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Von der Ostsee bis an den Pazifik

Sellin Von der Ostsee bis an den Pazifik

Der Rüganer und Naturfotograf Florian Nessler tourte acht Wochen über die Mongolei nach Peking

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Florian Nessler (li.) und sein Freund und Kommilitone Michel Harre.

Sellin. Zwei Freunde, ein 22 Jahre alter Peugeot 206 und 10000 Kilometer vor ihnen: Florian Nessler und Michel Harre, beide Studenten des Studiengangs Naturschutz und Landnutzungsplanung an der Fachhochschule in Neubrandenburg, stürzten sich in ein gemeinsames Abenteuer. „In der Vier-Tore-Stadt ging es los. Wir fuhren über Polen, Weißrussland und Russland bis in die Mongolei. In Ulaanbaatar haben wir dann unser Auto verkauft und sind mit dem Zug und dem Bus bis nach Peking gereist und von dort weiter an den Pazifik“, reißt Florian grob ihre Route ab. Klingt einfach, war es aber nicht immer.

Nachdem sie ihre Idee bei einem geselligen Abend im Studentenwohnheim im Beisein von Freunden aussprachen, war die Planung des Trips auch schon in vollem Gange. „Wir haben alle Zweifel über Bord geworfen, uns schnell um Visa, sämtliche Formalitäten, die Strecke und natürlich auch um ein altes Auto gekümmert“, so der 27-jährige Rüganer, der aus Lauterbach stammt.

Der zugesicherte Passat aber wurde zwei Wochen vor dem Termin vom Eigentümer an einen anderen Interessenten verkauft. Und die Jungs standen ohne notwendiges Fortbewegungsmittel da. „Meine Eltern kennen auf Rügen den Chef einer Autowerkstatt. Der hat dann den Peugeot für uns aufgetrieben und durchgesehen sowie mit neuem Tüv versehen“, erzählt Florian.

Anfang Juli letzten Jahres warfen er und Michel dann den Motor an und brausten los. Durch Russland oft zehn bis zwölf Stunden täglich. „Um Strecke zu machen“, wie sie sagen. Denn die meisten Stunden ihres insgesamt acht Wochen währenden Trips wollten sie gern in der Mongolei verbringen. Dort angekommen und vom Altai-Gebirge fasziniert, forderten Straßenverhältnisse und veraltete Technik die beiden heraus.

„Die Wege sind nicht befestigt und schon am zweiten Tag steckten wir erst einmal in einer überdimensionalen Pfütze fest, aus der wir es nicht aus eigener Kraft heraus schafften. Glücklicherweise wurde uns schnell geholfen.“ Am nächsten Tag riss ihnen die Bremsleitung. In den Bergen äußerst ungünstig. Immerhin ist das Altai-Gebirge im Nordwesten der Mongolei rund 4500 Meter hoch.

Florian und Michel entscheiden sich für die Umkehr. „Wir wussten, dass ca. 100 Kilometer weiter unten ein großer Ort liegt, der auch eine Werkstatt hat. Diese Strecke haben wir im Schneckentempo mit angezogener Handbremse bewältigt. In 17 Stunden“, erinnert Florian.

An den Tagen in der Mongolei schauten sie aber eher selten auf die Uhr. Wollten die Zeit genießen. Übernachtet wurde im kleinen Zwei-Mann-Zelt oder je nach Wetter auch auf den Vordersitzen ihres Peugeots. Nur ganz selten schliefen sie in einem Hostel, auch um den Luxus eines Internetzuganges zu nutzen und ihren Familien in Deutschland ein Lebenszeichen zu senden.

Pausiert und gegessen haben die Zwei an den schönsten Plätzen vor beeindruckenden Kulissen. Meist Instant-Fertiggerichte. Aber das spielte keine Rolle. Dafür haben sie zwei erlebnisreiche Monate in den Semesterferien verlebt und pro Person 2100 Euro gezahlt, inklusive Visa, Autokauf, Verpflegung und Rückflug von Peking. „1200 Euro sind aber schon in Deutschland für die ganzen Vorbereitungen draufgegangen. Los sind wir mit jeweils 900 Euro in der Tasche. Wir hatten dafür aber ein unbezahlbares Abenteuer“, sagt Florian. Von dem wird er heute Abend um 19 Uhr in der Aula der Selliner Schule berichten.

Multivisionshow in der Selliner Schule

Acht Wochen waren Florian Nessler und sein Freund Michel Harre unterwegs, davon sechs mit dem alten Peugeot Baujahr 1994 und knapp zwei Wochen in China mit Bus, Bahn und zu Fuß. Die ganze Reise hat der Rügener Fotograf Florian Nessler, Mitglied der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen e.V., eine der größten Organisationen für Naturfotografie weltweit, dokumentiert. Aus den Bildern, Videos und Karten ist ein Vortrag entstanden, den er bereits in Potsdam und in Boizenburg unterhaltsam vor interessierten Gästen hielt.

Heute Abend projeziert er seine Multivisionshow um 19 Uhr auf den Beamer in der Aula der Selliner Schule, Granitzer Straße 1b. Der Eintritt zum Vortrag „Von der Ostsee bis an den Pazifik“ ist kostenfrei.

Steffi Besch

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