Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Von und über die Natur lernen
Vorpommern Rügen Von und über die Natur lernen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:52 11.04.2018
„Wer lief denn da?“ lautete das Thema, das Hannah Bergmann (re.) sich für ihre Kinderführung in der Granitz überlegte. Quelle: Uwe Driest
Prora

Um ein Kilo Honig zu gewinnen, muss eine Biene 100 000 Blüten bestäuben“, veranschaulicht Ines Paul die Leistung der Fluginsekten. Ines Paul ist eine von 23 frischgebackenen Naturführern, die ihre Abschlussprüfungen nun am Naturerbezentrum Rügen in Prora ablegten. „Parklandschaften mit historischen Aspekten im Wechsel der Jahreszeiten“lautete das Thema der Hausarbeit von Ines Paul. Der Ausbildungsgang zum „Zertifizierten Natur- und Landschaftsführer der Insel Rügen“ fand erstmals auf der Insel statt. Das Konzept stammt vom Verein der Natur- und Landschaftsführer MV. Der möchte „naturinteressierte Personen in ihren jeweiligen Heimatregionen so ausbilden, dass sie Besuchern ein vielfältiges Exkursionsprogramm durch die heimische Natur und Landschaft anbieten können“.

Der 70-stündige Kurs mit Übernachtungen auf den Schwesterinseln Vilm und Hiddensee war schnell ausgebucht. Unter den fast zwei Dutzend Teilnehmern befanden sich auch Studenten aus Stralsund, Greifswald und Neubrandenburg. Ingolf Stodian, Leiter des Nationalparks Jasmund führte durch den Buchenwald und Fledermaus-Experte Ralf Grunewald vom Bundesamt für Naturschutz durch den Schlosspark von Putbus. Auch Fachleute aus Biosphärenreservat, Kreidemuseum und Naturerbezentrum standen für Exkursionen und Vorträge bereit.

„Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht.“

Organisiert hat das Seminar die Rügener Reiseleiterin Beate Reimann gemeinsam mit der Volkshochschule. „Wir wollen die Teilnehmer sowohl befähigen, Führungen anzubieten, als auch, Kenntnisse zu erwerben, mittels derer sie positiv auf ihr Umfeld einwirken“, sagt sie. Meint: Sie liebt ihre Insel und möchte Mitstreiter für deren Schutz gewinnen. Dann zitiert sie Goethe. „Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht“, hatte der Dichter im April vor 199 Jahren an einen Freund geschrieben. So büffelten die künftigen Naturführer seit November vergangenen Jahres „Inhalte, Methoden und rechtliche Grundlagen zur Gestaltung von Führungen und Naturerlebnisveranstaltungen“. Auch Martina Korth, die hauptberuflich in der Bibliothek des Baaber Haus des Gastes arbeitet. „Ich möchte Menschen das Sehen vermitteln und ihnen sonst kaum wahrgenommene Merkmale der Natur bewusst machen“, sagt sie. Sie erarbeitete für die im Kleinen Jasmunder Bodden gelegene Halbinsel Thiessow eine Führung unter dem Titel „Chinesenbart und Hexen#ei“. Der Chinesenbart ist dabei eine Falte, die an solchen Stellen einer Buche auftritt, wo einmal ein Ast war, lernen die anderen Kursteilnehmer und bei einem Hexenei handelt es sich um die heilende Wundreaktion eines Baumes. Andere Teilnehmer nahmen die Kursteilnehmer mit auf eine „Schatzsuche im Pokenland“, entführten sie in den „Lebensraum Schilf“ oder gaben ihren Führungen Titel wie „Das Wandern ist des Unkrauts Lust“ oder „Hering – ein Individualist im Schwarm“. Volker Barthmann, der hauptberuflich mit seinen Hanomag-Lkw über die Insel fährt, geht künftig zu Fuß „Vom Kreideabbau zum Biotop“.

Naturführer sind Botschafter ihrer Region

Auch, wenn das Programm recht anspruchsvoll war, bestanden alle Kursteilnehmer die Prüfung und erhielten ihre Urkunden, die sie als „Zertifizierter Natur- und Landschaftsführer“ (ZNL) ausweisen. Der Begriff soll durch Eintrag beim Patent- und Markenamt als Wort- und Bildmarke geschützt werden. Die Naturführer sollen sich als Botschafter ihrer Region verstehen und vorbereitet werden, Natur und Landschaft zusammen mit Heimatgeschichte und Kultur erlebbar zu machen. „Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung ermuntern sie ihre Gäste, ökologische, soziale, kulturelle und ökonomische Gesichtspunkte“wahrzunehmen“, so die der Prüfungsordnung.

Beim mündlichen Vortrag kommt es nicht etwa darauf an, so viele Informationen wie möglich, sondern so anschaulich und damit gut merkbar es geht, anzuführen. So, wie es Ines Paul am Beispiels der Bienen gelungen war. „Das vergesse ich jetzt nie wieder“, meinte eine Teilnehmerin am Ende.

Driest Uwe

Drehstart für den 14. Krimi aus der Erfolgsreihe „Stralsund“ des ZDF im Seebad Altefähr / 70 Leute wirkten gestern mit

11.04.2018

Für die Dauercamper hat die Saison am ersten des Monats begonnen. Selbst Schneefall konnte sie nicht aufhalten. Die Betreiber waren vorbereitet.

11.04.2018

Startschuss fällt am 28. April am Sportplatz in Vitte / 2019 wieder an der Kita

14.04.2018