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Rügen Vogelgrippe: Backhaus fordert Landkreis zum Handeln auf
Vorpommern Rügen Vogelgrippe: Backhaus fordert Landkreis zum Handeln auf
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00:01 15.11.2016

Im Umgang mit der sich ausbreitenden Vogelgrippe hat der Landkreis Vorpommern-Rügen eine Ermahnung aus Schwerin bekommen. Umweltminister Till Backhaus (SPD) wies Landrat Ralf Drescher (CDU) gestern persönlich an, Hinweise von Bürgern ernst zu nehmen. „Ich erwarte von den Behörden, dass sie sofort der Sache nachgehen, wenn tote Vögel gefunden werden“, sagte Backhaus. Für einen laxen Umgang mit den Anrufen habe er kein Verständnis. „Es geht um eine hochansteckende Seuche. Die Tiere können innerhalb von 48 Stunden verenden. Wir müssen alles dafür tun, dass sie nicht verschleppt wird.“

Anlass für die ministerielle Ansage waren Berichte von Bürgern aus Vorpommern-Rügen, die sich über die Vorgehensweise der Behörden am Wochenende beschwert hatten. Ein Stralsunder will einen toten Adler entdeckt haben. Auf seinen telefonischen Hinweis habe man nur geantwortet, dass man keine Zeit habe, rauszufahren. Das sagte er dem Sender „Ostseewelle“.

Einen weiteren Fall schildert der Vize-Wehrführer aus Groß Mohrdorf, Maik Kupz. Er hatte am Freitag drei tote Enten aus dem Barther Bodden bei Kinnbackenhagen geholt und beim Veterinäramt abgegeben.

„Ich habe dann gefragt, was ich machen soll, wenn ich am Wochenende tote Tiere finde. Man sagte mir, dann solle ich sie vor eine Hintertür legen“, berichtete Kupz.

Kreissprecher Olaf Manzke bezeichnete die geschilderten Vorfälle gestern als „Missverständnisse“. Die Tiere sollen nicht irgendwo abgelegt werden. Wenn jemand einen toten Wildvogel finde, solle derjenige sich sofort bei den Behörden melden. „Insbesondere bei Greif- und Zugvögeln sind wir da sehr sensibel“, sagte Manzke. Dann werde ein Mitarbeiter losgeschickt, der den Kadaver zur weiteren Untersuchung einsammelt. Von Anrufen wegen toter Singvögel soll dagegen abgesehen werden. „Von ihnen geht keine Gefahr aus“, erklärt Manzke.

In MV sind am Wochenende mehrere tote Wildvögel gefunden worden. Darunter auch ein Mäusebussard bei Ummanz auf Rügen, der positiv auf den Erreger H5 getestet wurde. Derzeit wird untersucht, ob es sich um den hoch ansteckenden H5N8-Virus handelt. Der Erreger gilt als ungefährlich für Menschen, ist aber eine erhebliche Bedrohung für Hausgeflügel. Die Nutztierbestände in Vorpommern-Rügen sind bislang offenbar verschont geblieben, laut Kreissprecher Olaf Manzke gibt es keinen Verdachtsfall.

Seit gestern gilt in ganz MV die Stallpflicht. Auch die Tierparks müssen ihre Bewohner schützen. Im Vogelpark Marlow wurden alle gefährdeten Tiere bereits in der vergangenen Woche in die Ställe gebracht. „Gefährdet sind alle Wasservögel. Das sind etwa 40 bis 50 Tiere“, berichtet Pressesprecherin Franzi Zöger. Seit gestern sind zudem einige Anlagen für Besucher geschlossen. „Das sind aber alles reine Vorsichtsmaßnahmen“, sagt die Sprecherin. Da im Vogelpark viele Anlagen für die Besucher frei zugänglich seien, habe man sich entschieden, diese zu schließen.

Der Stralsunder Zoo nimmt keine hilflosen oder verletzten Wildvögel mehr auf, teilt Chef Christoph Langner mit. Wirtschaftsgeflügel wie Hühner, Enten und Gänse sei in Ställen untergebracht worden.

Bei großen Laufvögeln wie Emus funktioniere das nicht. „Wir reden mit den Ämtern wegen einer Ausnahmegenehmigung“, sagt Langner. Für Mitarbeiter und Besucher wurden Desinfektionsmatten aufgestellt.

Sonderschichten mussten Mitarbeiter und freiwillige Helfer auch im Grimmener Heimattierpark einlegen. Etliche Volieren wurden mit Planen überdacht. „So verhindern wir, dass Kot von Wildvögeln zu unserem Tierpark-Geflügel gelangt“, erklärt Zoo-Chefin Christine Trapp.

Alexander Müller

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