Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Vom Ku’damm in die Poststraße
Vorpommern Rügen Vom Ku’damm in die Poststraße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 01.12.2016

Gutbetuchte, Promis und Politiker wie Kanzlerin Angela Merkel, Schauspielerin Gerit Kling und auch Kim Gloss und Verona Poth gehen im Salon von Starfriseur Udo Walz am Berliner Kurfürstendamm ein und aus. In den vergangenen Jahren auch Melanie Simson. Allerdings nicht, um sich die Haare schön machen zu lassen, sondern um zu lernen, wie sie anderen perfekt das Haupt frisiert. Die junge Göhrenerin ergatterte im Sommer 2013 einen der begehrten Ausbildungsplätze bei Coiffeur Walz. Hier hatte man anscheinend sofort bemerkt, dass der Insulanerin das Handwerk im Blut liegt. Nach den Urgroßeltern mit eigenem Geschäft in Leipzig, Oma Ingrid Jagnow und ihrem Geschäft in Göhren sowie ihrer Mama Annette Rudnik, die den Salon im Ostseebad 2005 übernahm, dreht sich nun bei „Melli“ schon in vierter Generation alles rund um Kamm, Bürste, Föhn und Schere.

Diese Utensilien sehen in den zahlreichen Salons des Udo Walz nicht anders aus als in dem in der heimischen Poststraße bei Mama Annette. „Aber die Geschäfte lassen sich nur schwer vergleichen. Dort herrscht schon mehr Glamour und ein sehr hoher Anspruch. Wir trugen alle nur schwarz und weiß, es gab eine Rezeptionistin, die die Kunden empfing und platzierte und dem zuständigen Friseur Bescheid gab und nebenbei ein Getränk anbot. In dem abgeschirmten Bereich im hinteren Teil des schlauchigen Raumes wirbelte ein junges Team um die Bedienungsplätze“, beschreibt Melanie die Atmosphäre in ihrem Ausbildungsbetrieb. Selbst Hand anlegen durften die Azubis aller Lehrjahre daher auch nur an Modellen. „Die suchten wir uns selbst zum Beispiel über Facebook. Denn die Kunden von Udo Walz erwarten selbstverständlich für ihr Geld von einem professionellen Friseur bedient zu werden.“

Einmal aber, erzählt Melli, durfte sie im ersten Lehrjahr Schauspieler Mario Adorf, der vor einer Preisverleihung im Salon erschien, die Haare waschen. „Er lag aber leider nicht ordentlich im Waschbecken und so habe ich ihm erstmal den Rücken nass gemacht. Gut, dass er es mir nicht krumm genommen hat.“

Und so habe sie immer sehr viel Spaß gehabt in den vergangenen drei Jahren. Es wurde viel gescherzt, sich zu Halloween auch verkleidet und düster geschminkt gearbeitet. „Hier war immer etwas los“.

Was andere Mädchen mit 21 Jahren toll finden – das Getümmel in der Hauptstadt, einer Stadt, die niemals schläft, Clubs, öffentliche Verkehrsmittel, Menschen unterschiedlichster Couleur – wurde Melanie zu viel.

„Freunde zu finden, ist bei diesen Arbeitszeiten schwer und letztlich ist es wie hier auch. Man kann rein theoretisch jeden Tag an den Strand gehen. Macht man aber nicht!“ Frisch ausgelernt bei Udo Walz hätte sie sich durch die besten Salons in Berlin schneiden oder ins Ausland gehen können. Stattdessen zog es die selbstbewusste junge Frau zurück in die geliebte Heimat. In den Salon ihrer Mutter. Den möchte Melanie eines Tages weiterführen. Doch nun stehen erst einmal einige Jahre Berufserfahrung und der Meistertitel auf ihrem Plan.

Steffi Besch

Mehr zum Thema

Daniel Ben Frank Damen aus Kühlungsborn schreibt holländische Romane / Autor sucht Übersetzer

26.11.2016

. 1610 Euro hat die Ribnitzerin Anneliese Sahr für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) in diesem Jahr gesammelt.

28.11.2016

Neun Höfe öffnen am 10. Dezember in Ribnitz-Damgarten / Die Vorbereitungen dafür laufen

29.11.2016

Redaktions-Telefon: 03838 / 2014831, Fax: 2014832 E-Mail: lokalredaktion.ruegen@ostsee-zeitung.de Sie erreichen unsere Redaktion: Montag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr, Sonntag: 10 bis 16 Uhr.

01.12.2016

Als Glücksfall sieht Agenturchef Volkswerft / Die sucht Ingenieure und Lehrlinge

01.12.2016

Jedes Jahr um die gleiche Zeit erkranken viele Menschen

01.12.2016
Anzeige