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Rügen Versuche über Literatur
Vorpommern Rügen Versuche über Literatur
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00:05 14.01.2017

Mit Fühmanns Buch „Zweiundzwanzig Tage oder Die Hälfte des Lebens“ im Gepäck habe ich einst mein Kunststudium in Berlin Weißensee begonnen. Es war ein unglaubliches, ungewöhnliches Buch. Mit so noch nie gelesenen Sätzen, die sich damals, vor über 40 Jahren, bis in meine Träume fortsetzten und einbrannten. Keinen Punkt hat dieses 1973 im Hinstorff Verlag Rostock erschiene Buch! Und auch die Schlusszeile ersetzte den Schlusspunkt. Mit zwei Fragezeichen auf Seite 228: „Anfangen? Oder: Aufhören?“ Dass es die sinnbildliche Lebens- und Leidensklammer von Franz Fühmann war, habe ich erst sehr viel später begriffen. Mit dem Buch habe ich Jahre zugebracht. Ab seiner Lektüre gehörte ich zu Fühmanns Lesern und wartete gespannt auf Neuerscheinungen. Da erschienen, wieder bei Hinstorff, 1975 seine „Erfahrungen und Widersprüche / Versuche über Literatur“, in dem sich ein Kapitel über Wieland Försters Tunesienbuch fand, das Förster in Vilmnitz auf Rügen(!) überarbeitet hat. Wie Fühmann über den Bildhauer Förster (*1930) schreibt, über seine Formenbesessenheit, zäheste Arbeitskraft, seinen vitalen Geist und seine scharfe Beobachtungsgabe, haben wir als Leser und Betrachter in Försters Hommage-Band à Caspar David Friedrich „Rügenlandschaft“ nachvollziehen können (der Band erschien 1974 im Union Verlag Berlin). Etwas später sah ich Franz Fühmann in Berlin leibhaftig. Er stellte in der von Besuchern überquellenden Akademie seinen Auswahlband „Georg Trakl – Gedichte“ vor, der 1975 (endlich!) bei Reclam in Leipzig 1975 erscheinen konnte. Er wurde Gegenstand meines Diploms. Aus dem schmalen Reclam-Bändchen traf ich meine Gedichte-Auswahl, schuf ein originalgrafisches Büchlein in kleiner Auflage und schickte es Fühmann. Sein Antwortbrief war eine Vorwegnahme meines Diploms: „Ihr Band deckte sich mit einem der Resultate, zu denen ich kam. Es ist schwer zu sagen, auf welche Weise; doch dies Zusammentreffen hat mich stark berührt. Ich erwidere Ihr Buch dann mit dem meinen, falls es erscheint.“ Es erschien 1981 bei Reclam. Allerdings nur, wie wir heute wissen, unter Schwierigkeiten und gegen Einwände des Autors, der den wichtigen, mit seinem eigenen So-Sein verbundenen Trakl-Essay erst 1984 bei Hinstorff vollinhaltlich realisiert sah. ARTus

OZ

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