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Rügen Von schicken Wänden und verzierten Decken
Vorpommern Rügen Von schicken Wänden und verzierten Decken
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04:37 09.03.2018
Wolfgang Kruse, Julia Mahler vom Verlagshaus Kruse und Mitautor Gunnar Möller (v.l.) mit dem neuen Werk. Quelle: Foto: Miriam Weber

Wenn Gunnar Möller anfängt zu erzählen, dann hängt man an seinen Lippen. Und man möchte unbedingt dabei sein, wenn sich der Denkmalpfleger das nächste Mal in ein historisches Haus auf Schatzsuche begibt.

Mit dem neuen Buch aus der Schriftenreihe „Stralsunder Denkmale“ gibt einem der Historiker ein wenig die Chance dazu. Auf 126 Seiten hat sich das Autorenteam, zu dem außer Gunnar Möller die beiden Kunsthistorikerinnen Sabine Kahle und Friederike Thomas gehören, mit dem Thema Wand- und Deckendekorationen des 14. bis 20. Jahrhunderts in Stralsund beschäftigt.

Fast 20 Jahre lang haben Sabine Kahle und Friederike Thomas 300 Häuser der Altstadt erfasst und dabei besonderes Augenmerk auf die Ausstattungselemente gelegt und diese in Schrift und Bild dokumentiert. „Daraus ist eine riesige Datenbank entstanden“, sagt Gunnar Möller. Diese wurde ausgewertet, und als Ergebnis liegt dieses Buch vor, das im Stralsunder Druck- und Verlagshaus Kruse gedruckt wurde. „Das ist übrigens eine einzigartige Publikation in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt Peter Koslik, Pressesprecher der Stadt. Denn „Zeugnisse der Wohnkultur einer ganzen Stadt“ gibt es so noch nicht.

Abschnittsweise erfährt der Leser in diesem reich bebilderten Buch etwas über Wandmalereien und Stuck vom 14. bis zum 17. Jahrhundert und von den Wanddekorationen des 18. bis frühen 20.

Jahrhunderts.

„Wir haben uns diesmal entschlossen, das ein bisschen anders zu machen als sonst“, erklärt Gunnar Möller. „Die Zielgruppe, die wir erreichen wollen, sind nicht nur die interessierten Stralsunder und Gäste, sondern auch Fachleute. Deshalb haben wir mit sehr vielen Fußnoten als Quellennachweis gearbeitet.“

Eine Trennung zwischen einem Kunstmaler und dem Handwerk des Malers, also dem Anstreicher, habe es früher nicht gegeben, sagt Gunnar Möller. Diese Unterscheidung kam erst im 18. Jahrhundert. So war das Aufgabenfeld der Maler im Mittelalter weit gefächert und reichte bis hin zu künstlerischen Anforderungen. Wenig bekannt war bisher etwa, dass es eine relativ gut laufende Stralsunder Tapetenmanufaktur gegeben hatte, die Johann Friedrich Wilcken um 1730 gegründet hatte. Deutschlandweit gab es zahlreiche Tapetenmanufakturen, die bemalte oder bedruckte Leinwand- und Wachstuchtapeten anboten. Noch ist wenig über die Manufaktur Johann Friedrich Wilckens erforscht, doch es spricht einiges dafür, dass das Geschäft über einen längeren Zeitraum florierte.

Noch heute kann man in den alten Häusern der Stadt einige Tapeten, also Wanddekorationen, entdecken. Öffentlich zu sehen sind sie im Museumshaus in der Mönchstraße 8, und jeden Donnerstag wird um 16 Uhr zu einer öffentlichen Führung in den Hackertschen Tapetensaal im Welterbehaus in der Heilgeiststraße eingeladen.

Wand- und Deckendekorationen ist das 5. Heft aus der Schriftenreihe „Stralsunder Denkmale“. Doch an Ideen für weitere Hefte mangelt es Gunnar Möller nicht. „Wir könnten uns intensiver mit den kleinen Kirchenbauten beschäftigen oder das gesamte 19. Jahrhundert unter die Lupe nehmen“, fängt Gunnar Möller an aufzuzählen. „Es gibt noch viel Spannendes zu berichten.“

Das Heft „Wand- und Deckendekorationen des 14. bis 20. Jahrhunderts in Stralsund“ ist im Druck- und Verlagshaus Kruse und in der Buchhandlung Hugendubel erhältlich.

Miriam Weber

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