Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Von Bissen, Mundgeruch und fremden Zähnen
Vorpommern Rügen Von Bissen, Mundgeruch und fremden Zähnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 29.03.2017
Zahnärztin Dr. Carmen Kannengießer (r.) und Zahntechnikerin Petra Junk werten Laborergebnisse einer Patientin aus. Quelle: Foto: Uwe Driest
Rügen

Auch Zahnärzte sind Menschen – und sie erleben nicht nur mustergültige Patienten. Natürlich würden sie nie aus dem Nähkästchen plaudern. Deshalb bleibt der Inselzahnarzt, der hier aus seiner Praxis berichtet, anonym (Name ist der Redaktion bekannt).

Er räumt gleich mit einem Vorurteil auf: „Am schlimmsten sind nicht die Patienten mit Knoblauchfahne oder Mundgeruch. Mundgeruch ist oft ja Symptom dafür, dass im Mund etwas nicht stimmt und für uns nichts besonderes oder schlimmes. Aber wenn jemand mit ausgeprägter Alkoholfahne kommt, ist das sehr unangenehm. Da wird man als Zahnarzt schon von den Dünsten benommen und der Patient hat unter Umständen noch ordentlich Rest-Alkohol im Blut, der die Behandlung erschwert.“

Doch die meisten Patienten nehmen Rücksicht. Auch, wenn die Behandlung mal unangenehm wird. „Es ist sehr selten, dass Patienten wirklich ausrasten. Ist mir aber auch schon mal passiert, dann hilft nur der Abbruch der Behandlung.“ Und der berühmte Biss in den Zahnarztfinger? „Ja, auch das kommt vor. Da muss man aber unterscheiden, es gibt unwillkürliche Reaktionen, zum Beispiel von Personen mit körperlichen Einschränkungen. Dass jemand absichtlich zubeißt, ist mir nur einmal vorgekommen. Menschenbisse können ganz schön gefährlich sein, man muss gut aufpassen, dass sie sich nicht entzünden.“

Und kuriose Erlebnisse? Die hat der von der OZ befragte Inselzahnarzt auch manchmal. „Ich erinnere mich noch gut an einen Mann, der mit einem Zahn in die Praxis kam. Er war der festen Überzeugung, das sei seiner. Aber ein Check seines Mundes ergab: Da war alles vollständig. Wo er den Zahn her hatte und wem er gehörte, bleibt ein Geheimnis.“

Skurril auch, wie wenig achtsam manche Patienten mit ihrem Mundinhalt umgehen: „Eine junge Frau hatte sehr lange sparen müssen, um sich eine Brücke leisten zu können“, sagt der Dentist. „Als sie dann endlich angepasst war, war sie sehr glücklich. Einige Wochen später tauchte sie völlig verzweifelt in der Praxis auf: Die wertvolle Brücke war spurlos verschwunden und sie hatte keine Idee, wohin.“

Erst nach intensivem Nachdenken konnte eine mögliche Lösung gefunden werden: Die junge Frau hatte mit Freunden ein Hähnchen-Essen gehabt. Es war fröhlich zugegangen – und im Eifer des Gefechtes könnte die wertvolle Brücke versehentlich auf dem Knochenteller gelandet sein. Mehrere 100 Euro einfach so mit Hähnchenknochen entsorgt – das ist bitter.

Gaia Born

Menschen mit psychischer Behinderung haben in Poseritz bald mehr barrierefreien Wohnraum. Der Insel-Verein Kransdorf baut in der Lindenstraße ein Wohnhaus für eine neue Wohngruppe um.

29.03.2017

41 Gaststätten auf Rügen beteiligen sich an den diesjährigen Fisch(er)tagen. Jedes Lokal stellt eine spezielle Speisekarte mit seinen Gerichten zusammen.

29.03.2017

Sabine Szuwart und ihre Kolleginnen schauen jedes Jahr in die Münder von etwa 26000 Kindern in ganz Vorpommern-Rügen.

29.03.2017