewaltigung in drei Fällen zu knapp fünf Jahren Haft verurteilt. Er war im vergangenen November wenige Tage nach der Tat am Gorzberg festgenommen worden. Die Ermittler konnten den Mann anhand von DNA-Spuren ermitteln. Ein Abgleich in der entsprechenden Datenbank führte zum Profil des 45-Jährigen.

Seit Januar verbüßt er eine achtmonatige Haftstrafe wegen Diebstahls. Christian G. konsumiert nach Einschätzung der sachverständigen Greifswalder Rechtsmediziner regelmäßig größere Mengen Alkohol.

Eine Schuldunfähigkeit deswegen komme aber nicht in Betracht. Seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt wird geprüft. Die Staatsanwaltschaft hat zudem die Prüfung einer Sicherungsverwahrung beantragt.

Während des Prozesses wurde deutlich, dass die zierliche Studentin gegen den 1,93 Meter großen und 115 Kilogramm schweren Täter keine Chance hatte. Christian G. hatte die junge Frau gegen 4.30 Uhr von hinten attackiert, zu Boden geworfen und dann ins hohe Gras auf ein leerstehendes Grundstück gegenüber einer Reifen-Firma gezerrt. Um ihre heftige Gegenwehr und die Hilfeschreie zu unterdrücken, hatte er der Studentin mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihr den Mund zugedrückt. Er berührte die Frau an verschiedenen intimen Stellen. Außerdem versuchte er zweimal, mit der jungen Frau den kompletten Beischlaf zu vollziehen, was ihm nicht gelang. Das Opfer trug Verletzungen im Gesicht, auf dem Rücken, an den Oberschenkeln und im Intimbereich davon.

Der Studentin blieb trotz des Geständnisses des Angeklagten die Aussage vor Gericht nicht erspart. Der jungen Frau war das neuerliche Zusammentreffen mit ihrem Vergewaltiger nur dank des Beistandes einer Freundin möglich. An den Folgen der Tat leidet die 29-Jährige bis heute: Sie ist seitdem wegen Schlaf- und Angststörungen, Panikattacken und Depressionen in Behandlung. Sobald ihr ein Mann entgegenkomme, wechsle sie die Gehwegseite, schilderte sie dem Gericht.

Der Angeklagte verfolgte die Ausführungen des Opfers mit gesenktem Kopf und bat sie um Entschuldigung, auch wenn er das Geschehene nicht rückgängig machen könne. Sein Anwalt René Neumeister sagte auf OZ-Nachfrage, dass seinen Mandanten „auf alle Fälle eine Haftstrafe zwischen zwei und 15 Jahren erwartet. Die genaue Höhe legt das Gericht am Freitag fest“, so Neumeister.

Cornelia Meerkatz

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