Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Verwendung der Kurtaxe: Touristiker wollen mitreden

Stralsund Verwendung der Kurtaxe: Touristiker wollen mitreden

Die Stralsunder Stadtverwaltung will mit den geplanten Tourismusabgaben indes zunächst die eigenen Einnahmen steigern

Stralsund. Die Debatte um die Einführung einer Tourismusabgabe in der Hansestadt spitzt sich zu. Erstmals fordern jetzt Stralsunder Hotelliers, Gastronomen und Touristiker Mitspracherecht bei der Ausgestaltung dieses Prozesses, wie Eike Sadewater, Geschäftsführer des Hotels „Scheelehof“, gegenüber der OZ deutlich machte: „Es geht darum, das Thema sachkundig zu begleiten.“

Der Ausgangspunkt des Vorhabens, aus Tourismus Geld zu schöpfen, liegt in der chronisch klammen Stadtkasse. Für deren Haushaltssicherungskonzept hatte die Kämmerei einst 550000 Euro in den Etat schreiben lassen. Laut Peter Fürst, dem Abteilungsleiter für Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung, wollte man dieses Geld über die Bettensteuer einnehmen. Ein Vorhaben, das politisch nicht durchsetzbar war.

Deshalb die Anstrengungen der Hansestadt, sich zum staatlich anerkannten Erholungsort küren zu lassen. Im August 2016 überreichte Birgit Hesse (SPD), zu dieser Zeit noch Sozialministerin, den Titel.

Damals hatte Karsten Liefländer, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Stralsund, darauf gedrungen, dass die erzielbaren Einnahmen nur in die Entwicklung des Tourismus am Sund fließen dürfen. Ein Punkt, den Dirk Höft, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Stralsund, jetzt während einer öffentlichen Grünen-Fraktionssitzung aufgriff. „Wir haben uns an die Bürgerschaftsfraktionen gewandt, um klar zu machen, dass hinter dem Tourismus in Stralsund mehr steckt als nur Hotels und Gaststätten“, so Höft. Er schlug einen Beirat vor, der die Einführung einer Tourismusabgabe und die Verwendung der Mittel begleitet.

Wie André Kretzschmar von der Tourismuszentrale erklärte, ist Bedingung dafür eine Satzung. Diese regelt, wie viel von wem wie eingenommen und am Ende wofür ausgegeben wird.

Laut Peter Fürst muss es dafür eine Erhebung geben, die feststellt, was in Stralsund an öffentlichen Mitteln in Sachen Fremdenverkehr ausgegeben wird. „Da sind wir dabei“, so der Wirtschaftsförderer. Dabei sei deutlich geworden, wie kompliziert das Vorhaben sei. Verschiedene Haushaltsposten und Ämter seien betroffen, aus deren Ausgaben der Tourismusanteil herausgefiltert werden müsse.

Beispielsweise komme die Grünflächenpflege durch das Bauamt nicht nur Einheimischen zu Gute. An bunten Blumenkübeln im Stadtbild erfreuten sich auch Touristen. Selbst aus dem Besuch der Museen müssten Anteile einheimischer Besucher und Schulklassen künftig von denen der Touristen unterschieden werden. „Ein Prozess, der etwas dauern wird und für den wir uns den externen Sachverstand eines Berliner Ingenieurbüros dazugeholt haben“, sagt Peter Fürst, der am Ende dieses Prozesses mit Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe rechnet. Begonnen werden solle zunächst mit der Einführung einer Kurtaxe und in einem zweiten Schritt mit einer Abgabe für jedes Unternehmen, das mit Touristen in der Hansestadt zusätzliches Geld verdient.

Aus Fürsts Sicht sei die Vorbereitung dafür nur von der Verwaltung zu leisten. Zwar könnten sich Dirk Höft und seine Mitstreiter vorstellen, bereits hier mit einem Beirat tätig zu werden. Doch für die Dehoga sei es wichtig, dass möglichst viele kreative Köpfe am Ende ihre Ideen für den Einsatz der Mittel einbringen. Etwa für ein Destinationsmarketing, das Stralsunds Tourismusvorteile noch bekannter machen würde. Fürst selbst lehnt die Begleitung durch einen Beirat nicht ab, verweist aber darauf, dass die Bürgerschaft Herr des Verfahrens sei.

Jürgen Suhr, Vorsitzender der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, sprach sich dafür aus, für die Umsetzung der Tourismusabgabe in Stralsund möglichst viele kreative Ideen sowie Kompetenzen zu versammeln und zu nutzen.

Jörg Mattern

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Ribnitz-Damgarten

Von Ribnitz nach Afghanistan: Revierleiter Marco Stoll (49) im besonderen Einsatz als Polizeiberater in Mazar-i-Sharif

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rügen
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.