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WG für Fuchs und Dachs am Steinbach

Sassnitz WG für Fuchs und Dachs am Steinbach

Lebenswerter für die Tiere, spannender für die Besucher – so soll sich der einzige Tierpark der Insel nach der millionenschweren Umgestaltung präsentieren

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So ähnlich soll das begehbare Mufflon- und Damwildgehege im neuen Sassnitzer Tierpark aussehen. ENTWURF: Thomas Nießen

Sassnitz. Fuchs und Hase sind es nicht, die sich am Sassnitzer Steinbach künftig „Gute Nacht“ sagen. Meister Lampe könnte es wohl nicht lange mit dem räuberischen Rotpelz aushalten. Im Gegensatz zum Grimbart: Dachs und Fuchs werden sich künftig ein Gehege teilen und – ebenso wie Frettchen und Steinmarder – im Sassnitzer Tierpark eine Wohngemeinschaft gründen. Das ist eines der Details aus der Planung für die Neugestaltung des Tierparks, die der Garten- und Landschaftsarchitekt Thomas Nießen den Sassnitzern am Donnerstag auf einer Einwohnerversammlung vorstellte.

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Lebenswerter für die Tiere, spannender für die Besucher – so soll sich der einzige Tierpark der Insel nach der millionenschweren Umgestaltung präsentieren

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Der Umbau wird seit geraumer Zeit geplant, weil die Haltungsbedingungen schlecht und die Besucherzahlen niedrig waren. Aufgeben wollten die Kommunalpolitiker den von Sassnitzern geschaffenen Tierpark nicht. Er soll attraktiver werden und wieder mehr Gäste anlocken, so das Ziel. „Jeder Sassnitz-Besucher sollte wenigstens einmal im Jahr im Tierpark gewesen sein“, formuliert es Leon Kräusche von der Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung. Dafür plant Sassnitz den großen Wurf: Fünf Millionen Euro sollen in die Erneuerung der 2,5 Hektar großen Anlage investiert werden.

Kernstück wird eine große Vogel-Voliere, deren Dach von mehreren Pylonen getragen wird. Sie wird – wie viele andere Gehege auch – begehbar sein. Darin werden größere und kleinere Waldvögel leben. Die Ära der Greifvögel im Tierpark ist damit passee.

Auch Enten und anderes Wassergeflügel sollen nicht wieder angesiedelt werden. „Jedenfalls nicht gezielt“, sagt Kräusche, der einräumt, dass sich die Tiere früher oder später ohnehin am Teich niederlassen werden. Das Gewässer wollen die Sassnitzer kräftig ausbaggern. Dort hat sich im Laufe der Jahre eine zweieinhalb Meter dicke Schlammschicht abgesetzt.

Das Sediment hat größtenteils der Steinbach mit sich geführt und dort abgelagert. Das will man künftig weitgehend ausschließen. Der Bach wird am Beginn seines Laufs im Tierpark durch ein technisches Bauwerk fließen, in dem Schlamm und andere Partikel herausgefiltert werden. Damit lässt sich der Steinbach regulieren, so Nießen.

Der Bach wird auch künftig das Bild des Tierparks bestimmen. Er bekommt einen leicht veränderten Lauf und wird durch einige Gehege geführt – etwa durch das, in dem künftig Waschbär und Fischotter gemeinsam leben. Naturnah soll die gesamte Gestaltung sein, auch wenn ihr erst einmal jede Menge Natur zum Opfer fiel: Zahlreiche alte Buchen wurden bereits gefällt; weitere sollen an der östlichen Grenze zur Stubnitz abgesägt werden. „Wir werden in den Gehegen seltene heimische Gehölze, wie die Tollkirsche, pflanzen“, so Nießen. Den Hauptweg durch den Tierpark sollen Bäume alter Obstsorten säumen.

Dass Besucher den Tieren im natürlichen Umfeld möglichst nahe kommen sei das Ziel bei der Umgestaltung. Die Menschen können künftig auch das Mufflon- und Damwildgehege betreten, dessen Gerölllandschaft an die Feuersteinfelder erinnern wird. Im Revier der Wildschweine sind Schlupflöcher für die Frischlinge vorgesehen, falls sie Kontakt zu den Zweibeinern wünschen. Terrarien

sollen in den Boden eingelassen werden, um Eidechse & Co. wie in der Natur von oben betrachten zu können.

Über das Areal gibt es verschiedene Spiel- und Erlebnisbereiche für große und kleine Besucher. Die Figur des Peter Pan wird das Motto dafür vorgeben. Ein Platz für Veranstaltungen soll im Bereich der jetzigen Bühne hergerichtet werden. Die benachbarte Baracke macht einem Zweigeschosser Platz. In dessen Obergeschoss ist ein Ausstellungsraum vorgesehen. Im Erdgeschoss sollen Büros und Sozialräume sowie die Futterküche untergebracht werden. Bei der Zubereitung der Mahlzeiten für die Tierpark-Bewohner können die Besucher zusehen. „Dort werden aber keine lebenden Tiere geschlachtet“, stellt Thomas Nießen klar.

Die Verpflegung der Gäste wird eher auf Sparflamme laufen. Dass kein Restaurant vorgesehen ist, bedauert Klaus Schütt. Lediglich ein Imbissangebot soll es geben. „Da wird es schwer, die Verweildauer zu erhöhen“, prophezeit der Sassnitzer. Ansonsten aber scheint das neue Konzept bei den Sassnitzern anzukommen. „Ich bin total begeistert!“, sagte nach der Präsentation nicht nur der Stadtvertreter Peter Kordes. Wann der Baubeginn sein wird, steht noch nicht fest. Derzeit werden die Bauunterlagen einer externen Prüfung unterzogen, um Fördergeld beantragen zu können.

Keiler Eberhard ist seit 1985 das Wappentier

1963 gilt als das „Geburtsjahr“ des Sassnitzer Tierparks, der zwischenzeitlich auch Heimattiergarten hieß. Damals wurde der Schwanenteich eingeweiht. Ihm folgten die ersten Gehege für Rehe und Wildschweine. Letztere stellen mit dem Keiler „Eberhard“ seit 1985 das Wappentier der Einrichtung am Steinbach. Sie wird zurzeit noch von den Wildschweinen, den Japan-Makaken, der Wildkatze, den Waschbären und den Steinmardern bewohnt. Alle anderen Tiere kamen in anderen Einrichtungen unter.

Maik Trettin

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