Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Vogelgrippe: Backhaus fordert Landkreis zum Handeln auf

Stralsund/Ummanz Vogelgrippe: Backhaus fordert Landkreis zum Handeln auf

Bürger hatten sich über laxen Umgang mit ihren Hinweisen beschwert / Auch Tierparks in Vorpommern-Rügen haben Schutzmaßnahmen ergriffen

Stralsund/Ummanz. Im Umgang mit der sich ausbreitenden Vogelgrippe hat der Landkreis Vorpommern-Rügen eine Ermahnung aus Schwerin bekommen. Umweltminister Till Backhaus (SPD) wies Landrat Ralf Drescher (CDU) gestern persönlich an, Hinweise von Bürgern ernst zu nehmen. „Ich erwarte von den Behörden, dass sie sofort der Sache nachgehen, wenn tote Vögel gefunden werden“, sagte Backhaus. Für einen laxen Umgang mit den Anrufen habe er kein Verständnis. „Es geht um eine hochansteckende Seuche. Die Tiere können innerhalb von 48 Stunden verenden. Wir müssen alles dafür tun, dass sie nicht verschleppt wird.“

Anlass für die ministerielle Ansage waren Berichte von Bürgern aus Vorpommern-Rügen, die sich über die Vorgehensweise der Behörden am Wochenende beschwert hatten. Ein Stralsunder will einen toten Adler entdeckt haben. Auf seinen telefonischen Hinweis habe man nur geantwortet, dass man keine Zeit habe, rauszufahren. Das sagte er dem Sender „Ostseewelle“.

Einen weiteren Fall schildert der Vize-Wehrführer aus Groß Mohrdorf, Maik Kupz. Er hatte am Freitag drei tote Enten aus dem Barther Bodden bei Kinnbackenhagen geholt und beim Veterinäramt abgegeben.

„Ich habe dann gefragt, was ich machen soll, wenn ich am Wochenende tote Tiere finde. Man sagte mir, dann solle ich sie vor eine Hintertür legen“, berichtete Kupz.

Kreissprecher Olaf Manzke bezeichnete die geschilderten Vorfälle gestern als „Missverständnisse“. Die Tiere sollen nicht irgendwo abgelegt werden. Wenn jemand einen toten Wildvogel finde, solle derjenige sich sofort bei den Behörden melden. „Insbesondere bei Greif- und Zugvögeln sind wir da sehr sensibel“, sagte Manzke. Dann werde ein Mitarbeiter losgeschickt, der den Kadaver zur weiteren Untersuchung einsammelt. Von Anrufen wegen toter Singvögel soll dagegen abgesehen werden. „Von ihnen geht keine Gefahr aus“, erklärt Manzke.

In MV sind am Wochenende mehrere tote Wildvögel gefunden worden. Darunter auch ein Mäusebussard bei Ummanz auf Rügen, der positiv auf den Erreger H5 getestet wurde. Derzeit wird untersucht, ob es sich um den hoch ansteckenden H5N8-Virus handelt. Der Erreger gilt als ungefährlich für Menschen, ist aber eine erhebliche Bedrohung für Hausgeflügel. Die Nutztierbestände in Vorpommern-Rügen sind bislang offenbar verschont geblieben, laut Kreissprecher Olaf Manzke gibt es keinen Verdachtsfall.

Seit gestern gilt in ganz MV die Stallpflicht. Auch die Tierparks müssen ihre Bewohner schützen. Im Vogelpark Marlow wurden alle gefährdeten Tiere bereits in der vergangenen Woche in die Ställe gebracht. „Gefährdet sind alle Wasservögel. Das sind etwa 40 bis 50 Tiere“, berichtet Pressesprecherin Franzi Zöger. Seit gestern sind zudem einige Anlagen für Besucher geschlossen. „Das sind aber alles reine Vorsichtsmaßnahmen“, sagt die Sprecherin. Da im Vogelpark viele Anlagen für die Besucher frei zugänglich seien, habe man sich entschieden, diese zu schließen.

Der Stralsunder Zoo nimmt keine hilflosen oder verletzten Wildvögel mehr auf, teilt Chef Christoph Langner mit. Wirtschaftsgeflügel wie Hühner, Enten und Gänse sei in Ställen untergebracht worden.

Bei großen Laufvögeln wie Emus funktioniere das nicht. „Wir reden mit den Ämtern wegen einer Ausnahmegenehmigung“, sagt Langner. Für Mitarbeiter und Besucher wurden Desinfektionsmatten aufgestellt.

Sonderschichten mussten Mitarbeiter und freiwillige Helfer auch im Grimmener Heimattierpark einlegen. Etliche Volieren wurden mit Planen überdacht. „So verhindern wir, dass Kot von Wildvögeln zu unserem Tierpark-Geflügel gelangt“, erklärt Zoo-Chefin Christine Trapp.

Alexander Müller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Althof
Schönes Hobby: Ines Johanson lässt Trockenblumen wieder erblühen. Sie fertigt zu Hause romantische Kränze an.

Ines Johanson fertigt Kränze und Gestecke aus Naturmaterialien / Gern möchte sie ihr Hobby noch mehr ausleben

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rügen
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.