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Rügen Viel Historie, kaum Zukunft: IHK-Konferenz enttäuscht
Vorpommern Rügen Viel Historie, kaum Zukunft: IHK-Konferenz enttäuscht
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00:00 23.09.2016

Regionalkonferenz der Industrie- und Handelskammer zu Rostock am Mittwoch im gut besetzten Saal des Ozeaneums. Spannend das Tagungsthema. Die IHK wollte Erhellendes zur Zukunft der maritimen Industrie im Landkreis beitragen. In Mecklenburg-Vorpommern ist das ein Wirtschaftsfaktor mit 10000 Beschäftigten in 280 Unternehmen. Die Region will stärker davon profitieren, und so stand die Frage: Welche Hafeninfrastrukturen und welches Marketing brauchen unsere Häfen in Vorpommern und Rügen? Im Blickpunkt: Stralsund, Barth und Mukran.

Bereits mit der Einladung hatten die Organisatoren getrommelt: „Nutzen Sie die IHK-Regionalkonferenz, um sich über die Entwicklungskonzepte der Häfen zu informieren und sich mit Akteuren aus Wirtschaft und Politik auszutauschen.“ Letztere hatten sich rar gemacht – was eingeladene Spitzenpolitiker betraf. Die Minister Harry Glawe (CDU) und Christian Pegel (SPD) waren durch Koalitionsgespräche verhindert, ließen sich vertreten durch Hanns- Christoph Saur, Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium und Jens-Uwe Zingler, Referatsleiter im Verkehrsministeri-

um. Beide brachten wenig zu Struktur und Marketing, dafür viel zur Wirtschaftsbilanz der Landesregierung. So verwies Hanns- Christoph Saur darauf, dass das Bruttoinlands-

produkt in MV zwischen 2011 und 2015 von 36 auf 40 Milliarden Euro gestiegen und die Arbeitslosenzahlen seither von 107 000 auf 86 000 gesunken sind. Zur maritimen Industrie wurde das Publikum mit weiteren Zahlen beeindruckt. Hat das Land dafür seit 1991 etwa 56 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt. Dazu die Erkenntnis, dass der Hafentrend heute zu Gewerbegebieten mit Kaikante geht.

Ansonsten viel Hoffnung mit Blick auf die asiatische Genting-Gruppe, die künftig auf den Werften in MV Kreuzfahrtschiffe bauen will. Laut Saur am Sund Luxus Expeditions-Kreuzfahrtschiffe der Endeavour Klasse. Große Zahlen auch von Jens-Uwe Zingler. So seien Häfen in Vorpommern seit 2000 mit 33 Millionen Euro gefördert worden. Im Publikum war die Neugier inzwischen in Erstaunen umgeschlagen. Da musste doch noch etwas zu Struktur und Marketing kommen? Die Hoffnungen richteten sich auf Vertreter der Hafenstädte. Doch die hatten eher die Aufgabe, sich mehr auf die Historie zu konzentrieren. Ein Anliegen, dem der Barther Bauamtsleiter Manfred Kubitz intensiv nachkam, lautete doch sein Thema: Der Hafen Barth von der Preußenzeit bis zur Gegenwart. Nachdem die vereinbarten 20 Minuten Redezeit längst verstrichen waren, warf Kubitz einen Blick voraus auf die Entwicklung des Barther Osthafens, der mit Hilfe von Privatinvestoren 70 Gastliegeplätze für Segeltourismus sowie Ferienhäuser und Spaßbad erhalten soll.

Den langen Exkurs zum kleinsten der vorpommerschen Häfen durften und konnten die folgenden Redner nicht toppen. Im Schnelldurchlauf ließ Stralsunds Hafengeschäftsführer Sören Jurrat Historie und Umschlagszahlen passieren, um auf den Trend zu kommen. Denn der Standort Frankenhafen verfügt inzwischen über ein maritimes Gewerbegebiet, das künftig durch einen Gleisanschluss das Transportpotenzial von Schiff, Lkw und Bahn besser verbinden wird.

Helmut Seilert legte den Fokus auf die Zukunft des Hafens Mukran. Der firmiert neuerdings unter der Dachmarke Mukran Port und setzt auf die Verbindung von Fährhafen, Gewerbegebiet, Seehafen.

Blieben fünf Minuten Diskussion: Die nutzte ein Marineoffizier zu der Frage. „Wäre es nicht richtiger gewesen, die Hafenvertreter hätten zu Strukturen gesprochen, die sie brauchen und wir hätten erfahren, wie diese zu erreichen sind?“

Jörg Mattern

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