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Rügen Viel Gegenwind für Gewerbepark
Vorpommern Rügen Viel Gegenwind für Gewerbepark
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19:03 17.05.2018
Direkt vor dem Reiterhof liegt das Gelände, auf dem nach den Plänen der Gemeinde ein Gewerbepark entstehen kann. Quelle: Foto: Wenke Büssow-Krämer
Sellin

Viele Emotionen kamen hoch auf der Bürgerversammlung, zu der die Gemeinde geladen hatte. Hier sollte endlich mehr Licht in die Planung eines Gewerbegebietes gebracht werden, das von der B196 in Richtung Neuensien/Seedorf kommend, vor dem Reiterhof entstehen könnte. Zahlreiche eingegangene Stellungnahmen liegen der Gemeindevertretung vor. „Auf der letzten Ortsteilausschusssitzung haben wir eine Versammlung außer der Reihe versprochen, um dann auch den Stadtplaner und das Bauamt dabei zu haben, die kompetente Antworten geben können. Wir wollen uns da nicht verstecken“, erklärte Bürgermeister Reinhardt Liedtke.

„„Eine Linksabbie- gerspur soll Rück- stau verhindern. Die Straße bietet auch Möglichkeiten für weitere Ausweich- buchten und einen Radweg.“Heinrich Vulter, Stadtplaner
„„Die Gemeinde ist auch für die Gewerbetrei- benden da. Und die suchen nun mal einen Platz, an dem sie bleiben können.“Reinhardt Liedtke, Bürgermeister Sellin

Neben den fachkundigen Gesprächspartnern folgten der Einladung 34 Einwohner und Eigentümer von Ferienimmobilien, die sich über die Baupläne nicht rechtzeitig informiert fühlten. „Es gab vor anderthalb Jahren bereits eine Versammlung, in der über den Flächennutzungsplan gesprochen wurde“, sagte Matthias Scheibe. „Neben Ankündigungen in den üblichen Schaukästen wurde auch in der Selliner Zeitung darüber informiert“, so der Gemeindevertreter. Die seien eventuell nicht bei den Eigentümern von Ferienimmobilien gelandet, die selbst hier nicht ansässig sind. Eine sogenannte „frühzeitige Beteiligung“ der Bürger ist allerdings auch noch bis morgen möglich.

Die anwesenden Zuhörer sprachen sich teilweise heftig gegen die Pläne eines Gewerbegebietes vor ihrer Ortschaft aus. Eine Störung des Landschaftsbildes, erhöhtes Verkehrsaufkommen und damit verbundene Risiken für Kinder auf dem Schulweg, sowie Attraktivitätsverlust der Umgebung für Urlauber werden befürchtet. Der Bedarf für Gewerbeflächen sei aber nun mal vorhanden, argumentierten die Verantwortlichen. So mussten Gewerbetreibende nach Ablauf von Miet- oder Pachtverträgen, oder auf der Suche nach mehr Platz, mangels Alternativen bereits die Gemeinde verlassen. Nachdem in der Vergangenheit die Flächen im Gemeindebereich gründlich durchleuchtet wurden, scheint das nun ins Auge gefasste Gebiet das geeignetste. „Die Gemeinde ist auch für die Gewerbetreibenden da. Und die suchen ein Plätzchen, an dem sie bleiben können“, machte Bürgermeister Liedtke klar.

Petra Wagner betreibt Pension und Restaurant am Ortseingang. Auch sie sieht gerade die Zufahrtsstraße als Hauptproblem. „Es ist sicher eine schwierige Entscheidung. Das Problem ist, dass sich niemand richtig vorstellen kann, wie es dann aussehen soll. Auch ich bin nicht hundertprozentig überzeugt, dass das der beste Platz ist“, so die Einwohnerin.

Stadtplaner Heinrich Vulter verschaffte einen Überblick, wie die befürchtete Mehrbelastung der Gemeindestraße umgangen werden kann. „Zum einen soll eine Linksabbiegerspur auf der B196 aus Richtung Sellin einen Rückstau verhindern. Auch eine Bedarfsampel für die Gemeindestraße wäre möglich“, so der Stadtplaner. Die Straße selbst lasse noch Möglichkeiten für weitere Buchten als Ausweichmöglichkeit oder auch einen parallelen Radweg zu. Der Bürgermeister stellte aber auch klar: „Wir sind an einem Schritt, wo noch vieles zu prüfen ist.“ Heinrich Vulter erklärte das weitere Vorgehen: „Im Bauausschuss wird nun über diese Sitzung informiert. Dann können Entwürfe angefordert werden, um über weitere Details der Planung – wie zum Beispiel Vermessung, Baugrundgutachten, Erschließung und Kompensationsmaßnahmen – aufzuklären. Die Ergebnisse können dann in einer nächsten Bürgerversammlung vorgestellt werden“, sagte der Stadtplaner.

Wenke Büssow-Krämer

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