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Rügen Von Honshu nach Rügen: Japaner ist in Wreechen kreativ
Vorpommern Rügen Von Honshu nach Rügen: Japaner ist in Wreechen kreativ
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03:45 07.09.2013
Verstehen sich auch ohne viele Worte: Künstlerkollegen Atsuhi Mizutani aus Japan und Bernard Misgajski aus Wreechen präsentieren einen kreativ gestalteten Stuhl, den sie zusammen angefertigt haben. Quelle: Stefanie Büssing
Wreechen

Rund 26 Stunden hat Atsuhi Mizutani von seinem Wohnort Gifu auf der japanischen Insel Honshu bis in den kleinen Ort Wreechen auf der Insel Rügen gebraucht. Der 38-Jährige ist zu Gast bei Bernard Misgajski. Was sie verbindet? Beide sind Künstler, wollen beim Arbeiten voneinander lernen. Das Ganze ist Teil des „Rostock-Kyoto Art Rainbow Project“, das es seit 2006 gibt.

„Die japanischen Künstler leben und arbeiten zwei bis drei Wochen bei deutschen Künstlern, danach werden die entstandenen Arbeiten in der Kunsthalle Rostock gezeigt“, erklärt Bernard Misgajski. Seit 2007 findet der Austausch im jährlichen Wechsel statt. 2008 war der 63-Jährige selbst zu Gast in Japan. Seitdem zieren Werke von ihm das Wisdom-Ware-House in Maizuru. „Sicher ist man darauf stolz“, sagt der Künstler mit einem Lächeln.

Sein japanischer Gast ist zum ersten Mal in Deutschland. Was ihm sofort auffällt: „Die gute Luft und der große Garten mit soviel Natur drumherum“, sagt Atsuhi Mizutani in gebrochenem Englisch.

„Unsere Häuser sind oft sehr klein und haben auch einen ganz anderen Baustil“, sagt er mit Blick auf die alte Wassermühle in Wreechen, die Misgajski zu einem Künstleratelier umgebaut hat — dort fertigt er Metallbilder und Skulpturen aus Holz und Stahl. Nebenan hält er einige Ziegen, die dem 63-Jährigen bei der Arbeit zuschauen. Die Idylle scheint auch Atsuhi Mizutani zu beeindrucken. „Die Familie ist sehr nett, sie haben viele Tiere und ich genieße es sehr, hier zu sein.“ Bisher habe es erst eines gegeben, was dem Asiaten suspekt war: „Milchreis“, verrät der 38-Jährige lachend. „Ich habe schon Reis und Milch gegessen, aber beides zusammen ist einfach eine schlechte Kombination.“

Auch arbeitstechnisch haben sich die beiden Künstler bereits interessiert beäugt:„Er sieht, wie ich arbeite und greift es sicherlich auch auf, wenn er wieder zu Hause ist“, ist sich Misgajski sicher.

„Und mir geht es genauso.“ Besonders beeindruckt hat den Rüganer eine japanische Säge: „Damit kann man hervorragend arbeiten, leider ist sie in Deutschland nicht zu bekommen.“ Auch Atsuhi Mizutani hat Neuland für sich entdeckt: „Ich habe bisher noch nie mit Emaille gearbeitet.“ Wenn genug Zeit bleibt, will Misgajski ihn in die Kunst einführen.

Gemeinsam arbeiten sie an drei Objekten: „Am ersten Abend haben wir draußen gesessen und auf die Raumsonde ISS gewartet, daher kamen wir auf die Idee, einen ISS-Stuhl zu machen“, sagt Misgajski. Den Stuhl habe er aus Stahl gefertigt. Sein Künstlerkollege, der in Japan unter anderem als Bildhauer arbeitet, hat das Schwemmholz bemalt und aufgefädelt. Parallel arbeiten sie an zwei großen Wandbildern mit Trägern aus Stahl, aus denen Flächen ausgeschnitten und durch liebevoll gearbeitete und bemalte Holzarbeiten ersetzt werden.

„Wenn wir noch Zeit haben, wollen wir uns auf jeden Fall noch etwas von der Insel ansehen“, sagt Misgajski.

Die Ausstellung ist vom 13. September bis zum 27. Oktober in der Kunsthalle Rostock zu sehen.

Rostock-Kyoto Art Rainbow Projekt

2006 unterschrieben die Deutsch-Japanische Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern zu Rostock (GARFO), und die Kyoto Society for Inter-Art Exchange (JARFO) eine Kooperationsvereinbarung, auf deren Grundlage deutsche und japanische Künstler Gelegenheit erhalten sollten, die Kultur des anderen sowie deren künstlerische Traditionen und zeitgenössische Entwicklung vor Ort kennenzulernen.

2007 fand der erste Austausch statt, bei dem Japanische Künstler nach Mecklenbirg-Vorpommern gekommen waren. Seitdem wird dieser im jährlichen Wechsel veranstaltet.

Milch und Reis ist eine schlechte Kombi.“Atsuhi Mizutani

Stefanie Büssing

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